DIK - Deutsche Islam Konferenz - Fragen und Antworten - Ziele der Deutschen Islam Konferenz 2010

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Ziele der Deutschen Islam Konferenz 2010

Grundlegendes zur Deutschen Islam Konferenz, Stand 2010.

Im Koalitionsvertrag für die 17. Legislaturperiode ist die Fortsetzung der Deutschen Islam Konferenz (DIK) vereinbart: Sie sei das wichtigste Forum zwischen dem deutschen Staat und den in Deutschland lebenden Muslimen. Der ehemalige Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat die DIK fortgesetzt, da sie die Annäherung zwischen dem deutschen Staat und den Muslimen fördere.

Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten vor allem durch Zuwanderer aus muslimisch geprägten Herkunftsstaaten religiös und kulturell vielfältiger geworden. Mittlerweile leben in Deutschland ca. vier Millionen Muslime. Knapp die Hälfte von ihnen hat bereits die deutsche Staatsangehörigkeit.

Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken

Gemeinsamkeiten stärken, Unterschiede bewältigen, Teilhabe fördern – und zwar auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen Grundordnung – das scheinen die Antworten auf die Frage zu sein, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt in einem religiös und kulturell vielfältigeren Land wie dem heutigen Deutschland gewahrt werden kann.

Die Deutsche Islam Konferenz sollte hierzu einen Beitrag leisten. Die 2006 ins Leben gerufene Konferenz war die erste gesamtstaatliche Reaktion, also Bund, Länder und Kommunen umfassend, auf die historisch relativ junge Präsenz von Muslimen als relevante Bevölkerungsgruppe in Deutschland.

"Muslime in Deutschland - deutsche Muslime" - dieses Motto bringt das zentrale Ziel der Deutschen Islam Konferenz auf den Punkt: Muslime in Deutschland sollen sich als Teil der deutschen Gesellschaft verstehen und von dieser auch so verstanden werden.

Den Dialog stärken

Vertreterin der Jungen Islam Konferenz überreicht Bundesinnenminister Dr. Friedrich EmpfehlungenMarett Katalin Klahn und der Bundesminister des Innern mit Empfehlungen der JIK

Konkretes Ziel der DIK in ihrer ersten Phase war, den Dialog zwischen Staat und Muslimen zu verbessern und somit einen Beitrag für die gesellschaftliche und religionsrechtliche Integration der Muslime und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland zu leisten sowie gesellschaftlicher Polarisation und Segregation entgegenzuwirken. Die Deutsche Islam Konferenz war und ist keine Vertretung der Muslime im religionsgemeinschaftlichen Sinne, sondern ein Dialogforum zwischen Vertretern des deutschen Staates und Muslimen in Deutschland. Sie wird federführend vom Bundesministerium des Innern betreut, weil dieses Ministerium traditionell für die Beziehung zu den religiösen Gemeinschaften in Deutschland auf der Ebene des Bundes verantwortlich ist.

Von Religionsverfassungsrecht über Wertekonsens bis zu Extremismusprävention

Die DIK tagte bisher auf zwei Ebenen. Das Plenum, das jährlich zusammentrat, verabschiedete Vorschläge und Empfehlungen aus den Arbeitsgruppen und gab dem Dialogprozess Impulse. Unterhalb der Ebene des Plenums tagten jeweils im Abstand von zwei Monaten drei Arbeitsgruppen und ein Gesprächskreis. An diesen wirkten über 100 Fachleute mit und zwar zu folgenden Themen:

  • Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens: Arbeitsgruppe 1
  • Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis: Arbeitsgruppe 2
  • Wirtschaft und Medien als Brücke: Arbeitsgruppe 3
  • Sicherheit und Islamismus: Gesprächskreis

Zahlreiche Handlungsempfehlungen

Bei der 3. und 4. Plenarsitzung 2008 und 2009 wurden Zwischenresümees mit den Ergebnissen aus den Arbeitsgruppen und dem Gesprächskreis verabschiedet:

  • Bekenntnis zur umfassenden Beachtung der deutschen Rechtsordnung sowie der Werteordnung des Grundgesetzes
  • Empfehlungen für die Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentlichem Lehrfach
  • Annahme von Empfehlungen zum Bau und Betrieb von Moscheen in Deutschland sowie zu islamischen Bestattungen
  • Schlussfolgerungen zu Möglichkeiten und Zielen einer künftig in Deutschland verwurzelten Ausbildung von Imamen
  • Empfehlungen zur Einrichtung islamisch-theologischer Lehreinrichtungen in Deutschland
  • Handreichung zum Umgang mit religiös begründeten schulpraktischen Fragen: Vorschläge zur konstruktiven Lösung von Konfliktsituationen in der Schule im Rahmen rechtlicher Möglichkeiten
  • Empfehlungen für eine verantwortungsvolle, vorurteilsfreie und differenzierte Berichterstattung über Muslime und den Islam
  • Verpflichtung, religiös begründetem Extremismus gemeinsam entgegenzuwirken sowie zur Schaffung von Transparenz in islamischen Organisationen und Bildungseinrichtungen. Einrichtung einer "Clearingstelle" beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zur Vermittlung von Kontakten und guten Beispielen in der Kooperation von Muslimen und Sicherheitsbehörden.


DIK-Redaktion, 27.12.2010

Zusatzinformationen

Gebärdensprachvideo zu Aufgaben und Zielen der DIK

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Muslimische Einzelteilnehmer DIK II

Biografien der muslimischen Einzelpersonen des Plenums der DIK

Erfahren Sie hier, wer die muslimischen Einzelpersonen des Plenums der DIK sind und wofür sie sich persönlich einsetzen wollen.

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Cover - Publikationen

Publikationen

Hier finden Sie das Zwischenresümee der DIK sowie den Flyer der Deutschen Islam Konferenz und andere aktuelle Publikationen als pdf-Dateien zum Herunterladen.

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Publikationen

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Das Plenum 2011 tagte in noblem Ambiente.

Ziele der Deutschen Islam Konferenz 2010

Die Deutsche Islam Konferenz ist ein Dialogforum zwischen Vertretern des deutschen Staates und Muslimen in Deutschland. Ziel des langfristig angelegten Dialogs ist, das Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

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Im Hintergrund arbeiten zahlreiche weitere im Rahmen der DIK.

Teilnehmende des Plenums 2009-2013

Am 17. Mai 2010 nahm das neu zusammengesetzte Plenum der DIK erstmals seine Plätze ein. Wer mitredete, lesen Sie hier.

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