DIK - Deutsche Islam Konferenz - Kopftuch und Gender

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Kopftuch und Gender

Herzlich Willkommen im Diskussionsforum!

Hier befasst sich die Internetseite der Deutschen Islam Konferenz mit den Thema "Kopftuch und Gender". Schreiben auch Sie Ihre Sicht der Dinge und diskutieren Sie mit!

  • Weshalb wird das muslimische Kopftuch in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert?
  • Wie sichtbar sollten Ihrer Meinung nach religiöse Symbole in der Schule sein dürfen? Fällt für Sie auch das muslimische Kopftuch darunter?
  • Wirkt sich das Kopftuch auf die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt aus?
  • Welchen Stellenwert hat die Gleichberechtigung der Geschlechter in Deutschland? Welchen Stellenwert hat sie Ihrer Meinung nach im Islam?

Bitte beachten Sie, dass nur Beiträge mit klarem Bezug zum Thema berücksichtigt werden können!

Sie können uns Ihre Beiträge rund um die Uhr schicken. Diese veröffentlichen wir Montag bis Freitag.

20.04.2009 maria magdalena

Zeynep, 18.04.2009 | 23:21

Hallo Zeynep,

"..schliesslich leben wir schon seit Generationen in dieser Gesellschaft und werden immer gemieden."

Tja, meine Familie hat die Erfahrung andersrum gemacht: Sämtliche Einladungen, die meine Kinder während der Grundschulzeit an MitschülerInnen mit türkischem Hintergrund aussprachen, deren Mütter, soweit ich mich erinnere, Kopftuch trugen, gingen ins Leere. Die Segregation hat seit dieser Zeit noch weiter zugenommen, und ich ziehe es mir nicht an, dass dies von der Mehrheitsgesellschaft ausgeht.

Der Hinweis auf die Hexenverbrennung zieht ebensowenig wie die Hinweise, dass es in Deutschland in den 50-, 60er Jahren im Hinblick auf Frauenrecht auch nicht gerade rosig zuging. Wir leben nun mal im 21. Jahrhundert und sollten aus der Geschichte gelernt haben. So haben hierzulande die meisten aus der Historie der ersten Hälfte des 20. Jh gelernt, wohin die Behauptung, die Medien seien zionistisch gesteuert, führen kann. Ich bin einigermaßen erstaunt, dass jemand derartige Äußerungen in diesem Forum anbringt.

Leider geht keine der Verfechterinnen des Kopftuchs darauf ein, welches Männerbild von ihnen vermittelt wird. Mein Mann, meine Söhne und auch meine aus muslimischer Familie geflohene Schwiegertochter empfinden das Kopftuch als Beleidigung aller der Männer, die Frauen als gleichberechtigte Partnerinnen sehen und nicht als Sexualobjekte.

18.04.2009 Zeynep

Als jemand der in dieser Gesellschaft lebt fühle ich es diskriminierend, wenn ständig gegen das Kopftuch gehetzt wird, nur weil die hiesige Medienlandschaft das so darstellen möchte als ob muslimische Frauen unterdrückt wären und nichts selber entscheiden dürften. Es wäre positiver wenn man offener mit diesem Thema umgehen würde, schliesslich leben wir schon seit Generationen in dieser Gesellschaft und werden immer gemieden. Da ist es auch schwer für die eine oder andere selber den ersten Schritt zu machen. Darum wäre es positiver für alle wenn man das Kopftuch nicht als etwas negatives sondern etwas Alltägliches darstellen würde was es ja schliesslich auch ist.

