DIK - Deutsche Islam Konferenz - Die fünf Konsensthesen der DIK-Teilnehmer

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Gemeinsame Werte als Basis

Die Mitglieder der DIK haben sich – nach langen Debatten – auf eine gemeinsame Wertebasis und ein gemeinsames Verständnis von Integration geeinigt. So heißt es im gemeinsam verabschiedeten Zwischenresümee der DIK vom 13. März 2008: "Integration als Prozess verändert grundsätzlich beide Seiten, die Mehrheitsgesellschaft wie auch die Zuwanderer. Sie verlangt Zuwanderern dabei ein höheres Maß an Anpassung ab, insbesondere an die auf Recht, Geschichte und Kultur Deutschlands beruhenden Orientierungen der Aufnahmegesellschaft."

"Das Bekenntnis zur deutschen Rechts- und Werteordnung [in den Thesen der AG 1 als deutsche Rechtsordnung und Werteordnung des Grundgesetzes definiert] und die Bereitschaft zu Erwerb und Gebrauch der deutschen Sprache bilden den Weg zum Verständnis und zur Teilhabe an ihr." Die Aufnahmegesellschaft wird aufgefordert, ihren Beitrag zur Integration zu leisten: "Umso wichtiger ist es, dass Staat und Gesellschaft Zuwanderer dabei unterstützen, Teil der deutschen Gesellschaft zu sein und von ihr entsprechend anerkannt und als bereichernd empfunden zu werden."

Die in der DIK vertretenen Muslime betonen im Zwischenresümee zudem, dass die deutsche Verfassung in der Ausgestaltung des Verhältnisses von Staat und Religion vorbildlich ist: „Der religiös und weltanschaulich neutrale Rechtsstaat schützt die Freiheitsrechte jedes einzelnen seiner Bürger. Der säkulare Staat ist dabei nicht gleichzusetzen mit einem säkularistischen Staatswesen, welches die Religion aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Gerade die Praxis des deutschen Religionsverfassungsrechtes stellt unter Beweis, wie vielfältig die Beziehungen zwischen Staat und Religion sind. In einer Wirklichkeit, die von einer Vielzahl an Kulturen, Religionen, ethnischen Gruppen und Philosophien geprägt ist, hat sich die Säkularität des Staates bewährt; unter Verhältnissen, wie sie in Deutschland geschichtlich gewachsen und in seiner Verfassung verbrieft sind, gewährleistet sie ein gedeihliches Miteinander.“

Die Mitglieder der Deutschen Islam Konferenz verabschiedeten auf dieser Grundlage fünf Schlussfolgerungen, die den Wertekonsens verdeutlichen sollen.

These 1: Ein friedliches und respektvolles Zusammenleben braucht Integration

"Deutschland versteht sich als europäisch gewachsene Kulturnation und ist ein freiheitlich verfasster demokratischer Rechtsstaat. Ein gedeihliches, friedliches und respektvolles Zusammenleben aller Menschen - gleich welchen Glaubens - in unserem Land setzt die Integration aller Menschen in diese Gesellschaftsordnung voraus. Die in ihr zum Ausdruck kommenden Rechte und Pflichten der Einzelnen wie auch ihrer Zusammenschlüsse sind verbindlich für jeden, der in Deutschland lebt oder leben will."

These 2: Integration ist mehr als Deutsch lernen

"Integration verlangt auch von in Deutschland lebenden Muslimen die aktive Bereitschaft zu Erwerb und Gebrauch der deutschen Sprache und darüber hinaus die vollständige Beachtung der deutschen Rechtsordnung und der Werteordnung des Grundgesetzes. Zugleich ist die Mehrheitsgesellschaft gefordert, in Deutschland lebende Muslime als gleichberechtigten Teil der deutschen Gesellschaft anzuerkennen und zu respektieren."

These 3: Grenzen setzen, um Freiheiten zu garantieren

"Religiöse Gebote oder Werte können einen wichtigen Beitrag zu einem sinnerfüllten Leben des Einzelnen und zu einem konstruktiven Miteinander in der Gesellschaft leisten. Die religiöse Freiheit des Einzelnen findet dort ihre Grenzen, wo sie im Gegensatz zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung steht. Diese wechselseitige Begrenzung schützt die Freiheitsrechte jedes einzelnen Bürgers ebenso wie die Autorität des säkularen Staates und den Entfaltungsspielraum religiöser Gemeinschaften."

These 4: Verantwortung übernehmen - Demokratie leben

"Es ist die gemeinsame Verantwortung des Staates und seiner Bürger, ein demokratisches Miteinander auf der Grundlage der deutschen Rechtsordnung und der Werteordnung des Grundgesetzes zu fördern, die Rechte aller Bürger zu schützen und Bestrebungen gegen die freiheitliche Demokratie - da sie die Freiheit und die Sicherheit aller Menschen in Deutschland gefährden - gemeinsam zu begegnen."

These 5: Wissen vermehren - Forschungsdefizite beseitigen

Um Mängel im Zusammenleben beheben zu können, bedarf es verlässlicher empirischer Erkenntnisse, insbesondere bezüglich der Zahlen, der Herkunft, des Bildungsstands, der Soziallage, des Religions- und Kulturverständnisses der in Deutschland lebenden Muslime. Hier bestehen nach Ansicht der Arbeitsgruppe 1 "Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens" der Deutschen Islam Konferenz erhebliche Defizite. Vor allem die vielfältigen Erfolge der Integration der in Deutschland lebenden Muslime sollten in Zukunft mehr berücksichtigt und gewürdigt werden. Die Arbeitsgruppe 1 hat auf dieser Grundlage das Forschungsprojekt "Muslimisches Leben in Deutschland" initiiert.

DIK-Redaktion, 25.11.2008

Mehr zu diesem Thema:

DIK-Zwischenresümee 2008

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Hier finden Sie das Zwischenresümee der DIK sowie den Flyer der Deutschen Islam Konferenz und andere aktuelle Publikationen als pdf-Dateien zum Herunterladen.

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Blick in ein Klassenzimmer

Gemeinsam für eine bessere Schulbildung

Fest steht: Eine gute Schulbildung ist wichtig für alle Schüler. Für Kinder mit Migrationshintergrund ist sie allerdings schwerer zu erreichen als für Kinder ohne Migrationshintergrund. Die DIK hat dargestellt wie Sprachprobleme beseitigt werden können, wie die Zusammenarbeit zwischen muslimischen Eltern und Schulen gelingt und wo alternative Schulkonzepte helfen.

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