DIK - Deutsche Islam Konferenz - Struktur bis 2009

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Struktur der ersten Phase der Deutschen Islam Konferenz

Die Deutsche Islam Konferenz tagte auf zwei Ebenen. Drei Arbeitsgruppen und ein Gesprächskreis erarbeiteten in regelmäßigen Sitzungen gemeinsame Positionen, Empfehlungen und Lösungsvorschläge für ein gutes Miteinander. Das Plenum wiederum diskutierte die Vorschläge der Arbeitsgruppen und des Gesprächskreises, gab Anregungen für die weitere Facharbeit und steuerte so den Dialog zwischen Staat und Muslimen.

Strukturplan Plenum

Plenum

Das Plenum war - und ist weiterhin - das oberste Gremium der DIK. In ihm berieten Repräsentanten des deutschen Staates und der Muslime in Deutschland über die Empfehlungen, die in den drei Arbeitsgruppen und dem Gesprächskreis erarbeiteten wurden. Viermal kamen die Mitglieder des Plenums in der ersten Phase seit September 2006 zusammen - zunächst, um das grundsätzliche Vorgehen festzulegen, danach, um Aufträge an die Arbeitsgruppen und den Gesprächskreis zu konkretisieren, und schließlich, um Zwischenresümees zu verabschieden.

Die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Plenums waren sozusagen das Herz der Deutschen Islam Konferenz. Ihr fester Kreis setzte sich zusammen aus 15 Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen sowie 15 Muslimen. Darunter fünf Vertreter muslimischer Organisationen und zehn weitere Muslime. Nur so gelingt es, der Vielfalt der Muslime in Deutschland annähernd gerecht zu werden - daher ist diese Struktur auch in der zweiten Phase der Deutschen Islam Konferenz beibehalten worden.

Arbeitsgruppe 1: Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens

Die Kernfragen eines guten Miteinanders aller Menschen in Deutschland, gleich welchen Glaubens oder welcher Weltanschauung, und die Werteordnung des Grundgesetzes standen im Zentrum der AG 1. In dieser Arbeitsgruppe ging es beispielsweise um den Schutz der Grundrechte, die Säkularität als Ordnungsprinzip, die demokratische Willensbildung und die politische Teilhabe von Muslimen. Weitere Themenaspekte der AG 1 waren Erziehungsfragen sowie Wertevermittlung in der Familie oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Zu den ersten Maßnahmen dieser Arbeitsgruppe zählte die Beauftragung des Forschungsprojekt, das mittlerweile aussagekräftige Daten von Muslimen in Deutschland ermittelt und in der Studie "Muslimisches Leben in Deutschland" veröffentlicht hat.

Arbeitsgruppe 2: Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis

Religionspraktische Fragen wurden in der AG 2 behandelt. Wie gelingt die Einführung islamischen Religionsunterrichts in Schulen? Wie gelingt es, alle muslimischen Kinder an schulischen Veranstaltungen, wie koedukativem Schwimmunterricht, Sexualunterricht oder Klassenfahrten teilhaben zu lassen? Was ist beim Bau von Moscheen zu beachten? Wie kann eine Bestattung nach muslimischem Glauben erfolgen? Diese und andere Aspekte wurden vor dem Hintergrund der deutschen Gesetze und Verordnungen bearbeitet. Denn auch, wenn in der Bundesrepublik Kirche und Staat getrennt sind, so sind doch die Felder des Zusammenwirkens von Staat und Religionsgemeinschaften gesetzlich geregelt. Bis zum Frühjahr 2008 ist es der Arbeitsgruppe beispielsweise gelungen, ein rechtliches Grundlagenpapier für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache vorzulegen.

Arbeitsgruppe 3: Wirtschaft und Medien als Brücke

Die Arbeitsgruppe 3 hat geprüft, welchen Beitrag Wirtschaft und Medien zur Integration der Muslime leisten können. Sie hat außerdem versucht, integrationsfördernde Wirtschafts- und Medienprojekte zu initiieren. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe 3 befassten sich daher zum einen mit Themen rund um Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt - denn hier sind junge wie erwachsene Muslime gegenüber der Mehrheitsgesellschaft im Nachteil. Zum anderen ging es um das Islambild in den Medien. Dabei hat die Arbeitsgruppe Empfehlungen für eine Berichterstattung zu konzipieren, die Stereotype durchbricht und Vorurteile abbaut.

Gesprächskreis Sicherheit und Islamismus

Thema des Gesprächskreises war die Bedrohung Deutschlands durch islamistische Bestrebungen. Da dies ein sehr sensibles Thema ist, hat das Gremium einen anderen Status und auch weniger Mitglieder als die drei Arbeitsgruppen. Im Gesprächskreis haben der deutsche Staat und die Muslime gemeinsam Strategien erarbeitet, wie Muslime und Sicherheitsbehörden in Deutschland besser zusammenarbeiten können. Dazu wurden bestehende Kooperationen zwischen Polizei und Moscheevereinen, das Konzept "Vertrauensbildende Maßnahmen" und viele weitere Projekte diskutiert. Der Gesprächskreis riet zur Einrichtung einer Koordinierungsinstitution auf Bundesebene, um einen Überblick über alle vorhandenen Projekte zu erhalten und interessierten Personen in Deutschland Ansprechpartner für Kooperationen zu vermitteln. Eine solche Clearingstelle wurde inzwischen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eingerichtet.

DIK-Redaktion, 09.03.2010

Zusatzinformationen

Deutsche Islam Konferenz – Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft

Regierungserklärung, Rede des damaligen Bundesinnenministers Dr. Wolfgang Schäuble in der 54. Sitzung des Deutschen Bundestages am 28. September 2006

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Begriffe des Islam

Zentrale Begriffe

Mit dem Thema Islam und Muslime sind eine Vielzahl meist aus dem Arabischen stammende Begriffe verbunden. Wir haben für Sie die wichtigsten Wörter und Begriffe gesammelt und verständlich erklärt.

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Logo-Darstellung (DIK) anl. der Pressekonferenz am 08.12.0208

Audio- und Videomaterial

Hier finden Sie die Videomitschnitte zur Fachtagung am 07.11.2016

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Cover von Broschüren

Ergebnisse und Dokumente der DIK

Hier finden Sie alle Ergebnisse und wichtigen Dokumente der DIK zum Download.

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Ergebnisse der Deutschen Islam Konferenz - 2009

Am 25.06.2009 verabschiedete das vierte Plenum der Deutschen Islam Konferenz ein Zwischen-Resümee, das u.a. Empfehlungen zur Integration in der Schule und zur Imamausbildung enthält.

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