DIK - Deutsche Islam Konferenz - Plenum 2011

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Plenum der Deutschen Islam Konferenz stellt konkrete Ergebnisse vor

Höchstes Gremium der Deutschen Islam Konferenz (DIK) ist das Plenum. Unterhalb des Plenums wird die Arbeit des Plenums durch einen Vorbereitungsausschuss (VA) vorbereitet und ergänzt. Darüber hinaus kann der VA personell und thematisch flexible Arbeitsgremien mit konkretem Arbeitsauftrag einrichten. 

Der Vorbereitungsausschuss der DIK ist 2010 viermal und 2011 bisher einmal zusammengekommen. In den ersten beiden Sitzungen wurde das Arbeitsprogramm der DIK für die Legislaturperiode gemeinsam entworfen und auf der Plenarsitzung am 17. Mai 2010 verabschiedet. Nach dem Plenum 2010 hat der Vorbereitungsausschuss  am 2. Juli 2010 entsprechend dem stärker praxisorientierten Ansatz konkrete Projekte und Maßnahmen zur Umsetzung des Arbeitsprogramms beschlossen.

Für die Zeit bis zum Plenum am 29. März 2011 hat sich die Islamkonferenz drei konkrete Ziele gesetzt:

  • den bundeweiten Austausch zu Fragen des islamischen Religionsunterrichts zu fördern,
  • einen Leitfaden für die landeskundliche und sprachliche Fortbildung von religiösem Personal und weiteren Multiplikatoren islamischer Gemeinden auf kommunaler Ebene zu entwickeln,
  • sich auf zentrale Phänomene und Definitionen im Präventionsbereich zu einigen, um sich anschließend auf dieser Grundlage der Initiierung von praktischen Maßnahmen zuwenden zu können.

Zur Umsetzung der genannten konkreten Ziele wurden drei Arbeitsgremien unterhalb des Vorbereitungsausschusses eingerichtet: Eine Vorbereitungsgruppe für eine bundesweite DIK-Tagung zum islamischen Religionsunterricht, eine Projektgruppe zur Erarbeitung des DIK-Fortbildungs-Leitfadens sowie eine Präventionsarbeitsgruppe. Diese Arbeitsgremien haben ihre Arbeit im September letzten Jahres aufgenommen.

Die Plenarsitzung der DIK am 29. März 2011 beschäftigt sich insbesondere mit den o.g. Themen. Zudem berichten die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Prof. Dr. Schavan, zum Stand der Etablierung islamischer Theologie an deutschen Hochschulen und der Präsident der Kultusministerkonferenz, Herr Minister Dr. Althusmann, zum Stand der Einführung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen. 

Nachdem diese Themen im Fokus des Plenums am 29. März 2011 stehen werden, sind die im DIK-Arbeitsprogramm festgelegten Themenschwerpunkte "Geschlechtergerechtigkeit" bzw. "Prävention" als Themenschwerpunkte der Plenarsitzungen 2012 und 2013 vorgesehen. Davon unabhängig wird die Arbeit an sämtlichen Themenschwerpunkten des DIK-Arbeitsprogramms fortgesetzt.

Förderung des bundesweiten Austauschs zur Einführung islamischen Religionsunterrichts

Islamischer Religionsunterricht an öffentlichen Schulen in Deutschland ist ein zentrales Thema der Deutschen Islam Konferenz. Bereits in ihrer ersten Phase (2006-2009) wurden intensiv Fragen im Zusammenhang mit der Einführung bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts diskutiert und die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen konkretisiert. Davon bleibt unbeschadet, dass für die Einführung islamischen Religionsunterrichts und in diesem Zusammenhang die Prüfung, ob eine Organisation die Voraussetzung einer Religionsgemeinschaft im Sinne von Art. 7 Abs. 3 GG erfüllt, die Länder zuständig sind.

In ihrer aktuellen Phase bietet die Deutsche Islam Konferenz entsprechend ihrem Arbeitsprogramm den Rahmen für einen bundesweiten Wissens- und Erfahrungsaustausch insbesondere über praktische Entwicklungen und konkrete Fortschritte bei der Einführung islamischen Religionsunterrichts sowie über bestehende religions­kundliche Modelle an öffentlichen Schulen.

Als ersten Schritt zur Umsetzung dieses Arbeitsauftrags veranstaltete die Deutsche Islam Konferenz am 13. und 14. Februar 2011 in Nürnberg die Tagung "Islamischer Religionsunterricht in Deutschland – Perspektiven und Herausforderungen". Thematische Schwerpunkte der Konferenz waren der aktuelle Stand der Einführung islamischen Religionsunterrichts in den Ländern, Formen der Mitwirkung von Muslimen und die Vorstellung von Erfahrungen und Perspektiven.