Hierzu möchte ich sagen dass der Islam der Frau schon über 1400 Jahren das Recht zu entscheiden, zu wählen, zur Freiheit und zum Leben geschenkt hat. Und das damals zu einer Zeit wo die Frauen im Westen als Hexe verbrannt, oder gedemütigt, beherrscht und gepeinigt wurden. Dass dies immer falsch dargestellt wird ist aus reiner Islamunkenntniss, oder Absicht der Zionistisch gesteuerten Medien. Man darf die Rechte die der Islam der Frau gibt nicht mit den Traditionen einiger islamischen Länder durcheinander bringen. Vieles was heute passiert, ist wegen Unkenntniss der Religion und mit Traditionen verbunden. Wer wirklich und ehrlich dahinter kommen möchte warum moderne, selbstbewusste, muslimische Frauen immer mehr sich zum Kopftuch hingezogen fühlen dann würde ich sagen kenne ich nur das eine Buch dass es wirklich richtig beschreibt: Hierzu kann ich das Buch empfehlen : Faszination Frau im Islam von Fatima Özoguz und Mihriban Özoguz unter http://www.mhaditec.de/verlag/buecher/b0016-fanszination_frau_im_islam.htm

18.04.2009 Muna

Teil 2 von 2
Das GG ist deshalb den Muslimen voraus, da es nicht tolerieren möchte, dass jemand in seiner Menschenwürde verletzt wird. Manchen Muslimen vor allem Männern ist diese Gewichtung nicht bewusst: Welche Eltern ihrer Tochter das Kopftuch aufzwingen, zur Heirat verdonnern oder sie nicht gleichwertig mit ihren Söhnen behandeln, verletzten nicht nur die Grundsetze und Werte des Westens, nein sie verletzen damit auch die der Islamischen Lehre und schaden dem Islam.
Das heißt die Islamische Lehre verlangt aufzuklären, die Entscheidung aber jedem Einzelnen selbst zu überlassen. Der Islam schreibt mir nicht vor gegen die demokratischen Werte zu sein, in ein christliches Land zu gehen und zu versuchen die Werte dort zu kippen. NEIN, deshalb erachte ich es auch als nicht angemessen mein Kopftuch als politisches Symbol zu werten! Der Islam verlangt jeden in seiner Art zu respektieren.
Das sehen leider nicht viele in unserer Gesellschaft. Ich werde gefragt, ob ich das Kopftuch freiwillig trage, da viele Muslima dazu gezwungen werden.
Das ist nicht die Schuld der demokratischen Werte und für sie allein nicht zu bewältigen, es ist das Verschulden der nicht den Islam richtig praktizieren Muslime. Ist es gerechtfertigt, alle Muslime bzw. den Islam anzugreifen, wenn einige „Muslime“ es falsch auslegen?
Das Problem gewinnt immer wieder an Aufmerksamkeit, da die Muslime, die zu Unrecht beurteilt werden, für die das Kopftuch ein religiöses Symbol ist und KEIN politisches, die das nicht in Ordnung finden wie es im Iran, Irak oder sonst woanders zugeht, sich zur Wort melden und es ist ihr islamisches und ihr durch das GG gegebenes Recht ist, das klar zustellen.
Leider wird in jedem Dialog mehr die „Gefahr“ und „Wertelosigkeit“ des Islams, die Unterdrückungen durch Muslime, die Betonung liegt auf den Muslimen nicht dem Islam hervorgehoben wird wie in den Ausführungen der angeblichen Islamexperten, die eine belehrende Funktion einnehmen.
Dabei sind die wichtigsten Werte des Islams die des Grundgesetzes.

