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Islam und Schule

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09.01.2009 Krause

Sehr geehrter Herr Prof. Graf,

herzlichen Dank, dass Sie an dieser Diskussion teilnehmen. Eine Frage zum Inhalt des künftigen Islamunterrichts: Ein nicht unmaߟgeblicher Teil des Korans beschreibt das Verhältnis zwischen Muslimen und den Buchreligionen. Danach werden Juden und Christen als sog. Dhimmis toleriert, haben jedoch mindere Rechte und sind verpflichtet eine Sondersteuer zu zahlen. Diese verfassungswidrige Position ist nach herrschender Lesart für Muslime bindend, da der Koran ja das unveränderbare Wort Allahs ist. Ist Ihnen bekannt wie dieser Widerspruch im islamischen Bekenntnisunterricht behandelt werden soll? Gibt es bereits Erfahrungen aus den Ländern, ich glaube in BW gab es damit schon Probleme. Danke

08.01.2009 Migrant

Als erstes möchte ich erwähnen, dass die Teilnahme eines Mitglieds der Deutschen Islam Konferenz an dieser öffentlichen Debatte ein Zeichen dafür ist, dass die Meinung der Bevölkerung vielleicht doch interessiert. Es würde mich freuen, wenn Sie, Prof. Dr. Graf und weitere Mitglieder der DIK sich hier weiterhin beteiligen würden.

Herr Prof. Dr. Graf, Sie schreiben selbst, dass die Zahlen der musl. Schüler keine korrekten Werte sind, da diese nur aus der Staatsangehörigkeit der Eltern berechnet werden. Dazu möchte ich sagen, dass im Artikel vom 7. Januar 2009 vom „Humanistischen Presse Dienst“ aktuelle Zahlen für die Konfessionen der deutschen Bevölkerung bekanntgegeben wurden:

„ […] Unter Hochrechnung der mittelfristigen Veränderungen ergibt sich für Ende 2008 die Verteilung: 30 % Katholisch, 29,9 Evangelisch, 4 % Muslimisch, 2 % Kleinere Religionsgemeinschaften und 34,1 % Konfessionsfreie.“

Und weiter heißt es:

„Die Angaben zu den Muslimen gelten als zu hoch, da sich nach empirischen Untersuchungen nur 20 % bis maximal 50 % der rund 3,2 Migranten - die als Muslime eingestuft werden, da sie aus einem „überwiegend muslimischen Land" stammen -, als religiöse Muslime zu bezeichnen sind. In dieser Hinsicht würde sich die Zahl der Muslime auf mindestens 2% reduzieren […]“

Wenn man das berücksichtigt, schrumpft die Zahl der möglichen Teilnehmer am musl. Religionsunterricht doch erheblich..

Die Frage, ob man nicht eher unnötige Probleme und Kosten mit der Einführung des musl. Religionsunterrichts schafft, sollte untersucht werden. Man kann diesen Aufwand schließlich nicht für jede Minderheit veranstalten, daher ist es auch kein Verstoß gegen das Grundgesetz.

Außerdem bin ich der Meinung, dass religiöse Erziehung überhaupt nicht in die Schule gehört, sondern Aufgabe der Eltern ist.

07.01.2009 Prof. Dr. Peter Graf

Ja, es ist so: Religiös-ethische Erziehung für Muslime in öffentlichen Schulen hat nichts mit dem Vorschlag zu tun, Türkisch zu unterrichten oder einem Minderheiten-Wunsch nachzukommen. Dieses Fach ist das einzige, das im Grundgesetz 7.3 den Familien angeboten wird, die dieses wünschen, übrigens keineswegs nur Schülerinnen und Schülern aus christlichen Familien. Es geht schlicht und einfach darum, im Verhältnis zu Muslimen das deutsche Grundgesetz zu erfüllen. Dass die erzieherischen Aufgaben der öffentlichen Schule nicht nur mit Lesen- und Schreibenlernen zu tun haben, liegt auf der Hand.
Die Zahlen, die uns vorliegen, werden aus der Staatsangehörigkeit der Eltern errechnet, nicht wie bei den christlichen Konfessionen erhoben, sind insofern abgeleitete Werte. Doch bei dieser Größenordnung muslimischer Kinder liegt es nicht an der genauen Zahl, den in der Tat hohen Anspruch unserer Verfassung im Blick auf eine gleichrangige Erziehung aller Kinder in deutschen Schulen zu erfüllen.
P. Graf

07.01.2009 Pat

@Dhimmi Dhimmistan:

Unter welchen Umständen wurde diese Vorgabe in Hamburg vergeben? Hatte es einen pädagogischen Zweck?

