DIK - Deutsche Islam Konferenz - Impulse

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Impulse und Fachvorträge

Die Impulse und Fachvorträge der Veranstaltung für Sie zusammengefasst und zum Download.

Erwin Schindler (BAMF), Grußwort

Warum eine Tagung zu muslimischen Jugendorganisationen im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge? Diese Frage beantworte Erwin Schindler, Gruppenleiter im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Außerdem ging er in seinem Grußwort auf die Ziele ein, die für die Veranstaltung gesteckt wurden und betonte die hohe gesamtgesellschaftliche Bedeutung, die die Arbeit der muslimischen und alevitischen Jugendorganisationen hat.

Der Hintergrund der Tagung, so legte Herr Schindler dar, ist ein Beschluss der Deutschen Islam Konferenz (DIK). Sie ist als eine Maßnahme der DIK zur Bearbeitung des Schwerpunkts Wohlfahrtspflege, speziell Kinder- und Jugendhilfe, initiiert worden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat das Programm gemeinsam mit muslimischen und alevitischen Jugendlichen entwickelt, um sie an den Bedarfen ihrer Jugendorganisationen auszurichten. 

Als Ziele der Veranstaltung benannte Herr Schindler zwei Punkte:

Erstens, die Vorstellung muslimischer Jugendorganisationen gegenüber Vertreter*innen aus Jugendämtern und Jugendringen, Verwaltung, anderen Jugendorganisationen und Stiftungen. Hierbei sollte ein fruchtbarer Austausch entstehen und Kontakte geknüpft werden, die über die Tagung hinaus Bestand haben. 

Zweitens, die Bearbeitung konkreter Fragen, die für Jugendorganisationen relevant sind. Daher wurden in Workshops beispielsweise Fragen der Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit oder der Arbeit mit jungen Geflüchteten behandelt.

Murat Gümüş (für den Koordinationsrat der Muslime), Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit aus Sicht der religiösen Dachverbände in der Deutschen Islam Konferenz (DIK)

Ein Herr spricht in ein Mikro und hebt die HandMurat Gümüş hat als Jugendlicher selbst viele Erfahrungen in der Jugendarbeit verschiedener islamischer Dachverbände gesammelt. Quelle: BAMF

Wie sehen die Erwachsenenverbände die Jugendarbeit? Dazu äußerte sich Murat Gümüş, der für den Koordinationsrat der Muslime (KRM) einen Impuls gab.

Jugendarbeit ist von Anbeginn einer der Schwerpunkte der islamischen Gemeinden und Dachverbände gewesen, um die religiöse Bildung des Nachwuchses zu gewährleisten, schaute Murat Gümüş zurück. Sukzessive ergaben sich neue Bedarfe vor Ort, auf die mit sozialen und bildungsorientierten Angeboten reagiert wurde. Herr Gümüş beschrieb, wie sich Hausaufgabenhilfe, Sprachunterricht, Sport oder Reisen für Jugendliche als weitere ehrenamtliche Leistungen unter dem Dach der Gemeinden etablierten. Dort fanden sie einen Raum, in dem sie sich zunehmend selbst entfalten und organisieren konnten. Daraus gingen viele der heute selbstorganisierten muslimischen Jugendorganisationen hervor.

Christian Weis (Deutscher Bundesjugendring), Entwicklungen und Perspektiven bundesweiter muslimischer Jugendverbandsarbeit aus Sicht der Deutschen Bundesjugendrings

Eine Mitgliedschaft im Deutschen Bundesjugendring bringt viele Vorteile mit sich, aber wie gelangt man dazu? Christian Weis, Referent beim Deutschen Bundesjugendring (DBJR), gab einen Überblick

Mitgliedschaft im Jugendring

Ein Herr spricht in ein Mikro und lehnt auf dem PultChristian Weis geht auf Chancen und Anforderungen einer Mitgliedschaft im Bundesjugendring ein. Quelle: BAMF

Christian Weis stellte Aufgaben und Ziele des DBJR vor, der sich als die Arbeitsgemeinschaft und das Sprachrohr der bundesweit organisierten Jugendverbände versteht. Er umriss die Bedingungen für eine Mitgliedschaft, die muslimischen Jugendorganisationen genauso offenstehe wie anderen konfessionellen und nichtkonfessionellen Jugendverbänden auch. Dennoch sind die Anforderungen dafür hoch, betonte Herr Weis. Sie stellt für muslimische Organisationen, die überwiegend über junge Strukturen verfügen, eine Herausforderung dar.

