DIK - Deutsche Islam Konferenz - Kopftuch und Gender

Navigation und Service

Kopftuch und Gender

Herzlich Willkommen im Diskussionsforum!

Hier befasst sich die Internetseite der Deutschen Islam Konferenz mit den Thema "Kopftuch und Gender". Schreiben auch Sie Ihre Sicht der Dinge und diskutieren Sie mit!

  • Weshalb wird das muslimische Kopftuch in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert?
  • Wie sichtbar sollten Ihrer Meinung nach religiöse Symbole in der Schule sein dürfen? Fällt für Sie auch das muslimische Kopftuch darunter?
  • Wirkt sich das Kopftuch auf die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt aus?
  • Welchen Stellenwert hat die Gleichberechtigung der Geschlechter in Deutschland? Welchen Stellenwert hat sie Ihrer Meinung nach im Islam?

Bitte beachten Sie, dass nur Beiträge mit klarem Bezug zum Thema berücksichtigt werden können!

Sie können uns Ihre Beiträge rund um die Uhr schicken. Diese veröffentlichen wir Montag bis Freitag.

17.04.2009 Pascal

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen, mir ist es egal, ob Frauen sich verschleiern oder nicht, sofern sie es selbst entscheiden dürfen und zwar ohne für ihre Entscheidung Restriktionen befürchten zu müssen. Sicherlich soll diese Bekleidungsempfehlung dazu beitragen Übergriffe auf Frauen zu verhindern, aber da hilft ein Blick in die reale Gesellschaft um zu erkennen, dass dies so nicht mehr nötig ist. Gerade im Sommer sieht man allerorts Frauen jeden Alters die sich zweckmässig und bequem kleiden und dabei manchmal recht wenig verhüllen. Niemand würde ernsthaft sagen können, dass deshalb Deutschland für eine extrem hohe Zahl an Vergewaltigungen bekannt sei. Mit Grund dafür ist sicher, dass in unserer Gesellschaft die Frauen eine andere soziale Stellung geniessen als in eher traditionell geprägten Kulturen, die der Frau eine niedrigere Wertigkeit zumessen. Jemanden Gewalt anzutun und beherrschen zu wollen, ist nun mal auf Augenhöhe deutlich schwieriger als aus dem Blick von oben. Somit würde eine Gleichberechtigung sehr viel mehr Erfolg versprechen als ein Tuch. Ein Tuch hält niemanden wirklich zurück, Respekt vor dem Anderen schon. Die alte Rechtsauffassung hinter diesem Brauch finde ich allein schon bedenklich. Weil eine Frau sich nicht bedeckt, wird sie belästigt/vergewaltigt. Also nicht der Belästiger ist Schuld, sondern die Belästigte!? Sie wollte es ja so!? In alten Zeiten mit quasi rechtsfreien Räumen mag es zumindest hilfreich gewesen sein, nicht auch noch einen Anreiz zu schaffen, aber das Problem war auch damals nicht der Anreizschaffende sonder der, der dem Reiz nicht widerstehen konnte. Ein wenig entlarvend finde ich auch die Tatsache, dass sich aus dem Koran diese "Vorschrift" nicht wirklich ableiten lässt, wohl aber aus den Haditen, die meist nach dem Muster zustande kamen "ich kannte mal jemanden, dessen Schwager hörte vom Bruder des Postboten, der hörte vom Milchmann ..., dass der Prophet sagte, dass...". Jeder hat schon mal "stille Post" gespielt und weiß was dabei passiert. Ausserdem erinnert mich das irgendwie an die Situation, dass wenn meine Kinder versuchen eine Regel in Ihrem Sinne auszunutzen oder zu verändern, sie Stein und Bein schwören, dass "die Mama aber gesagt hat, dass...".

17.04.2009 Atheist

@ S., 16.04.2009 | 20:07

Das Problem ist, glaub ich, dass man nicht erkennen will, dass Muslime mit Kopftuch selbst bestimmen, wie sie sich anziehen sowie darauf bestehen, dass sie sich so anziehen. Sie machen das nämlich aus dem Glauben heraus.
Es kann vielleicht Fälle geben, wo Gewalt u. ä. angewendet wird, das bedeutet aber nicht, dass man wegen diesen Einzelfällen die ganze comunnity dafür 'bestrafen' muss.
Mittlerweile finde ich es schlimm, mich wegen meinem Kopftuch rechtfertigen zu müssen.
Ich finde, niemand hat das Recht mich wegen meinem Kopftuch anzupöbeln.
Es muss so langsam ein akzeptierendes Klima herrschen.
Toleranz finde ich, sollte so langsam etabliert werden.

