DIK - Deutsche Islam Konferenz - Studie "Islamisches Gemeindeleben"

Navigation und Service

DIK-Studie: "Islamisches Gemeindeleben"

In Deutschland gibt es rund 2.350 Moscheen und Cem-Häuser (alevitische Gebetshäuser). In mindestens 1.700 islamischen Gemeinden ist regelmäßig ein Imam oder, im Falle der alevitischen Gemeinden, ein Dede tätig. Hierbei handelt es sich um eine gesicherte Mindestzahl. Die tatsächliche Anzahl fällt höher aus, auch weil die Zahl der Imame und Dedes in Deutschland variiert. Berechnungen ergeben einen Mittelwert von rund 2.180 islamischen Gemeinden mit einem Religionsbediensteten.

Hier können Sie die komplette Studie herunterladen: Studie "Islamisches Gemeindeleben in Deutschland"

Hier können Sie die Zusammenfassung der Studie herunterladen: Zusammenfassung der Studie "Islamisches Gemeindeleben in Deutschland"

Die Studie zu islamischen Gemeinden wurde vom Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) durchgeführt, die Studie zu islamischen Religionsbediensteten vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Sie schließen an die 2009 veröffentlichte DIK-Studie des BAMF "Muslimisches Leben in Deutschland" an. Mit ca. 1140 befragten islamischen Gemeinden und über 800 befragten Imamen einschließlich alevitischer Dedes geben die Studien einen umfassenden Überblick über Angebote und Strukturen der islamischen Gemeinden sowie über Herkunft, Ausbildung, Aufgaben und Aufenthaltsstatus des religiösen Personals.

Das islamische Gemeindeleben in Deutschland ist vielfältig

Die islamische Gemeindelandschaft in Deutschland stellt sich in Hinblick auf die auf vertretenen Glaubensrichtungen, Verbandszugehörigkeiten bzw. Nicht-Zugehörigkeiten sowie Herkunftsländer der Besucher als vielfältig dar. Dementsprechend bilden auch die dort tätigen Religionsbediensteten eine heterogene Gruppe. Es dominieren türkisch geprägte Gemeinden und entsprechend Imame sowie Dedes mit einem türkischen Migrationshintergrund. Etwa jeder fünfte Religionsbedienstete stammt aus einem anderen Land als der Türkei. Zudem werden viele türkisch geprägte Gemeinden auch von Gläubigen anderer Herkunftsländer besucht. Imame stehen damit oft vor der Herausforderung, auch Muslime mit anderen sprachlichen und kulturellen Wurzeln in ihre Gemeinde zu integrieren.

Wichtige Rolle bei der Integration: Islamische Gemeinden und ihre Religionsbediensteten

Fast alle islamischen Gemeinden bieten mehr als religiöse Dienstleistungen. Breiten Raum nehmen Orientierungshilfen für die deutsche Gesellschaft ein, etwa Beratungsangebote oder Hausaufgabenhilfe. Zwischen religiösen und nicht-religiösen Angeboten besteht kein Konkurrenzverhältnis, vielmehr ist die Ressourcenausstattung der Gemeinde ausschlaggebend.

Die Angebotsvielfalt in den Gemeinden hat ihre Entsprechung in den Tätigkeitsbereichen der Imame und Dedes. Nur eine Minderheit von ihnen beschränkt sich auf die Ausübung traditioneller religiöser Aufgaben. Mehr als 95 Prozent übernehmen zusätzliche Aufgaben im sozialen Bereich, im interkulturellen Dialog oder bei der Kooperation mit Lehrern, Sozialarbeitern oder anderen Akteuren der Aufnahmegesellschaft.

Sehr großes Interesse von Imamen und Dedes an Fort- und Weiterbildungen

Islamische Gemeinden und die dort tätigen Religionsbediensteten sind damit wichtige Ansprechpartner für die Integration von Muslimen. Es zeigt sich aber auch, dass Imame und Dedes oft Aufgaben übernehmen, für die sie nicht ausgebildet wurden. Das erklärt das außerordentlich große Interesse von Imamen und Dedes an Fort- und Weiterbildungen, vor allem im sozialen, beratenden und seelsorgerischen Bereich.

Bestehende Initiativen der DIK zur Aus- und Fortbildung von islamischen Religionsbediensteten werden durch die Analysen bestätigt. Darüber hinaus können aus den Ergebnissen Ansatzpunkte für den Ausbau zielgruppengerechter Angebote abgeleitet werden.

Beide Studien präsentieren erstmals belastbare bundesweite Daten über das vielfältige islamische Gemeindeleben in Deutschland. Die detaillierten Ergebnisse bieten solide Hintergrundinformationen für Politik und Gesellschaft über islamische Organisationen und die dort tätigen Imame sowie Dedes.

VerfasserInnen des Forschungsberichts über Angebote und Strukturen islamischer Gemeinden: Dirk Halm und Martina Sauer.

Verfasserinnen des Forschungsberichts über islamische Religionsbedienstete: Jana Schmidt und Anja Stichs.

DIK-Redaktion, 17.04.2012

Zusatzinformationen

Wissenschaftliche Studien

Wissenschaftliche Publikationen

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen als pdf-Dateien zum Herunterladen.

Mehr: Wissenschaftliche Publikationen …