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Zahl der Muslime in Deutschland

Hochrechnung für das Jahr 2015

Diverse Portraitaufnahmen lächelnder MenschenQuelle: iStock|Johnny Greig

Im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz (DIK) hat das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine Hochrechnung zur Zahl der Muslime für das Jahr 2015 erstellt. Ergebnis ist, dass in Deutschland am 31. Dezember 2015 zwischen 4,4 und 4,7 Millionen muslimische Menschen lebten. Bei einer geschätzten Gesamteinwohnerzahl in Deutschland von insgesamt 82,2 Millionen gab es Ende 2015 also zwischen 5,4 und 5,7 Prozent muslimische Glaubensangehörige.

Zentrale Ergebnisse der Hochrechnung sind:

  • Gut jeder vierte Muslim ist erst kürzlich nach Deutschland zugewandert. Im Zusammenhang mit der insbesondere in den Jahren 2014 und 2015 hohen Zuwanderung ist die muslimische Bevölkerungsgruppe in Deutschland größer geworden. Seit der Zensuserhebung im Mai 2011 bis Ende des Jahres 2015 sind rund 1,2 Millionen muslimische Menschen nach Deutschland gekommen.
  • Das muslimische Leben in Deutschland ist vielfältiger geworden. 2011 stammten 67,5 % der Muslime aus der Türkei, ihr Anteil ist auf 50,6 % gesunken, entsprechend stammt mittlerweile fast jeder zweite Muslim aus einem anderen Land. Muslime aus dem Nahen Osten haben sich mit einem Anteil von 17,1 % zur zweitgrößten Herkunftsgruppe entwickelt. Muslimische Neuzugewanderte sind vor allem aus bislang in Deutschland wenig vertretenen Herkunftsregionen gekommen, so etwa dem Nahen Osten und Süd-/Südostasien.
  • Für die Folgejahre ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen, jedoch nicht mehr in der gleichen Größenordnung. Die Dynamik hat im laufenden Jahr im Vergleich zum Jahr 2015 deutlich abgenommen.

Nach einer früheren Hochrechnung des BAMF-Forschungszentrums umfasste die muslimische Bevölkerungsgruppe am 30. Juni 2008 zwischen 3,8 und 4,5 Millionen Personen. Die rechnerische Differenz beider Hochrechnungen beträgt damit rund 500.000 Personen. Aufgrund der starken Zuwanderung von Geflüchteten aus muslimisch geprägten Herkunftsländern war intuitiv ein stärkerer Zuwachs zu erwarten. Ursache für die moderate Abweichung ist, dass die Gesamtbevölkerung in Deutschland vor der Zensuserhebung von 2011 überschätzt wurde. Insbesondere die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen wurde im Mai 2011 deutlich nach unten korrigiert. Die 2008 ermittelte Zahl der Muslime erfolgte somit auf Basis überhöhter Zahlen. Ein Vergleich beider Hochrechnungen ist daher nicht möglich.

DIK-Redaktion, 14.12.2016

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