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Imame und Theologie

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"Imame und Theologie" ist das Thema dieses Diskussionsforums. Schreiben Sie Ihre Sicht der Dinge und diskutieren Sie mit!

  • Was sollte die Betreuung einer Moscheegemeinde in Deutschland durch einen Imam alles umfassen?
  • Sollten Angebote für die Imamausbildung in Deutschland an öffentlichen (Hoch-) Schulen eingerichtet oder privat von islamischen Gemeinschaften organisiert werden?
  • Wie wichtig finden Sie interreligiösen Dialog in Deutschland? Wie könnte dieser gestaltet werden?


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25.11.2009 Ygroeg

@Noora, 22.10.2009 | 13:48
Ja, das sind gute zwei Fragen
Die Imame sind ja hauptsaechlich nur Vorbeter und Predigten sind optional also nebensaechlich und nicht zwingend vorgeschrieben.
Eine Betreuung moslemischer Gemeinden in Deutschland kann hieraus nicht unbedingt abgeleitet werden.
In der Praxis wird diese Gewichtung wg. der Predigtinhalte wohl umgekehrt.
Es hat sich eben so etabliert.
Die Imame erhalten ja eine kurze Grundausbildung bevor sie vom Tuerkischen Staat auf Deutschland-Mission entsandt werden.
Jedoch fuerchte ich, dass die Mehrheit dieser Imame fuer die Missionsaufgaben intellektuell ueberfordert ist.
Das Aufzeigen von „theologische Wege aus der Krise“ gehoert genau dazu. Das wird wohl mehr Aufgabe des Religionsrechts (Muftis) sein, hier den Weg zur AUFKLAERUNG zu beschreiten,
Eine kuenftige Ausbildung an deutschen Institutionen ist natuerlich optimal und wuerde die „Islam-Hoheit“ von der Tuerkei nacht Deutschland verlagern und die permanent ungefragten Einmischungen der Tuerkei in die „inneren Angelegenheiten“ Deutschlands waeren schnell beendet. Hier greift internationales Recht. !!

04.11.2009 abla

Tjaah,.....es handelt sich um muslimische Geistliche,die müssen erst einmal Muslime überzeugen!
Welche Wünsche Nichtmuslime haben,spielt erst einmal keine Rolle.Man kann sie äußern,aber niemand ist gehalten ,sich auch tatsächlich daran zu orientieren.Ich für meinen Teil wäre schon froh,wenn man das Wirken muslimischer Geistlicher und Prediger gewerbescheinpflichtig machen würde und die Erteilung des Gewerbescheins vom Beleg einer halbwegs akzeptablen Deutschsprachigkeit und einer ordentlichen theologischen Ausbildung abhängig machte.

04.11.2009 Z.A.

Es ist äußertst erfreulich, daß sich in diesem Forum Christen, Nichtgläubige und selbsternannte Muslime, die am besten den Koran komplett neu schreiben würden sich darin einig sind, die Muslime zu erziehen. Das das aber überhaupt nichts mit westlich demoktratischen Werten gemein hat, oder hierbei die Muslime regelrecht entmündigt werden scheint niemanden zu interessieren. Einer Gesellschaft, welche über Jahrhunderte den Islam als Feind und Barbarei angesehen hat, im Rahmen der Kolonialisierung ausgebeutet hat und erst auf 3 Jahrzehnte erfolglose Erfahrung mit Muslimen im eigenen Land zurückblicken kann, die Aufgabe zuzusprechen, Imame auszubilden ist geradezu sarkastisch, wenn die ganzen Aussagen zuvor nicht als Scherz gedacht waren. Man stelle sich den Imam vor, der (ganz laisistisch) nach dem Abendgebet mit seinen deutschen Kumpels ein Bier stemmt. Zu weit hergeholt? Glaube ich nicht, denn jeder andere Imam wird immer mit dem Vorwurf leben müssen, daß er nicht zur Integration beiträgt.

25.10.2009 Nunu

Ich frage mich auch, ob alle hier im Forum den Koran auf Deutsch zur Information gelesen haben. Erst dann könnten sie hier mit diskutieren. Der Imam ist ja nicht für die Interpretation des Korans zuständig, sondern er muss einzig in der Lage sein, den Koran auf arabisch klangvoll vor der Gemeinde zu rezitieren und natürlich auch die rituellen Handlungen praktizieren zu können. Eine seelsorgerische Tätigkeit wie bei uns Christen ist ja nicht üblich! Unsere Vorstellung, wie und was ein Imam predigen könnte und das noch auf Deutsch, wäre in deren Augen reine Blasphemie! Ich halte eine Imamausbildung in Deutschland für undenkbar, dafür gibt es genügend Koranschulen, die das Arabische perfekt lehren und den Kindern sowie den Studenten die richtige Zitierweise beibringen.

