DIK - Deutsche Islam Konferenz - Mathias Rohe

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Prof. Dr. Mathias Rohe

Prof. Dr. Mathias Rohe hat den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Erlangen-Nürnberg inne und war Teilnehmer der Deutschen Islam Konferenz.

DIK-Redaktion: Was sind für Sie die wichtigsten Ergebnisse der DIK nach drei Jahren?

Prof. Dr. Mathias Rohe: Vielleicht das wichtigste Ergebnis der DIK ist der Umstand, dass sie stattgefunden und damit eine breite Debatte über das Zusammenleben mit Muslimen in Deutschland gefördert hat. Nach einer "Eingewöhnungsphase" sind auch erfreulich konkrete Einzelergebnisse z.B. zu Rechtsfragen vorzuweisen, auf deren Grundlage künftig einzelne noch offene Fragenkreise angegangen werden können.

DIK-Redaktion: Welche Auswirkungen hat Ihrer Meinung nach die Arbeit der DIK für den gesellschaftlichen Diskurs mit und über Muslime in Deutschland?

Prof. Rohe: Die Debatte – auch über die Zusammensetzung der DIK – hat deutlich gemacht, wie vielfältig Haltungen und Lebenswelten von Muslimen in Deutschland sind. Die insgesamt sachbetonte Arbeit hat gezeigt, dass es unerlässlich ist, nicht nur über Muslime, sondern vor allem mit Muslimen – und hier mit einem breiten Spektrum – zu sprechen, um auszuloten, wo gemeinsame Grundlagen für ein gedeihliches Zusammenleben vorliegen oder gefördert werden können. Deutlich ist auch geworden, dass alle Beteiligten noch einige Hausaufgaben zu erledigen haben, denen man sich nun auf deutlicher erkennbarer Basis widmen kann. Insgesamt scheint die Einrichtung der DIK etwas zur notwendigen "Anerkennungskultur" beigetragen zu haben, die bei aller notwendigen Orientierung an der deutschen Rechtsordnung als einer gemeinsamen Hausordnung ein Gespräch auf gleicher Augenhöhe ermöglicht. Zugleich ist deutlich geworden, dass Muslime neben religionsspezifischen Anliegen eine Fülle von Interessen haben, welche mit dem überwiegenden Migrationshintergrund, nicht aber mit ihrer Religion zusammenhängen. Die Notwendigkeit einer Trennung von Migrationsthemen einerseits (z.B. Spracherwerb) und Religionsthemen andererseits ist hierbei sehr deutlich geworden.

DIK-Redaktion: Inwiefern hat Ihre Mitarbeit in der DIK Ihre eigene Arbeit (außerhalb der DIK) beeinflusst?

Prof. Rohe: Die Schwerpunkte meiner Forschung liegen zu erheblichen Teilen im Arbeitsfeld der DIK, so dass sich hier vielfältige Impulse in beide Richtungen ergeben haben.

DIK-Redaktion: Warum ist Ihrer Meinung nach die DIK auch in den nächsten Jahren wichtig?

Prof. Rohe: In den vergangenen drei Jahren ist deutlich geworden, wie sehr wir in vielen Punkten noch am Anfang der Erörterungen stehen. Das betrifft etwa die Frage, wie in konkreter Art und Weise die Kooperation im religionsneutralen Staat aussehen kann, wobei die Vielfalt muslimisch-religiösen Lebens angemessen berücksichtigt wird. Auch die Umsetzung des vielfach betonten Anliegens einer adäquaten religiösen Erziehung der jungen muslimischen Generation muss noch in vielen wichtigen Einzelfragen geklärt werden. Hierzu zählt auch die Repräsentanz von Muslimen bei der notwendigen Kooperation mit dem Staat. Auch scheint nach wie vor die öffentliche Debatte über muslimische Präsenz in Deutschland gelegentlich von Ängsten beherrscht zu sein. Hier wird es nach wie vor wichtig sein, sachorientiert real existierende Probleme ebenso ernst zu nehmen wie generelle Verdächtigungen und Vorverurteilungen zurückzuweisen.

Zusatzinformationen

Das Plenum 2011 tagte in noblem Ambiente.

Ziele der Deutschen Islam Konferenz 2010

Die Deutsche Islam Konferenz ist ein Dialogforum zwischen Vertretern des deutschen Staates und Muslimen in Deutschland. Ziel des langfristig angelegten Dialogs ist, das Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

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Cover - Publikationen

Publikationen

Hier finden Sie das Zwischenresümee der DIK sowie den Flyer der Deutschen Islam Konferenz und andere aktuelle Publikationen als pdf-Dateien zum Herunterladen.

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