18.04.2009 Muna

Teil 1 von 2

Hallo,

als kopftuchtragende Muslima möchte ich Ihnen auch mal gerne die Dinge aus der Sicht einer volljährigen, aus freien Stücken zum Kopftuch stehenden und gebildeten oder wie es hier in Europa von Bedeutung ist „emanzipierten“ Frau beleuchten.
„Emanzipiert“ deshalb in Anführungszeichen, da mir dieser Ausdruck missfällt, denn es setzt voraus, dass ich befreit werden muss aus einer Position ähnlich oder gleich einer Sklavin.
Es wird oft einseitig von Akzeptanz, Toleranz und Verständnis gesprochen wie in den obigen Beiträgen ersichtlich ist, aber wer ist mal losgezogen und hat eine Muslima aus erster Hand gefragt wie sie zu all dem steht, eine die Expertin in eigener Sache ist?
Nach Dialog wird von deutscher oder christlicher Seite gefordert, aber welcher Muslim möchte einen solchen Dialog führen, in dem er stets belehrt wird?
Ich möchte nicht diese belehrende Funktion einnehmen, aber mir das Recht nehmen Ihnen folgendes zu schildern:
Gewiss und das wird für Sie jetzt überraschend in manchen Dingen ist das Grundgesetz vielen Muslimen in ihrer Denkweise voraus. Aber es ist auch das Grundgesetz, welches gewährleisten möchte, dass jedes Individuum in der Lage ist einen eigenen Moral- und Gerechtigkeitssinn zu entfalten und die demokratische Art und Weise der Problemlösung zu verinnerlichen. Hier stellt sich die Frage: Muss der Muslim dafür das aufgeben, was für ihn zur Persönlichkeit gehört, für mich nämlich mein Kopftuch?! Vielleicht mögen es einige Nichtmuslime als Beleidung empfinden, ist aber nichts neues, selbst in der Demokratie stellen sich die Fragen: Wo fängt und endet die Freiheit des Einzelnen, wann schränkt er andere ein? Wo ist die Grenze der Würde des Menschen, hier die des Muslims?

18.04.2009 Nunu

Dr. Necla Kelek sagt, dass das Kopftuch die Mädchen bereits vor der Pubertät zu Sexualwesen mache.
Einerseits mag es ja sehr schick sein, wenn "Islam-Bitch" Mädchen mit ihrer Art von Verschleierung in unserem Land die Männer provozieren wollen, andererseits die sich unterwerfenden und kopftuchtragenden Mädchen keine Flirts erlauben dürfen, weil sie sonst von ihrer Familie bestraft werden würden.
Dem ist hinzuzufügen, dass Integration erst dann gelingen kann, wenn moslemische Mädchen oder Frauen nichtmoslemische Jungen oder Männer heiraten dürfen, ohne dass diese zum Islam konvertieren müssen.

18.04.2009 S

@ Atheist:

1. Zitat: "Im Falle von islamischer Verhüllung darf aber kein Angehöriger des Islam erwarten, und schon gar nicht verlangen, daß verhüllte Frauen in einer freien, unverhüllten Gesellschaft, besonders beliebt sind, wenn von der Verhüllung eine Ablehnung, ja Feindschaft, gegenüber der nichtislamischen Gesellschaft ausgeht bzw. es so empfunden wird."

Niemand verlangt, dass "verhüllte Frauen" wie du sie nennst, in der Gesellschaft besonders beliebt sein sollen/müssen.

2.  Zitat:"An der Mehrheit der bisherigen Beiträge erkennen Sie bereits sehr gut die Ablehnende Haltung gegenüber Frauenverhüllung".

Diese wenigen 10, 20 Meinungen widerspiegeln nicht die Meinungen der ganzen Gesellschaft.