24.10.2009 ein mensch

ich finde es sehr wichtig, daß in Deutschland ausgebildet wird und es muß in deutsch gelehrt werden. was haben sie zuverbergen? meiner ansicht nach, muß ein gemeinsamer Ethikunterricht, verpflichtend an die schulen, daß ist viel wichtiger, als religionsunterricht. ob katholisch, evangelisch, jüdisch oder islamistisch, hinduisttisch und so weiter. wir sind alle menschen und daß muß uns einen. wir haben alle kinder, wir haben alle nur ein leben. was der mensch den menschen, liebe deinen nächsten wie dich selbst..........

23.10.2009 M.H.

Die Imame sollten in Deutschland ausgebildet werden und ihr Gehalt nur von den Muslimischen Gemeinden erhalten dürfen. Auch sollte der Einfluss der DITIB auf ein Minimum beschenkt werden.

Die DITIB untersteht der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten der Türkei in Ankara und damit indirekt dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan.

Das ist meiner Meinung nach sicher alles andere als Integrationsfördernd!

22.10.2009 Noora

Es ist eine schwierige Herausforderung, das Predigen des Islams zu einem positiven Beitrag für unsere Gesellschaft zu machen. Aber nicht unmöglich.

Frage 1: "Was sollte die Betreuung einer Moscheegemeinde in Deutschland durch einen Imam alles umfassen?"

Als geistiges Oberhaupt einer muslimischen Gemeinschaft in Deutschland sollte der Imam mit dem Ziel der Integration vor Augen die Muslime an eine kritische Auseinandersetzung mit ihren Quellen und ihrer Geschichte heranführen:
- Wie gehen wir in der säkularen, liberalen und pluralistischen Gesellschaft, zu der wir uns bekennen, mit dem um, was uns Koran, Hadithe und die Biographie Mohammeds über Leben und Wirken des Religionsgründers und seiner Gefährten sagen (Kriegsethik, Polygamie, rechtliche Diskriminierung von Frauen und Nichtmuslimen, Umgang mit Apostaten)?
- Wie kommen wir aus der Falle heraus, dass wir nach unserer Religion dazu verpflichtet sind, Mohammed für unser eigenes Leben zum Vorbild zu nehmen, das aber als deutsche Staatsbürger überhaupt nicht wollen? Der Imam muss theologische Wege aus dieser Krise aufzeigen können.
- Wie können wir unseren andersgläubigen und atheistischen Mitbürgern gegenüber glaubhaft versichern, dass wir uns von Dominanzansprüchen und islamischem Kulturimperialismus aufs Schärfste distanzieren und in unseren eigenen Reihen entschieden gegen derartige Tendenzen ankämpfen?

Frage 2: "Sollten Angebote für die Imamausbildung in Deutschland an öffentlichen (Hoch-) Schulen eingerichtet oder privat von islamischen Gemeinschaften organisiert werden?"

Ausschließlich an öffentlichen Hochschulen. Die Ausbildung sollte unter der Schirmherrschaft muslimischer Intellektueller wie Bassam Tibi oder Necla Kelek stehen, die als Staatsbürger glaubwürdig sind. Eine Bereicherung wären sicherlich auch Gastprofessuren für internationale, verdiente Persönlichkeiten des Islams wie Nasr Hamid Abu Zaid oder Irshad Manji.

22.10.2009 MM

So langsam frage ich mich, ob hier überhaupt mal jemand den Koran gelesen hat.

22.10.2009 Ein praktizierender Muslim

Ich stimme der Dame voll und ganz zu !
Als aller erstes müssen z.B die türkischen und Alibi-Deutsch-fahnen aus den Moscheen raus! Nachdem die Imame hier in Deutschland von Muslimen an Unis ausgebildet werden, sollten diese auch in den jeweiligen Schulen als Islam-Lehrer eingestellt werden. Die Tages- und Freitagspredigten müssen auf Deutsch sein, da die ältere Generation, die des Deutschen nicht mächtig ist, langsam "fortgehen".
Sobald man den Islam auf Deutsch hat, werden sich viele Konflikte in Luft auflösen und dies nicht durch Bomben!

Gott beschütze Deutschland!

21.10.2009 Elisabeth Mariam Müller

Der Imam sollte in aller erster Linie deutsch sprechen können und auch einen Dialog führen können.
Das ist dann schon die halbe Miete. Man kann dann diesen Imam, der bei der DITIB, aus der Türkei importiert ist, vielmehr die deutsche Gesellschaft erklären und die Gegebenheiten in unserer Gesellschaft.
Er sollte weltoffen sein, und nicht mit verkrusteten Ideen in der Moscheegemeinde, Verhaltensmassregeln durchdrücken, die überwunden schienen.
Imame sollte hier in Deutschland ausgebildet werden, dazu gehört, Pädagogik, Theologie und sollte nicht von den Verbänden organisiert werden.
Gerade in der türkischen Gesellschaft brauchen wir Menschen, die diese Paralellgemeinschaften in die deutsche Gemeinschaft führen und nicht Menschen, die sich abschotten und in einer Moschee verbieten, deutsch zu sprechen.