Türkischunterricht als Wahlfach z.B. auf Gymnasien ist ansonsten keine schlechte Idee, hat aber mit dem Islam nicht die Bohne zu tun.

Islam ist, wenn überhaupt, dann auf Deutsch in Schulen zu lehren, und möglichst auch in Moscheen auf Deutsch vorzutragen, zumindest für Jugendliche. Ich stehe auf Multikulti, aber die Deutsche Sprache ist meine wichtigste Bedingung daran, auch in religiösen Dingen.

07.01.2009 kungota

P. Graf schrieb:
Zitat
Bitte, bedenken Sie, alle diese Schüler kommen nicht von draußen. Sie sind ein bedeutender Teil unserer jungen Generation, sie werden die Zukunft dieses Lande mit gestalten und die deutsche Schule hat den Auftrag, allen Schülerinnen und Schülern eine vergleichbare Bildungschance zu gewähren. Dies schließt eine Beachtung der religiösen oder weltanschaulichen Orientierung seiner Familie ein.
Ende Zitat
Ich würde gern mal wissen, wieviel nichtmuslimische Schüler es überhaupt gibt.
Und, Beachtung, ok, aber nicht soweit reichend, dass es einen Islamuntericht an deutschen Schulen gibt. Und dann noch wohlmöglich für alle Schüler und von Lehrpersonal mit Kopftuch.
Da kommen mir die deutschen Traditionen, die deutsche Kultur, Sprache, Dichtung, Musik, Kunst, Wissenschaften viel zu kurz  und ich mag da keinerlei Vermengung mit islamischen Vorstellungen.
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Der Islam hat nichts aber auch gar nicht an deutschen Schulen zu suchen. Der Islam ist eine importierte Religion und Kultur und nichts was historisch auf deutschen Boden gewachsen wäre.
wo sie nicht länger den kulturellen Besonderheiten der Mitbürger mit islamischen Migrationshintergrund ausgesetzt sind.
Die Abstimmung findet mit den Füßen statt und statt andauernd sich den Wünschen einer Minderheit nachzukommen, sollte man lieber die Mehrheitsgesellschaft im Blick behalten und die ist nun einmal deutsch!
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Dem kann ich mich nur anschliessen.

Da verlieren Sie vielleicht doch schnell den Blick für Herr Graf, oder ?

07.01.2009 hellhoerig

@prof.dr.peter graf
1.)"800.000 schueler muslimischen glaubens gehen in unsere oeffentlichen schulen..."
ich moechte von ihrem wissen profitieren:bitte sagen sie mir,welche quellen diese gesicherte information bietet.und sagen sie mir bei dieser gelegenheit auch bitte:wieviel katholiken,wieviel evangelen,wieviel buddhisten,wieviel hindus besuchen unsere schulen,incl.alller privat-,berufs-.etc schulen.
2.)"so kommt der islam in unsere schulen":das reicht denn ja auch,wenn er schon da ist....
3.)"diesen schuelern ist lt. dtsch. verfassung die gleiche religioese und ethische beachtung,ja erziehung anzubieten..."
a)wo kann ich bitte im grungesetz nachlesen,dass,wenn 800.000 schueler islamischen glaubens bei uns zur schule gehen........".beachtung".... "erziehung"...anzubieten ist(und was meinen sie konkret damit?)
b)"die gleiche wie kindern aus christlicher erziehung".....ja eben,sie sagen es :die gleiche.........also nicht die islamisch gepraegte.....wir stimmen ueberein?
4.)"maedchen benoetigten keine gleichrangige foerderung,muessten nicht zum abitur gefuehrt werden...."
dieser von ihnen geschilderte erlebnisbericht hat m. e, garnichts mit unserer fragestellung zu tun.unabhaengig von jeglichen religionszugehoerigkeiten sind wir uns doch einig:gleiche ausbildungschancen-auch unabhaengig vom geschlecht-fuer alle.
5.)"dies schliesst eine beachtung der religioesen oder weltanschaulichen orientierung seiner familie ein".
hier kommt noch einmal der von ihnen benutzte-aber schwammige -bergriff "beachtung":wenn sie damit meinen "toleranz"-aber mehr eben auch nicht-dann haben wir gemeinsam doch garkeine probleme.............
es geht doch einfach darum,das wir unsere schulen unmoeglich mit ruecksicht auf den islamischen glauben ausrichten koennen,nur weil viele kinder von eltern auf unsere schulen gehen,deren eltern sie islamisch erzogen haben.
wieviel kinder von eltern besuchen unsere schulen,die vegatarier sind? das ist auch eine weltanschaung,oder?welche "beachtung" schenken unsere schule ihnen?