S., 16.04.2009 | 20:07

Selbstverständlich darf in D jede religionsmündige Frau selber bestimmen, was sie auf dem Kopf trägt.

Im Falle von islamischer Verhüllung darf aber kein Angehöriger des Islam erwarten, und schon gar nicht verlangen, daß verhüllte Frauen in einer freien, unverhüllten Gesellschaft, besonders beliebt sind, wenn von der Verhüllung eine Ablehnung, ja Feindschaft, gegenüber der nichtislamischen Gesellschaft ausgeht bzw. es so empfunden wird.

An der Mehrheit der bisherigen Beiträge erkennen Sie bereits sehr gut die Ablehnende Haltung gegenüber Frauenverhüllung.

Ich pöbele zwar keine verhüllten Frauen an, aber ich lehne sie strikt ab, da sie mir mit ihrer Kleidung zum Ausdruck bringen, daß ich zum Wüstling werde, wenn Sie (und ihre verhüllten Glaubensschwestern) nicht verhüllt wären.
Somit sehe ich auch Kopftücher an islamischen Frauen als eine persönliche Beleidigung an.

17.04.2009 Markus Brandt

Das Thema Kopftuch beschäftigt mich nun seit mehreren Jahren und ich habe mich ausgiebig mit dem Kopftuchurteil des Bundesverfassungsgerichts befasst. Ich finde es langsam nur noch peinlich, dass immer wieder in der Öffentlichkeit von muslimischer Seite das Thema Kopftuch aufgegriffen wird. Das Kopftuch hat in einem christlichen Land (außer im privaten Bereich) nichts zu suchen und es wäre schön wenn unsere muslimischen Mitbürger langsam unsere Werte, unseren Glauben und unseren Lebensstil akzeptieren und anerkennen würden. Es muߟ ja keiner konvertieren, aber Akzeptanz kann doch verlangen. Wenn mir in einem fremden Land etwas nicht passt muߟ ich auch lernen damit umzugehen, es annehmen oder ich muß eben wieder gehen, wenn ich etwas mit meinem Gewissen oder Glauben nicht vereinbaren kann. Es kann aber nicht sein, dass diese Kopftuchforderung durch die Bevölkerung von Deutschland und der EU hingenommen wird. Es ist ja sogar in weiten Teilen der Türkei verboten, Kopftücher in Öffentlichen Gebäuden zu tragen und die Türkei ist ein muslimisches Land. Warum sollte es also in einem christlichen Land erlaubt sein.
Des Weiteren haben Kopftücher auch in Schulen nichts zu suchen und bevor die Schüler mit dem islamischen Glauben konfrontiert werden, sollten erst einmal die islamischen Schüler, in einem christlichen Land, mit dem Christentum konfrontiert werden um diesen Schülern klar zu machen, dass sie sich in einem Land befinden wo vieles anders ist. Nicht nur von Seiten der Christen muss Verständnis aufgebracht werden, nein auch anders herum. Und das sollte dann auch nicht immer als Disrkriminierung verstanden werden, sondern als Dialog zwischen den Kulturen. Ohne diesen Dialog wird eine gut funktionierende Integration wohl scheitern wenn diese noch nicht gescheitert ist. Wir müssen uns vorsehen und wir müssen gemeinsam handeln um den in Zukunft drohenden Zusammenbruch zu verhindern. Hierzu müssen beide Seiten bereit sein und daher wäre es schön, wenn die Kopftuchdiskussion endlich aufhören würde.

17.04.2009 Noora

Was mich immer wundert: Die Islamfunktionäre beteuern, dass die Mädchen das Kopftuch freiwillig tragen, und dass es mit Selbstbestimmung zu tun habe.

Die Musliminnen, mit denen ich zu tun habe, erklären mir dagegen, es sei für Frauen im Islam eine Pflicht, Kopftuch zu tragen. In Internetforen geben sie sich gegenseitig Tipps, wie man seine Töchter möglichst behutsam an das Kopftuch heranführt: Dem Kind möglichst schon vor der Pubertät ab und zu den Kopf umwickeln, z.B. als festlicher Höhepunkt zu den Feiertagen, ganz spielerisch und positiv konnotiert, damit die Kinder dann keinen instinktiven Widerstand entwickeln, wenn sie bei Eintreten der Regelblutung völlig überrumpelt werden.

