DIK - Deutsche Islam Konferenz - Preisträger 5

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Team Gunzenhauser

Gesprächsprotokoll aus dem Interviewmaterial zum Film:

 Abdulkadir Korkmaz: Gökhan, was fällt Dir zum Thema Integration, verschiedene Kulturen ein?

 Gökhan Arslan:

Fangen wir bei meiner Familie an: Ich habe meine Heimat verlassen. Egal wo ich hingehe oder was ich mache, niemals sortiere ich die Menschen nach ihrer Mentalität oder Religion oder ihrer Nationalität. Mensch ist Mensch. Jeder hat seinen eigenen Charakter. Wenn die Charaktere nicht passen, kann man nicht mit jedem gut befreundet sein. Trotzdem musst Du den anderen dann aber auch nicht in irgendeine Schublade schieben, er bleibt ein Mensch.

Ich bin im tiefsten Anatolien geboren. Ob ich als Amerikaner auf die Welt komme oder als Türke, das kann ich nicht auswählen. Ich bin auch Alevit. Meine Frau ist Sunnitin. Meine Kinder sind deutsch und haben einen türkischen Pass. Wenn ich danach unterscheiden würde, gäbe es drei verschiedene Menschengruppen in meiner Familie: Aleviten, Kurden, Deutsche. Wenn ich meine Kinder fragen würde, würden sie sagen, sie sind Deutsche. Sie sind in Nürtingen geboren, sie haben nur türkische Namen. Sie können auch nicht gut Türkisch - genauso wie ich nicht perfekt Deutsch spreche.

 Integration für mich sehr wichtig. Wir leben hier. Dies ist meine Heimat, die ich so akzeptieren muss, wie sie ist. Ich lebe in Deutschland und akzeptiere es, wie es ist. Wenn es mir nicht passt, kann ich ja Deutschland verlassen. Trotzdem kann ich den Leuten, die in die Moschee gehen, nicht sagen: „Geh in die Kirche!“ Ich gehe in die Moschee, der andere geht in die Kirche. Das ist eine persönliche Entscheidung, die man nicht beeinflussen kann.

 Zu mir ins Studio kommen fast alle Nationalitäten. Aber wenn ich einen höre – dies habe ich von meinem Trainer Ateken gelernt – der seine Nationalität oder Religion zum Thema macht, der muss sofort das Studio verlassen. So etwas gibt es hier einfach nicht. Hier sind wir eine Familie. Ich unterrichte schon seit einem Jahr hier in Esslingen, und egal, wer hierher kommt, das allererste, was ich mache ist: die Hand geben, drücken und umarmen. Hier herrscht eine Familienatmosphäre.

Zu den Autoren

NICO GUNZENHAUSER

Ein Todesfall in der Familie war es, der Nico Gunzenhauser zu Beginn dieses Jahres dazu bewogen hat, Erfahrungen beim Rettungsdienst zu sammeln. Ob er sich nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), das er derzeit absolviert, für einen helfenden Beruf entscheiden werde, wisse er noch nicht, sagt der 20-Jährige. Fest steht für ihn bereits, dass die Medien- und Filmbranche, mit der er sich in seiner Fachhochschulzeit befasst hat, für ihn nicht mehr in Frage kommt. Er möchte „was Bodenständiges“

ABDULKADIR KORKMAZ

Auch wenn sich Abdulkadir Korkmaz derzeit nicht wirklich kreativ den Themen widmen kann, die ihn eigentlich interessieren: „Immerhin“ verdient er mit der Kameraarbeit sein Geld. Der junge Mann filmt Hochzeits-, Geburtstags- und Firmenfeiern. Unlängst hat er die Akademie für Kommunikation in Bad Cannstadt absolviert und möchte Regisseur werden. Am liebsten würde Abdulkadir Dokumentarfilme drehen, weil es ihn fasziniert, „die Gedanken und Geschichten anderer in Bild und Ton umzusetzen“. Sein Faible für Filme fing mit „Matrix“ an. Als dieser Kinostreifen anlief, durfte Abdulkadir ihn wegen der Altersbeschränkung nicht anschauen. Inzwischen ist er 22 Jahre alt und von solchen Verboten nicht betroffen. Und so nutzt er seine Freizeit für Kinogänge - wenn er nicht gerade mit Freunden loszieht oder Fußball spielt. „Ich kann gut zuhören und bin sehr diszipliniert“, sagt Abdullah über sich. Was er an sich nicht so mag? „Ich vertraue fremden Menschen zu schnell“, antwortet er spontan.

JAN-ERIC DÜRR

Jan-Eric Dürr ist ein Mensch, „der mit kleinen Dingen zufrieden ist und gerne anpackt“. Als Kind verbrachte er viel Zeit in der Schreiner-Werkstatt seines Opas, und so hat er sich nach dem Fachabitur fürs Handwerk entschieden. Sein erstes Ausbildungsjahr hat er hinter sich und sagt: „Ich will ein guter Bootsbauer werden. Meine Arbeit macht mir echt viel Spaß.“ Spaß macht ihm auch das Reisen. „Ich hocke nicht gerne an einer Stelle“, erklärt der 20-Jährige. Als Schüler hat er ein Jahr in England gelebt, hat etliche europäische Länder gesehen und war auch schon in Ägypten unterwegs. Jan-Eric träumt von einem eigenen Segelboot. Ansonsten? Kinder möchte er auf jeden Fall haben, reich will er zwar nicht werden, wünscht sich aber, dass er ein finanziell sorgenfreies Leben führen kann. Er ist gern in Gesellschaft und liebt es, „neue Menschen kennenzulernen“, er redet gerne und hört zu, doch wenn es ihn nicht interessiert, dann vergisst er alles „wieder ganz schnell“.

 

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Gökhan Arslan im Porträt

In Nürtingen gibt es einen Kickboxweltmeister! Das Team Gunzenhauser hat ihn porträtiert. Nico Gunzenhauser, Abdulkadir Korkmaz und Jan-Eric Dürr haben einen aufwändigen und unterhaltsamen Film über einen Nürtinger Modellathleten in den besten Jahren gedreht.