DIK - Deutsche Islam Konferenz - 7. und 8. Arbeitsausschuss

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Siebte und achte Sitzung: Wohlfahrtspflege und Flüchtlingshilfe

7. Arbeitsausschuss am 1. und 2. September 2015 in der Evangelischen Bildungsstätte auf Schwanenwerder bei Berlin

Hauptsächliches Ziel der Sitzung war die Diskussion und weitgehende Finalisierung des Ergebnispapiers, um es dem Lenkungsausschuss am 10. November 2015 zur Annahme vorzulegen. Alle Teilnehmer hatten den Textentwurf zuvor erhalten und brachten ihre Kommentare und Anmerkungen ein. Die acht islamischen Dachverbände übermittelten ihre Kommentare im Vorfeld gebündelt, nachdem sie sie in der neu gegründeten „Arbeitsgemeinschaft Islamische Wohlfahrt“ untereinander abgestimmt hatten. Die Dachverbände Alevitische Gemeinde Deutschland und die säkulare Türkische Gemeinschaft in Deutschland nahmen ebenfalls Stellung.

Abgesehen von der Textarbeit am Ergebnispapier diskutierte der Arbeitsausschuss die Ergebnisse der Bestandsaufnahmen. Herr Prof. Dr. Halm vom Zentrum für Türkeistudien stellte die wesentlichen Ergebnisse zur Studie über die sozialen Dienstleistungen der in der DIK vertretenen religiösen Dachverbände und ihrer Gemeinden vor. Ergänzend stellten Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) die Ergebnisse ihrer Erhebungen vor.

Aus aktuellem Anlass berichteten alle muslimischen Dachverbände über die Flüchtlingshilfe, die ihre Moscheegemeinden ehrenamtlich leisten. Dabei wurden auch Koordinierungsprobleme mit staatlichen Stellen thematisiert. Die Mitglieder des Arbeitsausschusses beschlossen, die kommende, letzte Sitzung vor dem Lenkungsausschuss schwerpunktmäßig der Flüchtlingshilfe zu widmen.

8. Arbeitsausschuss am 6. Oktober 2015 im BMI Berlin

Wie auf der vorangegangenen Sitzung vereinbart, richtete der Arbeitsausschuss den Fokus auf die Flüchtlingshilfe. Die muslimischen Verbände stellten ausführlich ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe dar. Eigeninitiativ ergreifen sie bereits umfassende Maßnahmen: Imame und ehrenamtlich tätige Moscheevorstände bieten Übersetzungshilfen an und begleiten Geflüchtete bei Behördengängen, in Freitagsgebeten wird die Gemeinde zum Thema „Geflohene“ sensibilisiert und zur Unterstützung aufgerufen, zudem wird die Gewinnung von Pflegefamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vorangebracht. Gemeindebesucher und Jugendliche aus den eigenen Strukturen beteiligen sich an Spenden und und organisieren Hilfsaktionen.

In der Aussprache wurden auch die aktuelle Flüchtlingslage und der Bedarf aus staatlicher Perspektive thematisiert sowie Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten von Bundesseite erörtert. Beispielsweise erläuterte das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) die Möglichkeiten im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Die verschiedenen Informationen sollen den islamischen Verbänden auch als Orientierung dafür dienen, welche Angebote sie perspektivisch entwickeln sollten, um im Bereich der Flüchtlingshilfe, aber auch darüber hinaus, bei der Integration der Flüchtlinge zum Akteur zu werden, der staatliche Förderung in Anspruch nehmen kann.

Datum 25.11.2015