Mit dieser Konferenz ist es der Deutschen Islam Konferenz gelungen, auch in ihrer aktuellen Phase wichtige Impulse im Prozess der Einführung von bekenntnisorientiertem Islamunterricht in Schulen zu setzen, insbesondere im Werben um kluge Übergangslösungen auf Länderebene, um bereits jetzt Schritt für Schritt flächendeckende und von einer Mehrheit der Muslime akzeptierte Angebote zu schaffen.

Zur Plenarsitzung am 29. März 2011 wird ein Tagungsband publiziert. Er enthält die Vorträge der Konferenz und präsentiert Diskussionsbeiträge, um diese auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Anmerkung: Auch die Etablierung theologisch orientierter "Islamischer Studien" an deutschen Hochschulen ist weiterhin ein zentrales Thema der Deutschen Islam Konferenz. Sie hat sich, nachdem die Ergebnisse der Islamkonferenz des Jahres 2009 in Empfehlungen des Wissenschaftsrats eingeflossen sind, regelmäßig im DIK-Vorbereitungsausschuss und auf den Plenarsitzungen 2010 und jetzt 2011 über die Fortschritte informieren lassen. Sie wird den Prozess weiterhin begleiten und unterstützen.

Entwicklung eines Leitfadens für die landeskundliche und sprachliche Fortbildung von religiösem Personal und weiteren Multiplikatoren islamischer Gemeinden auf kommunaler Ebene

Die gesellschaftskundliche und sprachliche Fortbildung von Imamen und alevitischen Geistlichen, aber auch von Vorstandsmitgliedern und weiteren ehrenamtlich tätigen Personen islamischer Gemeinden ist für die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Integration von großer Bedeutung. Als Vermittler vor Ort – unter anderem zwischen islamischen Gemeinden und kommunalen Akteuren – sind sie wichtige Multiplikatoren. Kenntnisse der deutschen Sprache und des gesellschaftlichen Umfelds – gerade auf kommunaler Ebene – sind für die Teilhabe am öffentlichen Leben, aber auch für die Gemeindearbeit notwendig.

Die Deutsche Islam Konferenz hat deshalb den Leitfaden "Dialog – Öffnung – Vernetzung: Leitfaden für die gesellschaftskundliche und sprachliche Fortbildung von religiösem Personal und weiteren Multiplikatoren islamischer Gemeinden auf kommunaler Ebene" entwickelt. Er soll Kommunen, kommunale Akteure und islamische Gemeinden für Fortbildungsprojekte gewinnen sowie bei der Planung und Umsetzung dieser Projekte unterstützen. Die Deutsche Islam Konferenz trägt somit dazu bei, den Dialog und die Zusammenarbeit mit Muslimen vor Ort, d.h. auf kommunaler Ebene, praktisch zu verbessern. Die Fortbildungsmaßnahmen sind zudem ein integrationspolitisch wichtiger Zwischenschritt, bis in Deutschland ausgebildete Imame ihre Arbeit in islamischen Gemeinden aufnehmen werden.

Der Leitfaden beruht auf Erfahrungen bereits laufender Fortbildungsangebote und auf Gesprächen mit Vertretern von Kommunen, islamischen Gemeinden und Verbänden sowie Wissenschaftlern. Im Sinne von best practice-Beispielen werden konkrete Empfehlungen und Hinweise für die organisatorische und inhaltliche Konzeption erfolgreicher und nachhaltiger Fortbildungsprojekte gegeben. Zugleich wird z.B. mittels modularer Themenvorschläge entsprechend einem Baukastenprinzip genügend Raum für die bedarfsgerechte Ausgestaltung vor Ort gelassen. Zu den thematischen Modulen werden neben inhaltlichen Stichworten auch immer beispielhafte Anregungen für praktische Erfahrungen und Gespräche außerhalb von Kursräumen mitgeliefert. Er enthält darüber hinaus Hinweise für interessierte Projektträger zu weiterführenden Beratungsangeboten sowie zu Finanzierungsmöglichkeiten.

Einigung auf zentrale Phänomene und Definitionen im Präventionsbereich

Die Prävention von Extremismus, Radikalisierung und gesellschaftlicher Polarisierung ist auch in der aktuellen Islamkonferenz ein Schwerpunktthema. Dabei geht es ihr darum, im einvernehmlichen Zusammenwirken von Vertretern aller staatlichen Ebenen und der in Deutschland lebenden Muslime praktische Verbesserungen für ein friedliches und respektvolles Miteinander zu erarbeiten. Zu diesem Zweck hat die Islamkonferenz die Arbeitsgruppe "Präventionsarbeit mit Jugendlichen" eingerichtet, die im September vergangenen Jahres erstmalig zusammengetreten ist.

