DIK - Deutsche Islam Konferenz - Schwerpunkt: Teilhabe und Geschlechtergerechtigkeit

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Schwerpunkt: Teilhabe und Geschlechter­gerechtigkeit

„Geschlechtergerechtigkeit als gemeinsamen Wert leben“ lautet einer der drei Themenschwerpunkte im Arbeitsprogramm der DIK. Hier geht es zum einen um den Zugang zum Arbeitsmarkt und die gleichberechtigte Chance auf Teilhabe am Erwerbsleben. Es geht aber auch um Rollenbilder und vorgefasste Erwartungen, die gelegentlich religiös oder durch vermeintlich islamische Traditionen begründet und gerechtfertigt werden. Denn starre Rollenbilder und Rollenerwartungen können Geschlechtergerechtigkeit beeinträchtigen und Frauen, aber auch Männer, in ihren Handlungsoptionen einschränken.

Rollenbezogene Konflikte: Denkanstöße und praktische Empfehlungen

Die DIK hat sich dieser Fragen in zwei eigens eingerichteten Projektgruppen angenommen. Gemeinsam mit externen Fachleuten erarbeitete die Projektgruppe „Rollenbilder in muslimischen Milieus“ eine Handreichung für Multiplikatoren in muslimischen oder muslimisch geprägten Gruppen („Geschlechterbilder zwischen Tradition und Moderne“, Nürnberg 2013). Ziel dieser Handreichung ist keineswegs, neue, andere Rollenbilder vorzugeben. Sie will vielmehr existierende Rollenbilder und mögliche Rollenmodelle sichtbar machen und Anstöße geben für einen bewussteren Umgang mit ihnen. Die Handreichung enthält darüber hinaus konkrete Hilfestellungen für den Umgang mit rollenbezogenen Konflikten.

Bereits 2012 hatte sich die DIK in einer Erklärung klar gegen häusliche Gewalt und Zwangsverheiratung ausgesprochen („Keine Akzeptanz von häuslicher Gewalt und Zwangsverheiratung“). Sie setzt damit ihre Arbeiten fort, einen gemeinsamen Wertekonsens als Basis für ein gutes Zusammenleben in Deutschland zu fördern.

Interkulturelle Offenheit am Arbeitsplatz als Chance begreifen

Auch der chancengleiche Zugang zum Arbeitsmarkt gehört zu den Voraussetzungen eines selbstbestimmten Lebens. Er steht in engem Zusammenhang mit der Akzeptanzbereitschaft der Arbeitswelt. Studien belegen, dass Männer und Frauen mit z.B. türkischen Namen bei der Stellensuche diskriminiert werden. Auch muslimische Frauen mit Kopftuch berichten von deutlichen Vorbehalten und konkreten Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt.

Zur Förderung der Integration von Musliminnen und Muslimen in den Arbeitsmarkt veranstaltete die DIK daher im April 2012 eine öffentliche Fachtagung zum Thema „Muslime und Arbeitsmarkt – Vielfalt fördern, Potenziale besser nutzen“. Sie wurde von einer Informationsbroschüre begleitet, die Fragen rund um die interkulturelle Öffnung von Unternehmen und Behörden beantwortet („Bessere Integration von Musliminnen und Muslimen in den Arbeitsmarkt“, Nürnberg 2012).
Auch der 2012 durchgeführte DIK-Jugendwettbewerb „Erfolgsgeschichten“, der gelungene Porträts erfolgreicher in Deutschland lebender Muslime auszeichnete, verfolgte das Ziel, muslimischen Vorbildern ein öffentliches Gesicht zu geben. Damit trug auch er dazu bei, dass Vorurteile abgebaut werden und die Teilhabe für Musliminnen und Muslime am Arbeitsmarkt und in der Ausbildung nachhaltig verbessert wird.

DIK-Redaktion, 03.05.2013

Zusatzinformationen

zwei Teilnehmer im Gespräch

Chancen von Muslimen auf dem Arbeitsmarkt – Fachtagung der Deutschen Islam Konferenz

Was kann man tun, um Vielfalt Normalität werden zu lassen? Haben Muslime auf dem Arbeitsmarkt eine Sonderrolle? Antworten auf diese Fragen gaben hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung.

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Materialien der Deutschen Islam Konferenz zu Rollenbildern und aktuellen rollenbezogenen Fragestellungen

Geschlechterbilder zwischen Tradition und Moderne

Ein Ergebnis der Projektgruppe „Rollenbilder in muslimischen Milieus“ der Deutschen Islam Konferenz ist eine Handreichung für Multiplikatoren in muslimischen Gruppen für den Umgang mit rollenbezogenen Fragestellungen. Diese kann als gebundenes Exemplar bestellt

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oder hier heruntergeladen werden.

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Drei Frauen sizten vor Computer

Das Kopftuch im Berufsleben

Musliminnen haben in Deutschland häufig mit Vorurteilen zu kämpfen, wenn sie ein Kopftuch tragen. Auch der Berufsalltag ist davon nicht ausgenommen.

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