DIK - Deutsche Islam Konferenz - Schule

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Gemeinsam für eine bessere Schulbildung

Eine gute Schulbildung ist die Grundlage für einen gelungenen Start ins Berufsleben und damit auch für eine spätere Karriere.

Deshalb beschäftigte sich die Arbeitsgruppe (AG) 3 "Wirtschaft und Medien als Brücke" zunächst mit dem Bereich "Schule". Die Themen "Übergang Schule-Beruf" und "Anforderungen der Wirtschaft" sollen folgen. Eines wurde den Experten schnell klar: Es gibt im Bereich der Schulbildung durchaus Handlungsbedarf, dieser beschränkt sich allerdings nicht auf spezielle muslimische Aspekte.

Die folgenden Appelle gelten daher auch für Eltern und Schüler anderer Religionen und Herkünfte. Auch Schüler ohne Migrationshintergrund würden von den Maßnahmen profitieren.

Elternarbeit: Gemeinsam die richtigen Weichen stellen

Es kommt immer noch vor, dass Erstklässler mit Migrationshintergrund kaum ein Wort Deutsch können und so eine denkbar schlechte Startposition in der Schule haben. Die Weichen müssen also vorher gestellt werden: in Kindergärten und Vorschulen.

Auch wenn nichts gegen ein behütetes Aufwachsen in der Familie spricht, muss dafür gesorgt werden, dass Kinder und Jugendliche ihr Umfeld und die Landesprache kennen lernen. Hierfür soll bei Eltern mit Migrationshintergrund verstärkt geworben werden.

Parallel dazu ist es nötig, die Mitarbeitenden in Kindergärten und Vorschulen auf das Deutsch Lehren und die Integrationsarbeit mit muslimischen Kindern vorzubereiten - Schulungen und entsprechende Erweiterungen der Ausbildungen sind erforderlich. Die Lehrkörper der Schulen sowie die Schulverwaltungen sollen vor allem im Hinblick auf interkulturelle Verständigung fortgebildet werden.

Die Kontakte zu Eltern mit Migrationshintergrund sollen auch dazu genutzt werden, detaillierte Informationen über das deutsche Schulsystem zu vermitteln. Erstrebenswert ist außerdem ein besseres Verhältnis zwischen Eltern und Schulen.

Schulkonzepte: Damit niemand auf der Strecke bleibt

In drei Punkten empfiehlt die AG 3, bestehende Schulkonzepte zu überdenken beziehungsweise zu verändern.

  1. Die Sprachausbildung soll nachhaltig verbessert werden und parallel zum Schulalltag mit neuen, wissenschaftlich abgesicherten Konzepten stattfinden.
  2. Verstärkte Einführung von Ganztagsschulen, um den Kindern auch nachmittags eine gezielte Förderung zukommen zu lassen.
  3. Es muss geprüft werden, ob eine längere gemeinsame Schulausbildung sinnvoll ist. Bislang führt die frühe Trennung in Haupt- und Realschulen sowie Gymnasium zu einer Bildungssegregation nach ethnischem und sozialem Hintergrund. Ein Bildungssystem soll unterstützt werden, das Chancen eröffnet, Potenziale entfaltet und Bildungserfolge nicht von sozialer Herkunft abhängig macht.

DIK-Redaktion, 08.12.2008

Zusatzinformationen

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