Diese Arbeitsgruppe hat sich des Themas in einem abgestuften Verfahren angenommen und als ersten Schritt ein gemeinsames Verständnis für drei Phänomene herausgearbeitet, die für die Präventionsarbeit von zentraler Bedeutung sind: Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen sowie Islamismus bzw. religiöser Extremismus unter Muslimen. Das Ergebnis dieser Arbeit ist in einem Zwischenbericht der Arbeitsgruppe an das Plenum der DIK festgehalten.

Der erzielte Konsens über Definitionsinhalte ist ein großer Erfolg. Dies war in der ersten Phase der DIK bis 2009 nicht gelungen. Die Phänomen­beschreibungen, auf die man sich in der Arbeitsgruppe einigen konnte, bilden nun die Arbeitsgrundlage für die weitere Arbeit der AG "Präventionsarbeit mit Jugendlichen".  In dem nun folgenden zweiten Schritt möchte sie Maßnahmen für die Jugendarbeit initiieren und begleiten – zu den genannten Phänomenen und unter Berücksichtigung bereits vorhandener Erfahrungen im Bereich der Extremismusprävention, aber auch der Toleranzförderung. Diese Maßnahmen werden zur Plenarsitzung 2012 vorgestellt.

Zusätzlich durchgeführte Maßnahmen

Entsprechend dem stärkeren Praxisbezug der Deutschen Islam Konferenz ist vom Bundesinnenministerium im Jahr 2010 der Integrationspreis der Deutschen Islam Konferenz  erstmals initiiert worden. Mit dem Preis wurde das Engagement von Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeitern gewürdigt, die mit ihrer Arbeit zu mehr gesellschaftlicher Partizipation von Muslimen und einem besseren Miteinander beitragen. Die Preisverleihung fand am 12. November 2010 statt.

Zudem werden vor dem Hintergrund der aktuellen Themen der Deutschen Islam Konferenz Forschungsprojekte zu islamischen Gemeinden sowie Imamen in Deutschland gefördert bzw. durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge selbst durchgeführt. Mit einem Abschluss dieser begleitenden Forschung ist frühestens Anfang 2012 zu rechnen.

Die Rede des Bundesinnenministers können Sie hier lesen:

Rede des Bundesinnenministers Plenum 2011

Mehr zu diesem Thema:

Zwischenbericht 2011 der Arbeitsgruppe "Präventionsarbeit mit Jugendlichen"

Dokumentation der Tagung "Islamischer Religionsunterricht in Deutschland - Perspektiven und Herausforderungen"

Leitfaden Fortbildung von religiösem Personal

DIK-Redaktion, 29.03.2011

Zusatzinformationen

Personen im Gespräch in einer Moschee sitzend

Leitfaden "Dialog - Öffnung - Vernetzung"

Eine Projektgruppe der DIK hat einen Leitfaden für die gesellschaftskundliche und sprachliche Fortbildung von religiösem Personal und weiteren Multiplikatoren islamischer Gemeinden auf kommunaler Ebene entwickelt.

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Kinderhand mit Buntstift füllt Arbeitsblatt über die Kaaba aus.

Dokumentation der Tagung "Islamischer Religionsunterricht - Perspektiven und Herausforderungen"

Die Tagung der DIK zum Islamischen Religionsunterricht in Deutschland im Februar 2011 in Nürnberg beschäftigte sich insbesondere mit dem aktuellen Stand hinsichtlich der Einführung islamischen Religionsunterrichts in den Ländern, Formen der Mitwirkung von Muslimen und der Vorstellung von Erfahrungen und Perspektiven.

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Detailansicht einer Moscheetür

Neue Koordinierungsstelle "Fortbildungen von religiösem Personal und Multiplikatoren islamischer Gemeinden" 

Die Koordinierungsstelle bietet Kommunen und islamischen Gemeinden, die sich für Fortbildungen interessieren, ein Beratungsangebot zur Planung, Finanzierung und Umsetzung.

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bunte Punkte

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Die DIK hat in ihrer zweiten Phase die Prävention von Extremismus, Radikalisierung und gesellschaftlicher Polarisierung zu einem ihrer drei Schwerpunktthemen gemacht.

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Deutsche Islam Konferenz

Struktur der Deutschen Islam Konferenz 2009-2013

Wie werden die Themen des Arbeitsprogramms bearbeitet? Was ist das Plenum? Was macht der Vorbereitungsausschuss? Lesen Sie hier über den Aufbau der Deutschen Islam Konferenz in den Jahren 2009-2013.

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Im Hintergrund arbeiten zahlreiche weitere im Rahmen der DIK.

Teilnehmende des Plenums 2009-2013

Am 17. Mai 2010 nahm das neu zusammengesetzte Plenum der DIK erstmals seine Plätze ein. Wer mitredete, lesen Sie hier.

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