DIK - Deutsche Islam Konferenz - Arbeitsmarktdaten

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Die Situation von Muslimen auf dem Arbeitsmarkt

Empirische Grundlagen auf Basis der Daten aus der Studie "Muslimisches Leben in Deutschland"

Eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Aspekt von gesellschaftlicher Partizipation. In einer neuen Auswertung der Studie "Muslimisches Leben in Deutschland" (2008) wird die Frage nach dem Einfluss der Religionszugehörigkeit auf den Erwerbsstatus gestellt. In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass die Unterschiede im Erwerbsstatus nicht religionsabhängig, sondern geschlechterspezifisch sind.

Relevant für den Erwerbsstatus ist zugleich das Geburtsland. In Deutschland geborene Muslime weisen eine höhere Erwerbsquote auf, als ihre zugewanderten Eltern. Dies hängt damit zusammen, dass eine Ausbildung in Deutschland oder ein deutscher Hochschulabschluss die Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhen. Hinzu kommt, dass viele in Deutschland Geborene über größere und breitere Netzwerke verfügen, die den Arbeitsmarktzugang erleichtern. Insgesamt ist eine in Deutschland abgeschlossene Berufsausbildung eine gute Voraussetzung für den Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Der zweite Teil der Auswertung beschäftigt sich mit der Frage, ob ein Zusammenhang zwischen dem Erwerbsstatus und dem Tragen eines Kopftuches besteht. Etwa die Hälfte der Frauen der ersten Generation, die ein Kopftuch tragen, ist berufstätig. Für diese relativ geringe Zahl an Berufstätigen gibt es zahlreiche Gründe, die keineswegs mit dem Tragen eines Kopftuches zusammenhängen. Die Erklärungen reichen von nicht vorhandenen deutschen Bildungszertifikaten über andere Lebensentwürfe bis zu Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt. Wird die Erwerbstätigkeit von Frauen innerhalb der zweiten Generation verglichen, ist kein signifikanter Unterschied mehr zwischen Frauen mit und Frauen ohne Kopftuch feststellbar. Vielmehr zeigt die Auswertung, dass auch für Frauen die Ausbildung entscheidend für den Arbeitsmarktzugang ist.

 

Den vollständigen Vortrag laden Sie hier runter:

Vortrag von Dr. Kreienbrink auf der Fachtagung "Muslime und Arbeitsmarkt"

Zusatzinformationen

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