DIK - Deutsche Islam Konferenz - Projektgruppe "Bessere Integration in den Arbeitsmarkt"

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Projektgruppe "Bessere Integration von Musliminnen und Muslimen in den Arbeitsmarkt"

Die zweite Phase der Deutschen Islam Konferenz (DIK) möchte durch konkrete Maßnahmen die gesellschaftliche Teilhabe von Musliminnen und Muslimen in verschiedenen Bereichen fördern. In diesem Rahmen befasst sie sich auch mit dem Zugang zum Arbeitsmarkt und hat die Projektgruppe "Bessere Integration von Musliminnen und Muslimen in den Arbeitsmarkt" eingerichtet. Die Projektgruppe soll Maßnahmen zur Förderung der Teilhabe von Musliminnen, aber auch von Muslimen am Arbeitsmarkt erarbeiten.

Arbeitsauftrag im DIK-Arbeitsprogramm

Das DIK-Arbeitsprogramm beschreibt die Bedeutung der Teilhabe am Arbeitsmarkt mit einem besonderen Fokus auf der Förderung von Geschlechtergerechtigkeit folgendermaßen:
"Der Zugang zum Arbeitsmarkt und die gleichberechtigte Chance auf Teilhabe am Erwerbsleben und den dazu befähigenden Bildungsangeboten gehören zu den Voraussetzungen eines selbst bestimmten Lebens. Sie stehen in einem engen Zusammenhang mit der Akzeptanzbereitschaft der Mehrheitsgesellschaft. Studien belegen, dass Männer und Frauen mit z.B. türkischen Namen bei der Suche nach Arbeit am Arbeitsmarkt diskriminiert werden. Auch muslimische Frauen mit Kopftuch berichten von deutlichen Vorbehalten und konkreten Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt, die zum Teil an frühere Diskriminierungserfahrungen im Schulalter anknüpfen. Die Befassung mit diesen Erfahrungen im Rahmen der DIK bietet die Möglichkeit, Anti-Diskriminierung und Geschlechtergerechtigkeit im religiösen wie kulturellen Kontext zu diskutieren und dabei praxistaugliche Strategien zu entwickeln, wie auf beiden Seiten das Thema politisch aufgegriffen und zugleich gesellschaftspolitisch angegangen werden kann. Ziel ist auch hier, konkrete Maßnahmen aufzuzeigen, durch die muslimischen Frauen eine diskriminierungsfreie und chancengleiche Teilhabe am Arbeitsmarkt ermöglicht werden kann."

Organisation und Teilnehmer

Besetzt ist die Projektgruppe "Bessere Integration von Musliminnen und Muslimen in den Arbeitsmarkt" mit Teilnehmern der Islamkonferenz, darunter islamischen Verbände und Einzelpersonen, unter Leitung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Die Projektgruppe wird verstärkt durch externe Sachverständige unter anderem vom Netzwerk "Integration durch Qualifizierung", dem DGB, der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, den Arbeitgeberverbänden, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit. Die Projektgruppe hat bisher drei Sitzungen abgehalten.

Rechtlicher Hintergrund

Referentin für den rechtlichen Hintergrund war Dr. Niloufar Hoevels, die zum Thema "Islam und Arbeitsrecht" promovierte. Sie erläuterte die Vereinbarkeit religiöser Pflichten strenggläubiger Musliminnen und Muslime mit den Arbeitspflichten eines Arbeitnehmers. Deutlich wurde, dass die religiösen Überzeugungen von Arbeitnehmern einen weitreichenden Schutz genießen. Zugleich zeigte sich aber auch, dass Arbeits- mit Glaubenspflichten fast immer kompatibel sind.

Sozialwissenschaftliche Expertise

Den aktuellen Stand der Forschung präsentierte Mario Peucker, Verfasser der Studie "Diskriminierung aufgrund der islamischen Religionszugehörigkeit im Kontext Arbeitsleben". Bestehende Forschungen auswertend erläutert er, dass muslimische Migrantinnen und Migranten am Arbeitsmarkt besonders von Benachteiligung betroffen sind, wenn sich ihnen gegenüber Stereotypen über Muslime und ethnische Stereotypen addieren.

Fotos zur Fachtagung "Arbeitsmarkt"

Cornelia Spohn moderierte die Tagung professionell und kenntnisreich.

Ihre Fragen waren Ausgangspunkt für zwei interessante Podiumsdiskussionen. Am Vormittag stand eine Situationsbeschreibung im Vordergrund, am Nachmittag ging es um Diversity in Unternehmen und Verwaltungen. Doch zunächst wurde die Tagung eröffnet von… Quelle: Dirk Enters

Ziel der Projektgruppe

Ziel der Projektgruppe ist es, Arbeitgebern und Arbeitnehmern Hilfestellungen zu dem Thema zu geben. Am 18. April 2012 wurde eine Fachtagung veranstaltet. Hier diskutierten Vetreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung die Chancen und den Nutzen [religiöser] Vielfalt auf dem Arbeitsmarkt. Zudem erstellte die Projektgruppe eine Publikation, die durch gezielte Informationen dazu beträgt, die Integration von Musliminnen und Muslimen in den Arbeitsmarkt zu verbessern.

DIK-Redaktion, 20.04.2012