DIK - Deutsche Islam Konferenz - Workshop Familienhilfe im System der Freien Wohlfahrtspflege

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Familienhilfe in der freien Wohlfahrtspflege

Workshop der Deutschen Islam Konferenz für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in islamischen Gemeinden und Organisationen

Anknüpfend an die Tagung zur Wohlfahrtspflege im Januar wurde am 15. September 2015 ein Schlaglicht auf ausgewählte Aspekte der Familienhilfe im Rahmen der Freien Wohlfahrtspflege geworfen. Zuvor war Familienberatung am Rande der Deutschen Islam Konferenz (DIK) angesprochen worden. Der Workshop erwies sich als wichtig für den Austausch zwischen Behördenvertretern, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und in der Familienhilfe engagierten Muslimen aus den Dachverbänden der DIK und ihren Gemeinden.

50 ehrenamtlich Aktive aus Moscheegemeinden in ganz Deutschland waren angereist, viele hatten sich frei genommen, was von großem Engagement und echtem Interesse am Thema zeugt.

Ausgewählte Aspekte der Familienhilfe im Mittelpunkt des gut besuchten Workshops

Heribert Rollik aus dem Generalsekretariat des DRK erläuterte in Kürze die Strukturen der Wohlfahrtspflege im Bereich Familienhilfe. Mit ihm war ein etablierter Praktiker und international anerkannter Experte im Bereich Familienberatung für den Tag gewonnen worden.

Fünf Frauen im gemeinsamen Gespräch an einem FoyertischDie vorgestellten Projekte wurden rege diskutiert. Quelle: BMI

Im Fokus standen Projekte, die muslimische Familien gut erreichen, sowie die Arbeit der Schuldnerberatung des Begegnungs- und Fortbildungszentrums muslimischer Frauen (BFmF). Alle Projekte wurden in großer Offenheit vorgestellt und engagiert kommentiert. Viele Notizen machten sich die Anwesenden zum Beispiel bei der Vorstellung des Aufbaus einer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung in muslimischer Trägerschaft beim BFmF. Heribert Rollik kommentierte am Ende der Veranstaltung, dass dieser muslimische Träger mit toller ehrenamtlicher Fachlichkeit sehr viele Türen öffnen musste, "wahrscheinlich mehr als die etablierten Wohlfahrtsverbände."

Projekte für muslimische Familien, Schuldnerberatung, Projekte der Elternarbeit und Flüchtlingssituation im Fokus des Interesses

Die vorgestellten Projekte der Elternarbeit decken inhaltlich ähnliche Themen ab: meist wollen Eltern wissen, wie sie ihre Kinder in der Schule unterstützen können, wie mit Internet, Handy und Computer umgegangen werden soll oder wie man gut durch das Schulsystem kommt. Die Arbeit der Projekte wurde von den Teilnehmenden mit Interesse aufgenommen. Es wurde aber auch angemerkt, dass eine inhaltlich vergleichbare Arbeit in Moscheegemeinden bereits geleistet wird, meist ohne Unterstützung durch die Kommunen.

Spontan wurde zudem die Flüchtlingssituation in Deutschland angesprochen. Moscheegemeinden sind bereits eine wichtige Anlaufstelle für Flüchtlinge. Alle Beteiligten sind sehr daran interessiert, bei der Flüchtlingshilfe eine noch stärkere Beteiligung muslimischer Organisationen herbeizuführen.

Das Thema Wohlfahrt verlangt nach ressortübergreifender Zusammenarbeit – das Familienministerium gab den Anstoß zur Veranstaltung, und mit Dr. Matthias von Schwanenflügel begrüßte der Abteilungsleiter für Demografischen Wandel, Ältere Menschen und Wohlfahrtspflege die Teilnehmenden. Eingeladen und organisiert hatte das Bundesministerium des Innern. Die Idee, das Thema Familienhilfe ins Zentrum zu rücken, kam von den islamischen Dachverbänden. Cornelia Spohn führte die Teilnehmenden sachkundig durch den Tag.

DIK-Redaktion

Datum 24.09.2015

Zusatzinformationen

Programm des Workshops: Ausgewählte Aspekte der Familienhilfe

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