DIK - Deutsche Islam Konferenz - Viertes Plenum 2009

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Vierte Plenarsitzung der DIK in 2009

In den letzten drei Jahren der Deutschen Islam Konferenz gab es viele Diskussionen. Zu Beginn wurde vor allem über die Zusammensetzung der Konferenz gestritten, es folgte die Wertedebatte und die nach wie vor ungelöste Frage der Anerkennung der muslimischen Verbände als Religionsgemeinschaften. Am Ende der Legislaturperiode überwiegt jedoch bei muslimischen und staatlichen Teilnehmern das Positive in der Bilanz.

Die Konferenz, so der Tenor der Teilnehmer, habe die Beziehungen zwischen Staat und Muslimen deutlich verbessert. Sie sei ein richtiger Schritt gewesen, auch wenn für Außenstehende die Ergebnisse nicht immer so greifbar wirkten. Doch die Teilnehmer spüren die Veränderung. Die Feststellung "Integration als Prozess verändert grundsätzlich beide Seiten" – ein Satz aus dem Zwischenresümee des dritten Plenums 2008 - haben alle Teilnehmer in eigener Person und auch Institution erfahren. Sehr vorsichtig war man anfangs aufeinander zugegangen. Nach drei Jahren kennt man sich, hat sich respektieren und zum Teil auch schätzen gelernt. Die Stimmung beim Empfang der mehr als 100 Teilnehmer im Bundeskanzleramt, der diese Entwicklung auch symbolisch unterstrich, war entsprechend gut.

Weitgehender Konsens, aber keine Einstimmigkeit

Was nicht bedeutete, dass im anschließenden Plenum unter der Leitung des damaligen Bundesinnenministers, Dr. Wolfgang Schäuble, nicht auch unterschiedliche Meinungen vertreten wurden. Der Islamrat trug z.B. nicht die Schlussfolgerungen der Muslime der Arbeitsgruppe 1 und des Gesprächskreises mit. Ali Kizilkaya sah die Verbände in den Papieren nicht ins richtige Licht gesetzt. Sie seien im Schulbereich eher als Teil des Problems denn als Teil der Lösung dargestellt worden und im Papier des "Gesprächskreises Sicherheit und Islamismus" las er einen Generalverdacht gegen Muslime heraus. Eine Auffassung, welche die anderen muslimischen Verbände (DITIB, VIKZ, ZMD) nicht teilten. Die Alevitische Gemeinde betonte in einem wortgleichen Papier die religiöse Eigenständigkeit ihrer Religion, in dem die Erklärung mit "Wir Aleviten..." anstelle mit "Wir Muslime..." begann.

Die von dem iranischstämmigen Autor Navid Kermani angeregte Erklärung zur Lage im Iran unterzeichneten die nicht organisierten Muslime. Auch der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) und die Alevitische Gemeinde Deutschland (AABF) schlossen sich an. Die Vertreter des Zentralrats, Islamrats und der DITIB konnten oder wollten hingegen aus unterschiedlichen Gründen nicht unterzeichnen – "ihr gutes Recht in einer demokratischen Streitkultur" wie Klaus Kleber vom heute-journal resümierte.

Empfehlungen der DIK auf der Tagesordnung der Kultusministerkonferenz

Das Hauptaugenmerk der Medien galt dem Rückblick auf drei Jahre Deutsche Islam Konferenz anlässlich der letzten Sitzung in der 16. Legislaturperiode. Die konkreten Empfehlungen des vierten Plenums und Möglichkeiten der Umsetzung müssen vor allem auf der Ebene der Länder und Kommunen diskutiert werden. Der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Tesch versprach, dann auch die Empfehlungen zur besseren Integration in der Schule und zur Etablierung islamischer Lehrangebote an deutschen Universitäten auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung der Kultusministerkonferenz in 2009 zu setzen.

Fortsetzung der Konferenz angeregt

Auf der Tagesordnung der Deutschen Islam Konferenz stehen noch viele Themen. Daher haben sich auch die Teilnehmer der Deutschen Islam Konferenz für die Fortsetzung des Dialogprozesses der Konferenz ausgesprochen – allen voran die Bundeskanzlerin und der Bundesinnenminister. Auch die muslimischen Teilnehmer der Konferenz wollen den Dialog auf keinen Fall abbrechen lassen. Die ersten drei Jahre seien erst der Anfang eines langfristigen Prozesses.

Steffi Redmann, 30.06.2009

Links:

DIK-Zwischenresümee 2009

Redebeitrag Dr. Ayyub Axel Köhler beim vierten Plenum der Deutschen Islam Konferenz (pdf, 53 KB)

Redebeitrag Seyran Ates beim vierten Plenum der Deutschen Islam Konferenz (pdf, 86 KB)

Zusatzinformationen

Standbild zur Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel anl. des 4. Plenums der Deutsche Islam Konferenz am 25.06.2009

Video: Rede von Bundeskanzlerin Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt die Teilnehmer der DIK im Bundeskanzleramt anlässlich des 4. Plenums 2009.

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Plenum der DIK

Struktur der ersten Phase der Deutschen Islam Konferenz

Neben dem Plenum, das einmal im Jahr zusammenkam, fand die Arbeit der Deutschen Islam Konferenz in drei regelmäßig tagenden Arbeitsgruppen und einem Gesprächskreis statt.

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Blick in den Sitzungssaal

Fotogalerien

Hier finden Sie eine Auswahl von Bildern aus den Sitzungen der Deutschen Islam Konferenz. Die Bilder können unter Angabe der Quelle honorarfrei für die Medien-Berichterstattung zur Deutschen Islam Konferenz verwendet werden.

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