DIK - Deutsche Islam Konferenz - Fragen und Antworten

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Fragen und Antworten

Im folgenden finden Sie Antworten auf eine Vielzahl von Fragen, die immer wieder im Zusammenhang mit der Deutschen Islam Konferenz gestellt werden.

DIK-Redaktion, 17.05.2010

Was ist die DIK?

Die Deutsche Islam Konferenz war und ist das zentrale Forum für den Dialog zwischen deutschem Staat und Muslimen. Als Dialogforum kann sie durch Erfahrungsaustausch und Empfehlungen für die Praxis sowie Initiierung von Projekten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Integration unterstützen. Die praktische Umsetzung kann nicht durch die DIK als Institution selbst, sondern muss durch die jeweiligen Mitglieder oder weitere Akteure erfolgen.

Welche Ziele hatte die DIK 2009-2013?

Ziel der Konferenz ist eine verbesserte gesellschaftliche und religionsrechtliche Integration der muslimischen Bevölkerung in Deutschland. Schwerpunkte waren 2009-2013 zum Beispiel die Etablierung eines islamischen Religionsunterrichts an deutschen Schulen oder die Ausbildung von Imamen in Deutschland. Die DIK befördert den Dialog zwischen dem deutschen Staat und den hier lebenden Muslimen. Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Ziele der Deutschen Islam Konferenz 2010

Ist die DIK die muslimische Religionsgemeinschaft in Deutschland?

Nein. Die DIK ist keine Vertretung der Muslime in Deutschland in einem religionsgemeinschaftlichen Sinne. Sie ist daher auch keine "Glaubenskonferenz", in der religiöse Inhalte festgelegt würden, sondern ein Dialogforum zwischen Staat und Muslimen zu Fragen des Zusammenlebens und der gesellschaftlichen und religionsrechtlichen Integration von Muslimen in Deutschland.

Was hat die DIK in ihrer ersten Phase erreicht?

In der ersten Phase der DIK stand die Verständigung über rechtliche und wertebezogene Grundlagen im Vordergrund. Erstes zentrales Ergebnis der Konferenz war die Einigung des 3. Plenums über einen Wertekonsens in Form eines Bekenntnisses zur Verbindlichkeit der deutschen Rechtsordnung und darüber hinaus der Werteordnung des Grundgesetzes. Dieser Wertekonsens wurde im 4. Plenum der DIK ergänzt.

Die Arbeitsgruppe 2 erarbeitete gemeinsame Schlussfolgerungen und Empfehlungen zu den Themen Einführung islamischen Religionsunterrichts und islamischer Theologie, Aus- und Fortbildung von Imamen, Moscheebau oder auch Bestattung nach islamischem Ritus.

Nicht zuletzt erklärten sämtliche in der DIK vertretene Muslime einschließlich der islamischen Organisationen im Zwischenresümee des 4. Plenums, dass sie kein islamisches Parallelrecht in Deutschland für Muslime forderten.

Die Islamkonferenz warb mit Blick auf den Themenschwerpunkt Medien für eine verantwortungsvolle, vorurteilsfreie und differenzierte Berichterstattung über Muslime und den Islam.

Im Rahmen des Sicherheitsdialoges waren die Teilnehmer der Auffassung, dass wechselseitige Offenheit eine Grundvoraussetzung für die Zusammenarbeit zwischen islamischen Organisationen und staatlichen Institutionen sei. Dies bedeute auch, aktiv etwaige extremistische Bestrebungen in der muslimischen Bevölkerung zu problematisieren und auch selbstständig dagegen vorzugehen.


Was will die DIK in ihrer zweiten Phase erreichen?

Die DIK will ab 2010 die bisher erzielten Ergebnisse weiter entwickeln und stärker in die deutsche Gesellschaft hineintragen, sowohl in die Gesamtgesellschaft als auch in die hier lebenden muslimischen Gemeinschaften.

Wer waren die muslimischen Einzelpersonen, die 2009-2013 an der DIK teilnahmen?

An der DIK nahmen wieder 10 muslimische Einzelpersonen teil, die unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen einbringen.

Warum nahmen 2009-2013 neue muslimische Einzelpersonen an der DIK teil?

Die DIK startete mit zehn neuen muslimischen Einzelpersonen in ihre zweite Phase. Durch die Auswahl sollte neuen Personen die Möglichkeit gegeben werden, sich in den Dialog einzubringen. Bei der Auswahl spielten einerseits Praxisbezug und Erfahrungen in den zu behandelnden Themen eine wichtige Rolle. Andererseits sollten durch die Auswahl auch die Vielfalt der Muslime und ihrer religionspolitischen Positionierungen berücksichtigt werden.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Teilnehmende des Plenums 2009-2013

Waren die Teilnehmer der DIK 2006-2009 überhaupt nicht mehr an der DIK beteiligt?