Ist das unser Konzept von "Selbstbestimmung"? Ist das mit der "Freiheit des Individuums" gemeint?

Wir lassen uns unsere höchsten und heiligen Werte kapern. Ich hoffe, dass die in der Tradition der Aufklärung stehenden Teile der Bevölkerung es nicht unbegrenzt hinnehmen werden, wenn Werte wie "Selbstbestimmung", "Religionsfreiheit", ja sogar "Frieden" auf einmal islamisch umdefiniert werden.

16.04.2009 S.

Das Problem ist, glaub ich, dass man nicht erkennen will, dass Muslime mit Kopftuch selbst bestimmen, wie sie sich anziehen sowie darauf bestehen, dass sie sich so anziehen. Sie machen das nämlich aus dem Glauben heraus.
Es kann vielleicht Fälle geben, wo Gewalt u. ä. angewendet wird, das bedeutet aber nicht, dass man wegen diesen Einzelfällen die ganze comunnity dafür 'bestrafen' muss.
Mittlerweile finde ich es schlimm, mich wegen meinem Kopftuch rechtfertigen zu müssen.
Ich finde, niemand hat das Recht mich wegen meinem Kopftuch anzupöbeln.
Es muss so langsam ein akzeptierendes Klima herrschen.
Toleranz finde ich, sollte so langsam etabliert werden.

16.04.2009 Nunu

Das Tragen des muslimischen Kopftuchs wird deshalb immer wieder diskutiert, weil behauptet wird, es sei ein rein religiöses Symbol. Das das nicht so stimmt, erfährt jede Christin, die im islamischen Iran heutzutage genötigt wird, ein Kopftuch zu tragen.
An deutschen Schulen haben Kopftücher deshalb nichts zu suchen, da sie eben kein religiöses Symbol sind!
Auf dem Arbeitsmarkt besteht selbstverständlich eine Chancenungleichheit. Der Islam propagiert eine theokratische Staatsform und das Kopftuch erinnert jeden ständig daran.

16.04.2009 maria magdalena

Atheist, ich sehe die Sache genauso wie Sie: Mit dem Kopftuch werden zunächst einmal die (westlichen) Männer beleidigt, weil ja offenkundig unterstellt wird, diese würden über die Frauen, die sich nicht verhüllen, herfallen.

Des weiteren wird die Verantwortung für männliche Übergriffe den Frauen übertragen, denn hätten sie sich verhüllt, wäre ihnen nichts passiert - wer kein Kopftuch trägt, wird daher als "Schlampe" angesehen, die Männer provoziert.

Wer kleinen Mädchen das Kopftuch aufsetzt, sieht in männlichen Erziehern/Lehrern offenbar pädophile Lüstlinge. Und was sollen die kleinen Jungs denken?

Die Behauptung, die meisten Frauen trügen das Kopftuch freiwillig, wage ich sehr zu bezweifeln. Aber "Freiwilligkeit" ist ja ein dehnbarer Begriff ...

16.04.2009 Atheist

Das "muslimische Kopftuch" wird in der Öffentlichkeit deshalb immer wieder diskutiert, weil es nicht nur ein Tuch ist, sondern aus zwei Teilen besteht, nämlich eine Art Haube, unter die zuerst sämtliche Haare gepfercht werden, damit auch bloß kein Härchen mehr sichtbar ist und darüber kommt dann das Tuch, was "uns" selber aus der Vergangenheit und bei Frauen in der Landwirtschaft bekannt ist, wo diese Kopfbedeckung lediglich Schutz vor Witterung bot, aber nicht dazu gedacht war, "Gefühle" von Männern unter Kontrolle zu halten.

Und da sind wir auch schon bei der Verhüllungsabsicht: die Frauen sollen vor männlichen Übergriffen geschützt werden, die Haare dürfen nur vom Ehemann gesehen werden und die Abgrenzung zu den "anderen" Frauen ( Schlampen, Unanständige, Unreine, Huren) ist gewahrt.

Zum einen werden die Frauen zu den Hütern der männlichen Gefühle degradiert und ihnen Die Pflicht aufgebürdet dafür zu sorgen, daß sie nicht belästigt werden.
Daraus ergibt sich, daß kopftuchtragende Frauen der gesamten Männerwelt in der Weise begegnen, alle Männer für Wüstlinge zu halten die sich an Ihnen vergreifen würden, wenn sie keine Verhüllungen anlegen würden.

