DIK - Deutsche Islam Konferenz - 1. Lenkungsausschuss

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Thema Wohlfahrt: Konferenz und Lenkungsausschuss der Deutschen Islam Konferenz

Bundesministerin Manuela Schwesig während der Sitzung des LenkungsausschussesBundesministerin Manuela Schwesig während der Sitzung des Lenkungsausschusses Quelle: Henning Schacht

Das erste Mal treffen sich auch die Spitzen: Muslimische und staatliche Vertreter aller drei föderalen Ebenen kamen am 13. Januar erstmals im Lenkungsausschuss der Deutschen Islam Konferenz (DIK) im dbb forum in Berlin zusammen. Sie berieten darüber, wie soziale Dienstleistungen von und für Muslime in Deutschland verbessert werden können. Experten und Praktiker aus Staat und muslimischen Verbänden hatten auf Arbeitsebene Handlungsfelder erarbeitet. Bis zum nächsten Lenkungsausschuss im Sommer 2015 der DIK sollen auf dieser Grundlage spezifische Maßnahmen vorgeschlagen werden. 

„Gut, dass wir das Thema aufgreifen“

Minister de Maizière hob hervor, dass soziale Dienstleistungen anzubieten oder in Anspruch zu nehmen Ausdruck der gesellschaftlichen Teilhabe sei. Diese für Muslime zu verbessern, ist grundsätzliches Ziel der DIK. Daher gebe es dank der Islamkonferenz nun erstmalig einen Dialog zwischen muslimischen Dachverbänden und den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege unter Beteiligung der maßgeblichen staatlichen Stellen zum Thema Wohlfahrtspflege von und für Muslime. Wichtig sei auch, dass islamische Einrichtungen integrierend wirken. "Daher ist es gut, dass wir das Thema islamische Wohlfahrtspflege im Dialog zwischen Staat und islamischen Gemeinschaften gemeinsam aufgreifen", sagte der Minister. 

Handlungsfelder zur Stärkung islamischer Wohlfahrtspflege

Die Handlungsfelder (Download hier)betreffen z.B. die Würdigung der in großen Teilen ehrenamtlich geleisteten Arbeit von Muslimen auf diesem Gebiet, den Abbau von Vorbehalten gegenüber muslimischen Trägern, die bessere Information und Beratung von Muslimen über Angebote und Strukturen der Wohlfahrtspflege sowie Verwaltungsabläufe, die Verbesserung der Teilhabe durch die Einbindung bestehender muslimischer Träger in Strukturen der Wohlfahrtspflege und die Professionalisierung islamischer Einrichtungen.

Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und JugendManuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Quelle: Henning Schacht

Solidarität mit Frankreich

Angesichts des Terroranschlags in Paris am 7. Januar nutzten der derzeitige Sprecher des Koordinationsrates der Muslime, Erol Pürlü und Herr Minister de Maizière die Gelegenheit, um im Anschluss an die Sitzung ein gemeinsames Zeichen der Solidarität mit Frankreich zu setzen. Beide betonten, dass der Missbrauch des Islam für terroristische Zwecke inakzeptabel sei und riefen dazu auf, es nicht zuzulassen, dass Terroristen einen Keil in die deutsche und europäische Gesellschaft treiben.

Fachtagung: Experten geben Einblick in die muslimische Wohlfahrtspflege

In der anschließenden zweitägigen öffentlichen Konferenz, die Minister de Maizière und die Familienministerin Manuela Schwesig gemeinsam eröffneten, brachten Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Praxis ihr Wissen und ihre Standpunkte ein. Fragen der Kinder- und Jugendhilfe wurden genauso debattiert, wie die Situation älterer Muslime. Die etwa 150 geladenen Gäste setzten sich zusammen aus sozial engagierten Muslimen, Vertretern kommunaler Einrichtungen wie dem Jugendamt, Zuständigen aus den Wohlfahrtsverbänden und Vertretern muslimischer Organisationen. Sie diskutierten die Ergebnisse und Anregungen aus dem Arbeitsausschuss, die von dessen Vorsitzenden Herrn Norbert Seitz, Abteilungsleiter Migration im Bundesinnenministerium sowie dem Präsidenten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Herrn Dr. Manfred Schmidt dargelegt wurden. Die Fachtagung sollte somit zur Transparenz der DIK beitragen und gleichzeitig die Fachöffentlichkeit mit in die Debatte einbeziehen, um wertvolle Impulse für die weitere Arbeit zu erhalten. Die Tagesordnung der Konferenz finden Sie hier zum Download.

Mehr über die Zusammensetzung des Lenkungsausschusses erfahren Sie hier.

Gruppenbild des LenkungsausschussesGruppenbild des Lenkungsausschusses Quelle: Henning Schacht

Datum 13.01.2015

Zusatzinformationen

Handlungsfelder der DIK zur Wohlfahrtspflege

Zusammenfassung der Diskussion des Lenkungsausschusses der DIK am 13. Januar 2015 zu ersten Schlussfolgerungen.

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Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière

Wohlfahrtspflege als Thema der DIK

Wohlfahrtspflege ist in Deutschland ein Bereich, in dem Staat und die Sozialverbände der religiösen Gemeinschaften zusammenwirken. Wie also wirkt hier die Islamkonferenz aus Sicht des Innenministers?

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Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig während der Sitzung des Lenkungsausschusses

Wohlfahrtspflege im Wandel

Für die Familienministerin ist die Wohlfahrtspflege ein wichtiger Anker der Gesellschaft, weil sie bedarfsgerechte Angebote von Menschen für Menschen vor Ort bietet. Eine Orientierung beispielsweise an muslimischen Bedarfen kann aus ihrer Sicht sogar ein Wettbewerbsvorteil sein.

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Erol Pürlü, Sprecher des Koordinationsrats der Muslime

Wohlfahrt aus muslimischer Sicht

Erol Pürlü stellt als Sprecher des Koordinationsrats der Muslime die Frage nach einem islamischen Wohlfahrtsverband und zeigt, wie das Prinzip der Wohlfahrtspflege im Islam verankert ist.

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Norbert Seitz Abteilungsleiter M im Bundesinnenministerium

Stand der Debatte in der DIK zum Thema Kinder- und Jugendhilfe

Angebote der Kinder- und Jugendhilfe werden bereits heute von vielen Muslimen dargebracht und angenommen. Norbert Seitz, Abteilungsleiter M im Bundesinnenministerium, zeigt, wie die DIK das Thema behandelt.

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Professor Hannes Schammann

Kommentar zum Sachstand der DIK im Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe

Interkulturelle Öffnung ist noch keine gleichberechtigte Teilhabe! Professor Hannes Schammann appelliert, die Entstehung muslimischer Träger der Jugendarbeit zu unterstützen.

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Dr. Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge

Altenhilfe und Altenpflege - Stand der Debatte in der Deutschen Islam Konferenz

Der Anteil von Muslimen an den über 65 Jährigen steigt. Deshalb diskutiert die DIK interkulturelle Öffnung in Altenhilfe und -pflege sowie mehr Teilhabe von muslimischen Akteuren, wie der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge darlegt.

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Herr Samy Charchira

Kommentar zum Sachstand der DIK im Schwerpunkt Altenhilfe und -pflege

Samy Charchira vom Paritätischen Wohlfahrtsverband fordert, "innovative Konzepte der Altenpflege und –hilfe zu entwickeln, die unseren gesellschaftlichen Realitäten gerecht werden und unser einzigartiges Wohlfahrtssystem weiterzudenken und weiterzuentwickeln"

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