06.01.2009 Dhimmi Dhimmistan

In den letzten Wochen haben mehrere Politiker gefordert, dass man an deutschen Schulen künftig flächendeckend die türkische Sprache erlernen solle. Das diene der Integration. Wie wichtig die türkische Sprache inzwischen in Deutschland ist, das haben Besucher einer DGB-Veranstaltung nun in Hamburg erfahren müssen: Eine der Vorgaben lautete, das nur Türkisch gesprochen werden dufte. Die Sprecherin für Integration der Hamburger CDU-Fraktion, Bettina Machaczek, verfasste deshalb einen Beschwerdebrief an den Hamburger DGB-Vorsitzenden Erhard Pumm.   Der Hamburger DGB-Veranstalter Hüseyin Yilmaz allerdings verteidigt das Vorgehen (Quelle: Hamburger Abendblatt 17. Dezember 2008).

06.01.2009 hellhoerig

an unseren schulen hat der islamunterricht nichts zu suchen,gar nichts.
wer ist ueberhaupt auf die schnapsidee gekommen,islamunterricht vorzuschlagen?
deutschland ist ein christlich gepraegtes land,wir haben unsere vorstellungen von ethik,moral,wir haben einen luther gehabt,das zeitalter der aufklaerung und und und.........darueber sollten unsere schulen(mehr)erzaehlen!
es ist auch ueberhaupt nicht akzeptabel,im unterricht ruecksicht auf den islamischen glauben zu nehmen(was ist denn mit der ruecksichtnahme auf andere glaubensgemeinschaften?).
warum lassen wir uns eigentlich so unter druck setzen?
akzeptabel es ein unterrichtsfach ethik:dort kann ueber die grossen glaubensgemeinschaften erzaehlt werden.
islamunterricht ist privatsache!

05.01.2009 Prof. Dr. Peter Graf (Mitglied der 'Deutschen Islam Konferenz')

Die Stellungnahme von Frau Hansen sollte von deutscher und pädagogischer Seite nicht unbeantwortet bleiben. Die Frage nach dem Islam in unseren Schulen hat weniger mit den Füßen oder der Vorliebe für eine Religion zu tun, sondern ausschließlich mit den Kindern, die in unsere Schulen aufgenommen werden, für die schulische Erziehung täglich stattfindet. Unsere öffentlichen Schulen besuchen über 800 000 Schüler muslimischen Glaubens. So kommt der Islam in die Schulen. Diesen Schülern ist laut dt. Verfassung die gleiche religiöse und ethische Beachtung, ja Erziehung anzubieten wie Kindern aus christlichen Familien oder den Familien, die den Ethik-Unterricht bevorzugen.
Als ich das Gymnasium besuchte, hatten wir an unserer Schule nur wenige Mädchen, eines in meiner Klasse. Sie war die Klassenbeste. Gleichwohl haben damals ähnlich wie Sie heute bezogen auf Muslime viele gemeint, Mädchen benötigten keine gleichrangige Förderung, müssten nicht zum Abi geführt werden, an den Hochschulen gab es ja - einer altenTradition folgend - auch kaum studierende junge Frauen.

Bitte, bedenken Sie, alle diese Schüler kommen nicht von draußen. Sie sind ein bedeutender Teil unserer jungen Generation, sie werden die Zukunft dieses Lande mit gestalten und die deutsche Schule hat den Auftrag, allen Schülerinnen und Schülern eine vergleichbare Bildungschance zu gewähren. Dies schließt eine Beachtung der religiösen oder weltanschaulichen Orientierung seiner Familie ein.
P. Graf

03.01.2009 Annika Hansen

Der Islam hat nichts aber auch gar nicht an deutschen Schulen zu suchen. Der Islam ist eine importierte Religion und Kultur und nichts was historisch auf deutschen Boden gewachsen wäre.
Wie begeistert die Deutschen von ihren Mitbürgern sind, kann man sehr gut in Berlin und anderen Großstädten beobachten. Sobald die Kinder von deutschen Eltern das schulpflichtige Alter erreichen ziehen sie in einen anderen Stadtteil, wo sie nicht länger den kulturellen Besonderheiten der Mitbürger mit islamischen Migrationshintergrund ausgesetzt sind.
Die Abstimmung findet mit den Füßen statt und statt andauernd sich den Wünschen einer Minderheit nachzukommen, sollte man lieber die Mehrheitsgesellschaft im Blick behalten und die ist nun einmal deutsch!