DIK - Deutsche Islam Konferenz - Moscheebau: Empfehlung der DIK

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Moscheebau ohne Konflikte

Über 100 islamische Gotteshäuser und Moscheen werden in Deutschland derzeit geplant, genehmigt oder bereits gebaut – mehr als je zuvor. Immer mehr muslimische Gemeinden verlassen die bislang provisorisch genutzten Räume. Sie dokumentieren damit, dass sie dauerhaft Teil der deutschen Gesellschaft sein wollen. Doch diese äußert oft Bedenken. Die Einen machen sich Sorgen wegen der Verkehrsbelastung. Die Anderen fürchten, die Moschee werde das Stadtbild zu sehr prägen. Steht das Gotteshaus dann, kehrt meist wieder der Alltag ein. Dennoch ist Aufklärungsarbeit notwendig. Wie steht die deutsche Verfassung zum Moscheebau? Wie kann Informationsarbeit Vorurteilen entgegenwirken? Auf diese und weitere Fragen gibt die Deutsche Islam Konferenz Antworten.

Moscheen in Deutschland: Alles, was Recht ist

Etwa 2600 muslimische Gebetsstätten gibt es in Deutschland, darunter circa 150 klassische Moscheen, das heißt Moscheen, die über die charakteristische Kuppel und meistens auch über ein Minarett verfügen.

Aleviten betreiben keine Moscheen, sondern "Cem-Häuser" - wie viele es genau gibt, ist allerdings nicht bekannt. Nach den vorliegenden Daten und Schätzungen kommt auf 1.200 Muslime ein Gebetshaus in der Bundesrepublik.

Religionsfreiheit ist in Deutschland verfassungsrechtlich garantiert. Sie schließt auch das Recht muslimischer Gemeinden ein, Gebetsräume und Moscheen zu errichten. Räume für Gemeindearbeit fallen ebenfalls unter diese Regelung.

Bauplanungsrechtlich stehen Moscheen damit auf gleicher Stufe wie Kirchen oder Synagogen. Auch gibt es weder aufgrund der Bauordnungen noch des Immissionsschutzes Besonderheiten, die Bau und Inbetriebnahme ausschließen. Kurzum: Gesetze allein können Konflikte im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb von Moscheen in Deutschland nicht lösen.

Informationsarbeit: Mit offenen Karten spielen

Dennoch müssen die Sorgen und Ängste von Bürgern, in deren Nachbarschaft eine Moschee errichtet werden soll, ernst genommen werden. Hier können Kommunalpolitik und -verwaltungen vorbeugen. Eine Stadtentwicklungspolitik, die sich aktiv und offen mit dem Bedarf an islamischen Gotteshäusern, den Bedürfnissen der Anwohner sowie möglichen Standorten auseinandersetzt, und eine ergänzende Öffentlichkeitsarbeit lassen Konflikte unter Umständen gar nicht erst entstehen.

Die muslimischen Bauherren sind ihrerseits aufgerufen, durch frühzeitige und sorgfältige Information der Bevölkerung die Akzeptanz ihres Bauvorhabens zu erhöhen. Dabei geht es nicht nur um Details zum Bau an sich, sondern auch zu geplanten Aktivitäten und zur Finanzierung.

Kommunen und muslimische Gemeinden müssen zudem gemeinsam darauf achten, dass durch Moscheen, in deren Umfeld gleichzeitig gewerbliche Einrichtungen und Wohnungen entstehen, keine Integrationsprobleme geschaffen oder verstärkt werden.

Vermittler: Guter Rat muss nicht teuer sein

Wenn Bedenken trotz intensiver Informationsarbeit nicht ausgeräumt werden können, sind geeignete Berater oder Mediatoren notwendig. Menschen, die das Vertrauen und das Ansehen beider Seiten genießen. Sowohl die Kommunen als auch die muslimischen Gemeinden sollten bei Bedarf die Initiative ergreifen.

"Ziel ist es, die Diskussionen über einen Moscheebau sachlich zu führen und damit die Integration des Islam in Deutschland voranzubringen und nicht in Frage zu stellen", so der Konsens der Konferenzteilnehmer.

DIK-Redaktion, 25.11.2008

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