Interesse an Kooperation

Seitens des DBJR besteht jedoch das Interesse an der Zusammenarbeit, um die zunehmende Vielfalt in der Landschaft der Jugendverbände zu repräsentieren. Die Vollmitgliedschaft des Bundes der Alevitischen Jugend in Deutschland (BDAJ) sowie die Kontakte zur Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD), dem Bund der Muslimischen Jugend (BDMJ) oder dem Bund der Moslemischen Pfadfinder und Pfadfinderinnen Deutschlands (BMPPD) nannte er als Beispiele der Kooperation auf Bundesebene.

Dr. Hussein Hamdan (Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart), Was ist das Islamische an der Jugendarbeit? Motivation, Heterogenität und Herausforderungen muslimischer Jugend(verbands)arbeit

Diese Frage stellt sich unweigerlich: Was ist das Islamische an der Jugendarbeit? Dr. Hussein Hamdan, Projektleiter „Muslime als Partner in Baden-Württemberg“ an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, legte dem Publikum seine Erkenntnisse hierzu dar.

Religiöse und soziale Aktivitäten

Dr. Hamdan präsentierte die Ergebnisse seines Forschungsprojekts „Junge Muslime als Partner“, das einerseits muslimische Jugendorganisationen in Baden-Württemberg und andererseits im gesamten Bundesgebiet angesiedelte Projekte qualitativ untersuchte.

Der religiöse Schwerpunkt der Organisationen, so Dr. Hamdan, ist klar erkennbar: Er spiegelt sich sowohl in Motivation und Werten der Jugendlichen, als auch in den Aktivitäten der Organisationen, zu denen Koran- und Islamunterricht, sohbets (Gesprächskreise) oder das Erlernen ritueller Instrumente und Praktiken gehören. Soziales Engagement, wie Besuche in Seniorenheimen, Charityaktionen oder Flüchtlingsarbeit spielen ebenso eine große Rolle. Darüber hinaus gibt es vielfältige weitere Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Freizeit oder Sport.

Heterogenität muslimischer Organisationen berücksichtigen

Angesichts des muslimischen Pluralismus, ist für Behörden und andere Verbände die Kenntnis der jeweiligen muslimischen Organisation vor Ort sehr wichtig. Mit Blick auf Kooperationen empfiehlt Dr. Hamdan daher die Kontaktaufnahme zu einem möglichst breiten Kreis an Gruppen und Vertreter*innen aus muslimischen Organisationen.

Trotz der strukturellen und konfessionellen Heterogenität stellt Dr. Hamdan fest, dass das ehrenamtliche Engagement prägend ist für die Arbeit der Organisationen. Damit gehen auch Herausforderungen einher, beispielsweise der Qualifikationsbedarf des Personals und der Erhalt der ehrenamtlichen Strukturen. Daher ist neben der Anerkennung dieses zivilgesellschaftlichen Engagements auch finanzielle Unterstützung notwendig.

DIK-Redaktion, 16.06.2016

Zusatzinformationen

Ein Herr steht sprechend hinter einem Pult, zwei Mikros ragen von unten in das Bild hinein.

Grußwort zur Veranstaltung

Erwin Schindler, Gruppenleiter 31 - Grundsatzfragen der Integration, Integrationsmaßnahmen, steckt den Rahmen der Veranstaltuzng ab und würdigt das wertvolle gesellschaftliche Engagement muslimischer und alevitischer Jugendlicher.

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Ein Herr spricht in ein Mikro und hebt die Hand

Jugendarbeit aus Sicht islamischer Dachverbände

Wie sehen die Erwachsenenverbände die Jugendarbeit? Dazu äußerte sich Murat Gümüş, der für den Koordinationsrat der Muslime (KRM) sprach.

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Ein Herr spricht in ein Mikro und lehnt auf dem Pult

Muslimische Jugendverbandsarbeit aus Sicht der Deutschen Bundesjugendrings

Eine Mitgliedschaft im Deutschen Bundesjugendring bringt viele Vorteile mit sich, aber wie gelangt man dazu? Christian Weis, Referent beim Deutschen Bundesjugendring (DBJR), gab einen Überblick.

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Ein Herr sprichtn hinter einem Pult stehend, in ein Mikro.

Was ist das Islamische an der Jugendarbeit?

Dr. Hussein Hamdan von der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu Motivation, Heterogenität und Herausforderungen muslimischer Jugend(verbands)arbeit.

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