Doch, die ehemaligen Plenarteilnehmer wurden weiterhin mit einbezogen. Sie begleiteten die DIK durch einen Erfahrungs- und Gedankenaustausch weiter. Sie hatten vor allem im Rahmen von flankierenden und öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen eine aktive Rolle (z.B. als Jurymitglieder im Jugendwettbewerb "Erfolgsgeschichten".

Gab es 2009-2013 auch neue staatliche Teilnehmer?

Ja, in der zweiten Phase der DIK wurden unter dem Aspekt der Praxisausrichtung sowohl Länder als auch Kommunen zahlenmäßig stärker beteiligt sein. Erstere sind für die staatliche Kooperation mit den Muslimen (z.B. Religionsunterricht, islamische Theologie) zuständig und in den Kommunen vollzieht sich Integration praktisch. Neu hinzugekommen ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Insgesamt war die staatliche Seite wie folgt vertreten:

  • Sechs Vertreter des Bundes: Je ein Vertreter des Bundesministeriums des Innern, des Bundeskanzleramts, der Integrationsbeauftragten des Bundes, des Auswärtiges Amts, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
  • Sechs Vertreter der Bundesländer: Drei Vertreter der Innenministerkonferenz, zwei Vertreter der Kultusministerkonferenz und ein Vertreter der Integrationsministerkonferenz.
  • Fünf Vertreter der Kommunen: Je ein Vertreter aus der Stadt Duisburg, der Stadt Nürnberg, der Stadt Göttingen, der Stadt Bergkamen und des Landkreises Konstanz.

Warum nahm der Islamrat 2009-2013 nicht an der DIK teil?

Laufende Ermittlungsverfahren und voraussichtliche Anklageerhebungen gegen die IGMG, der dominierenden Organisation innerhalb des Islamrats, hätten den Dialog in der DIK zu stark belastet. Daher wurde die Mitgliedschaft des Islamrats bis zur Klärung der Vorwürfe suspendiert. Der Islamrat hatte eine ruhende Mitgliedschaft in der DIK abgelehnt. Die Tür zum Dialog steht jedoch grundsätzlich weiterhin offen. An der Fortsetzung der DIK 2014 ist der Islamrat beteiligt.

War der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) 2009-2013 an der DIK beteiligt?

Nein. Zu den Sitzungen der DIK waren bisher und werden auch künftig einzelne islamische Dach- und Bundesverbände eingeladen. Das betrifft auch die islamischen Verbände, die sich im KRM zusammengeschlossen haben. Der KRM besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit, sondern arbeitet als informeller Zusammenschluss. Drei der vier Verbände, die sich im Rahmen des KRM abstimmen, wurden eingeladen, an der DIK teilzunehmen. Dies sind DITIB, VIKZ und ZMD. Der ZMD hat von 2009-2013 auf eine Mitgliedschaft verzichtet, ist allerdings seit 2014 wieder teil der DIK.

Welche muslimischen Verbände nahmen an der DIK 2009-2013 teil?

Folgende Dach- und Spitzenverbände von Muslimen nahmen an der DIK teil:

  • Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (DITIB)
  • Verband Islamischer Kulturzentren e. V. (VIKZ)
  • Alevitische Gemeinde Deutschland e. V. (AABF)

Als Migrantenorganisation, die viele Muslime erreicht, nahm die Türkische Gemeinde Deutschland (TGD) teil.

Zusätzlich wurden zwei weitere islamische Organisationen in die DIK eingeladen:

  • die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland – Zentralrat e.V. (IGBD)
  • der Zentralrat der Marokkaner in Deutschland e.V.

Warum setzt sich die DIK für islamischen Religionsunterricht ein?

Ein bekenntnisgebundener islamischer Religionsunterricht kann einen wichtigen Beitrag zur Integration der Muslime in Deutschland leisten. Die Schüler lernen ihre Religion besser kennen und die Auseinandersetzung mit den eigenen religiösen Werten und kulturellen Wurzeln kann sich positiv auf das Sozialverhalten der Schüler auswirken, wie in Modellprojekten festgestellt wurde. Bekenntnisgebundener Religionsunterricht ist eine tragende Säule des auf Kooperation ausgelegten Verhältnisses zwischen Staat und Religionsgemeinschaften in Deutschland. Er ist deshalb auch im Grundgesetz verankert.

Zusatzinformationen

Cover - Publikationen

Publikationen

Hier finden Sie das Zwischenresümee der DIK sowie den Flyer der Deutschen Islam Konferenz und andere aktuelle Publikationen als pdf-Dateien zum Herunterladen.

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Das Plenum 2011 tagte in noblem Ambiente.

Ziele der Deutschen Islam Konferenz 2010

Die Deutsche Islam Konferenz ist ein Dialogforum zwischen Vertretern des deutschen Staates und Muslimen in Deutschland. Ziel des langfristig angelegten Dialogs ist, das Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

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Im Hintergrund arbeiten zahlreiche weitere im Rahmen der DIK.

Teilnehmende des Plenums 2009-2013

Am 17. Mai 2010 nahm das neu zusammengesetzte Plenum der DIK erstmals seine Plätze ein. Wer mitredete, lesen Sie hier.

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