Somit ist islamische Frauenverhüllung m.E. eine Diskriminierung und Beleidigung aller nichtislamischen Menschen und daher als verfassungswidrig anzusehen.

Was das tragen von Verhüllungen in Schulen und Kindergärten angeht: hier kommt sogar noch der Tatbestand der Nötigung hinzu.

Wenn Mädchen bereits im Kindergarten oder in der Grundschule genötigt werden, sich zu verhüllen, so kommt das in meinen Augen einer Kindesmisshandlung gleich und macht aus den gleichaltrigen männlichen Kindergartenbesuchern oder Mitschülern zu potentiellen sexuellen Wüstlingen den Mädchen gegenüber.

Ist es das, was die Kinder an Werten vermittelt bekommen sollen ?

Ich plädiere dafür, sämtliche islamische Verhüllungen zu verbieten und sie sollten einmal einer Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht unterzogen werden.

16.04.2009 Athene (M.H.)

Teil 2 von 2

Sollen doch die Muslimischen Frauen ihr Kopftuch tragen wenn sie es von sich aus möchten, im privaten nicht Öffentlichen leben, da darf niemand etwas dagegen haben.
Aber keine Frau und kein Mädchen sollte von seinem Ehemann, Eltern, Bruder usw. aber dazu gezwungen oder genötigt werden, auch nicht durch die Islamischen Gemeinden.
Im nicht privatem Öffentlichen sowie im beruflichen, schulischen Alltag finde ich hat das Kopftuch nichts verloren!
Auch sollte das Gesicht der Frau oder des Mädchens nicht verschleiert sein.

In vielen Religionen verhüllen die Frauen noch heute ihr Haar z.B. bei den orthodoxen Christen in Osteuropa auch in der römisch-katholische Kirche war dies Früher meist der Normalfall als die Ausnahme.

Was ich aber ablehne ist das Tragen von Burkas Burkinis usw. in der Deutschen Öffentlichkeit!

Nicht die Deutsche Mehrheitsgesellschaft grenzt die Muslime insbesondere die Frauen und Mädchen aus nein es sind die Muslime selbst die sich im Öffentlichen leben ausgrenzen.
Insbesondere Mädchen und Frauen werden oft von Ehemann, (Vater), Eltern, Bruder usw. gezwungen den Islamischen "Kleidervorschriften" Folge zu leisten.
Mit manchmal gravierenden Ausgang, oder haben sie schon mal von einem sogenannten "Ehrenmord" gehört weil ein z.B. Griechisch-Orthodoxes Mädchen kein Kopftuch tragen wollte zur Heiligen Messe, aber einen Minirock in der Freizeit tragen wollte?

16.04.2009 Athene (M.H.)

Teil 1 von 2

Wenn man in einer Gesellschaft wie der Westlichen leben möchte sollte man auch bereit sein sich  im Öffentlichen Leben anzupassen.
Man kann nicht immer nur Forderungen stellen klagen und sich beschweren wie schlecht alles ist und sich aber oft selbst abgrenzen und sich in Parallel Gesellschaften zurückziehen und  auf staatliche Transferleistungen vertrauen.
Als die Migranten nach Deutschland kamen wussten sie doch in welcher Gesellschaftsform hier gelebt wird. Es wird von niemanden hier verlangt sich im Privatleben anzupassen aber sich in das öffentliche Leben einzubinden darum kann man doch bitten.
Vor allem wenn die berufliche und soziale Integration dadurch beschleunigt wird.

Ich möchte noch bemerken das auch viele z.B.  römisch-katholische Nonnen vermehrt bei ihrer Arbeit im öffentlichen Raum ihre Tracht ablegen, nicht das es wieder heißt Nonnen würden ja auch einen Schleier in der Öffentlichkeit tragen. Auch gehören Nonnen einem Orden an in dem sie leben und der Schleier der zur Tracht gehört verbirgt meist die Haare nicht im ganzen, heute ist es oft auch nur noch eine Haube.

Meine Meinung ist das alle Frauenrechte die in der Westlichen Gesellschaft im vergangen Jahrhundert gerungen worden, werden z.Z. durch den Islam unterwandert und als absurdum geführt.
Es werden nirgendwo soviel Frauenrechte beschnitten und Frauen unterdrückt wie in der Islamischen Welt wie man im Moment wieder in Afghanistan sehen kann. Warum sollen wir so ein Frauenfeindliches verhalten importieren?
Der Deutsche Staat sollte die Frauen schützen und nicht noch den Politischen-Islam stärken.