17.04.2009 Volker Schenk

Wie in dem Interview von Frau Dr. Kelek ausgeführt, ist das tragen des Kopftuches eher eine kulturelle als eine religiöse Frage. Und oft vergessen wir unsere eigenen (mitteleuropäischen) kulturellen Entwicklungen hinsichtlich der Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung der Frauen. Ich erinnere nur daran, es ist noch nicht lange her, dass Frauen in Deutschland ein Konto ohne Erlaubnis ihrer Ehemänner eröffnen dürfen. Wie selbstverständlich akzeptieren wir die katholische Nonnentracht, die evangelische Schwesterntracht und bewundern historische Frauentrachten. Noch meine Mutter hat in der Kirche ( und im Café ) ihren Hut aufbehalten. Und wenn heute (noch) auf dem Lande eine Witwe nicht mindestens ein Jahr in Schwarz herum läuft ...
Die sicherste Methode, die Diskriminierung / Ungleichbehandlung von Frauen, Vorurteile und Bevormundungen zu beenden ist die umfassende Bildung / Ausbildung von Kindern, Mädchen und Frauen. Insbesondere die Information über unsere deutsche / mitteleuropäische Kultur und deren Geschichte sowie eine bedingungslose Stärkung des Selbstbewußtseins unserer Kinder, egal ob Jungen oder Mädchen, mit oder ohne Migrationshintergrund sowie Bildung, Bildung, Bildung sind die Grundvoraussetzungen für eine Emanzipation, auch unserer muslimischen Mitbewohnerinnen, Mädchen wie Frauen. Und wenn dann eine Frau, ein Mädchen meint, sie müsse ein Kopftuch tragen, oder Piercings oder zerrissene Strumpfhosen oder grüne Haare ... was soll´s.
Entscheidend ist der Respekt, vor den Mitmenschen, Sitten und kulturelle Regeln.
Und wenn einer Lehrerin das Tragen eines Kopftuches untersagt ist, weil sie damit gegen das Gebot der Neutralität verstößt, dann ist das so. Genauso wie es ein absolutes No Go ist, in T-Shirt + kurzen Hosen + Badeschlappen in eine Kirche oder eine Moschee zu gehen ... auch im Ausland.
Eins sollte aber allen Migranten und Migrantinnen hier in Deutschland klar sein, wenn sie die deutsche Staatsbürgerschaft erlangen wollen; und auch wenn sie hier langfristig leben und arbeiten wollen, Grundvoraussetzung ist der Respekt vor und die Anpassung an die deutsche Kultur, auch in ihrer schnellen und ständig fließenden Entwicklung. Dazu gehört auch das erlernen der deutschen Sprache, gegebenenfalls in Verbindung mit der Alphabetisierung auch in ihrer Muttersprache. (Denn, wer in seiner Muttersprache nicht lesen und schreiben kann, kann auch keine Fremdsprache lernen) Denn nur so können sie unsere Kultur lernen und erleben. Was wir NICHT akzeptieren können und dürfen sind die Bildung von Parallelkulturen, deren äußeres Zeichen dann auch vielleicht das tragen eines Kopftuches ist.

17.04.2009 unbenannt

Gegen kopftuchtragende Frauen ist nichts zu sagen, sofern wie schon einige andere Diskussionteilnehmer angemerkt haben, sie das Kopftuch freiwillig tragen. Berufliche Nachteile müssen dann allerdings in Kauf genommen werden. Denn ich kann niemanden ernst nehmen, der sich nur mit verhüllten Haaren wohlfühlt oder der äußere Zeichen der Religiösität braucht, um sich als vollständige Person zu betrachten. Mit Sicherheit sind es Gewohnheiten, die in der Kindheit anerzogen wurden. Kopftücher sind Relikte der Vergangenheit, aber Erwachsene haben die Freiheit selber zu entscheiden, was sie tun.

Ich finde es allerdings sehr bedenklich und für unsere deutsche sowie europäische demokratische Gesellschaft schädlich, wenn es gestattet ist, kleine Mädchen an das Kopftuch zu gewöhnen oder junge Mädchen dazu zu zwingen.
Kopftücher haben in öffentlichen Institutionen, insbesondere Schulen nichts zu suchen. Das sollte generell verboten werden. Somit erübrigt sich die Frage, ob die Mädchen es freiwillig tragen. In Deutschland gibt es eine Schulpflicht, die von muslimischen Familien viel zu häufig für Mädchen ignoriert wird. Viele Fehlzeiten, kein Sportunterricht, keine Ausflüge, keine Landschulaufenthalte. Alles Ausnahmen! Obwohl es doch gesetzlich geregelt ist.
Dann braucht sich niemand wundern, warum Intergration häufig nicht klappt. Von Chancengleichheit für die Mädchen kann man dann aber nicht mehr sprechen.

17.04.2009 Migrant

Hallo erstmal.

Ich finde die Artikel und das Interview mit Frau Dr. Kelek zu diesem Thema sehr interessant. Vielleicht kommen noch weitere dazu.

