DIK - Deutsche Islam Konferenz - Schwerpunkt: Religionsrechtliche Integration

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Schwerpunkt: Religionsrechtliche Integration

Unter der Überschrift „Institutionalisierte Kooperation und integrationsbezogene Projektarbeit fördern“ erörtert die Deutsche Islam Konferenz (DIK) vor allem Fragen der religionsrechtlichen Integration, d.h. der Integration des Islams in das von Kooperation geprägte Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften in Deutschland auf der Ebene des Bundes, der Länder und der Kommunen.

So heißt es im Arbeitsprogramm der DIK: „Deutschland ist ein säkularer, aber kein laizistischer Staat. Das deutsche Religionsverfassungsrecht (Staatskirchenrecht) sieht eine Vielzahl von Kooperationen zwischen Staat und Religionsgemeinschaften im öffentlichen Raum vor. Diese betreffen insbesondere den Bereich der Bildung (Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, Theologie an öffentlichen Hochschulen) und den Sozialbereich einschließlich der Wohlfahrtspflege (z.B. Anstaltsseelsorge, Verbände der freien Wohlfahrtspflege). Die DIK unterstützt das Ziel der Etablierung einer institutionalisierten Kooperation zwischen Staat und Muslimen und ihren Organisationen in Deutschland auf der Grundlage des deutschen Religionsverfassungsrechts. Die Muslime sollen unterstützt werden, die diesbezüglichen verfassungsrechtlichen Voraussetzungen zu erfüllen. Die Verwirklichung dieses Ziels ist eine Voraussetzung dafür, dass auch Muslime in Deutschland gleichberechtigt die Rechte von Religionsgemeinschaften wahrnehmen können.“

Einführung von islamischem Religionsunterricht weiterhin im Blick

So hat die DIK die voranschreitende Einführung islamischen Religionsunterrichts in den Ländern intensiv begleitet und den Erfahrungsaustausch zwischen Bund, Ländern und Vertretern der Muslime gefördert. Im Februar 2011 fand in Nürnberg die Konferenz „Islamischer Religionsunterricht in Deutschland – Perspektiven und Herausforderungen“ statt. Anlässlich der Plenarsitzung der DIK im März 2011 erschien der gleichnamige Tagungsband (Link zum Tagungsband). Im Februar 2013 veranstaltete die DIK zudem einen Experten-Workshop zur „Kooperation von Staat und Muslimen in religionsbezogenen Angelegenheiten - Islam und Religionsverfassungsrecht in Deutschland“ in Berlin, in dem die jüngsten Entwicklungen in den Ländern gemeinsam erörtert wurden.

Gründung von vier Zentren für islamische Theologie

Daneben haben sich seit 2010 auf der Grundlage der DIK-Empfehlungen aus dem Jahr 2009 und daran anschließend des Wissenschaftsrates vier theologische Zentren für islamische Studien gegründet und zwar an den Universitäten Erlangen-Nürnberg, Frankfurt und Gießen, Münster und Osnabrück sowie Tübingen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Mitglied der DIK ist, fördert diese Zentren mit knapp 20 Millionen Euro für die Dauer von fünf Jahren und hat damit entscheidend zu ihrer Einrichtung beigetragen.

Fortbildung von Imamen und Dedes vor Ort

Die DIK hat zudem einen Schwerpunkt auf die Förderung gesellschaftskundlicher und sprachlicher Fortbildungen für Imame, alevitische Dedes sowie weiteres Personal islamischer Gemeinden (Moscheegemeinden und alevitische Cem-Häuser) gelegt. Zu diesem Zweck veröffentlichte die DIK 2011 einen Leitfaden für Fortbildungsprojekte auf kommunaler Ebene (Link zum Leitfaden). Zeitgleich wurde eine Koordinierungsstelle im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für Fortbildungsmaßnahmen eingerichtet. Der DIK-Leitfaden ist im Anschluss an das Plenum unter anderem über die kommunalen Spitzenverbände und kommunale Integrationseinrichtungen breit verteilt worden. Auf der Grundlage des DIK-Leitfadens wird nun zum Beispiel in der Region Erlangen-Fürth-Nürnberg ein umfangreiches Modellprojekt gestartet, das durch Mittel des EIF gefördert wird. Zusätzlich fördert das BAMF verbandsübergreifende Fortbildungen in weiteren Städten. Auch startete die Robert Bosch Stiftung zusammen mit dem Goethe-Institut das mehrjährige Projekt „Muslimische Gemeinden als kommunale Akteure“, dem unter anderem auch der DIK-Leitfaden zugrunde liegt.

Erstmals repräsentative Daten zu Imamen, Dedes und islamischen Gemeinden

Ergänzend veröffentlichte die DIK 2012 die Studie „Islamisches Gemeindeleben in Deutschland“ des BAMF und des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung (Link zur Studie). Die Studie schließt an die 2009 erschienene Studie der Islamkonferenz „Muslimisches Leben in Deutschland“ an und liefert erstmals bundesweit repräsentative Daten zu Imamen, Dedes und islamischen Gemeinden in Deutschland.

DIK-Redaktion, 03.05.2013