@ Markus Brandt, 17.04.2009 10:23

„Es kann aber nicht sein, dass diese Kopftuchforderung durch die Bevölkerung von Deutschland und der EU hingenommen wird. Es ist ja sogar in weiten Teilen der Türkei verboten, Kopftücher in öffentlichen Gebäuden zu tragen und die Türkei ist ein muslimisches Land. Warum sollte es also in einem christlichen Land erlaubt sein.“

Das was Sie beschreiben hat einen einfachen Grund. Die Türkei ist in erster Linie kein muslimisches Land, genauso wenig wie Deutschland sich als christliches Land definieren lässt. Die Türkei ist ein laizistisches Land  in dem eine starke Trennung von Religion und Staat in der Verfassung festgeschrieben ist. Trotzdem ist es möglich, dass Erdogan früher oder später das Kopftuchverbot kippt.

Frankreich ist ebenfalls laizistisch, so dass dort auch Schülerinnen mit Kopftuch nicht in eine öffentliche Schule gehen können. Wenn diese darauf bestehen müssen sie in private Schulen gehen.

Doch Deutschland trennt Staat und Religion nicht hundertprozentig. Es ist „nur“ säkular, jedoch nicht laizistisch. Das Kopftuchverbot für Lehrerinnen in Deutschland hat daher auch nicht viel mit der Trennung von Staat und Religion zu tun, sondern folgt direkt aus dem Neutralitätsprinzip für Lehrer. Und ich sehe nicht ein, warum religiöse Verpflichtungen einen höheren Stellenwert haben sollten als dieses Gesetz.

So wie ich das sehe, habe ich persönlich kein Problem damit wenn eine Frau in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen will. Mit den Nachteilen muss sie dann aber leben, und sollte sich auch nicht beschweren oder gar unbegründeten Rassismus vorwerfen, wenn sie in bestimmten Berufen keinen Arbeitsplatz findet. So gibt es eine Menge Stellen, wo die Sicherheitsvorschriften eine strikte Kleiderordnung vorschreiben, etwa bei der Arbeit in der Nähe von Maschinen mit nach außen beweglichen Teilen.

Ein weiteres Problem mit dem Kopftuch ist, dass dadurch die religiöse oder gar politische Einstellung der Trägerin ganz deutlich in den Vordergrund tritt. Daher kann ich auch Unternehmen verstehen, die diese Frauen nicht einstellen möchten, damit eine gewisse Neutralität gewahrt wird, insbesondere bei der Zusammenarbeit mit Kunden, wo das Auswirkungen auf einen Vertragsabschluss haben kann. Das gilt doch genauso für Menschen, die auffällige Tätowierungen mit politischen Symbolen tragen.

Ganz anders sieht die Sache aus mit Burkas. Das tragen von Burkas in der Öffentlichkeit sollte keinesfalls toleriert werden. Der Zweck dieser Stoffkäfige, nämlich die Frau als minderwertiges Wesen auszuweisen, ist eindeutig. Diejenigen, die Ihre Frauen zwingen diese erniedrigenden Stoffkäfige zu tragen, sollten meiner Meinung nach mit Freiheitsstrafen bestraft werden.

17.04.2009 pkofen

Ich glaube, dass eine wörtliche Interpretation des Korans (oder der Bibel) nicht angebracht ist. Die Bücher sind so geschrieben, wie es die Menschen ihrer Zeit verstehen konnten. Oder wie dürfte man sich die Geschichte sonst vorstellen... Da sagte der Engel zum Propheten: "So nun kommen wir zum Kapitel Kernphysik." Der Prophet: "Zu was?" Der Engel: "Warte ich buchstabiere..." Vermutlich würden wir eine Formulierung finden wie "teile nicht das Unteilbare" (griech: Atom) . Liesst das jetzt jemand der keine Ahnung von Atomen hat, sagt der sich vielleicht: "Unteilbar? Was ist das Unteilbare? Ja, ich hab's. Eine Familie ist unteilbar. Gott meint, dass die Scheidung verboten ist...". Daher werden wir nie mit absoluter Gewissheit sagen können, was wirklich wörtlich in einem Text steht der in einer anderen Zeit geschrieben wurde. Man denke mal allein an die zwei möglichen Interpretationen des Satzes. "Na, der sieht ja geil aus!"