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Medien und Politik

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Ihre Meinung zählt. Hier finden Sie alle Diskussionsbeiträge zu dem Thema "Medien und Politik". Schreiben Sie uns auch Ihre Meinung.

  • Meinen Sie, dass die täglichen Nachrichten in Deutschland ein ausgewogenes und realistisches Bild der Muslime und des Islams präsentieren?
  • Welche Themen in Bezug auf den Islam sollten Ihrer Meinung nach in den Medien stärker oder anders behandelt werden?
  • Sollte die Repräsentanz von Muslimen in der Politik verstärkt werden?

Bitte beachten Sie, dass nur Beiträge mit klarem Bezug zum Thema berücksichtigt werden können!

Sie können uns Ihre Beiträge rund um die Uhr schicken. Diese veröffentlichen wir Montag bis Freitag.

02.04.2011 Dr.Rainer Koch

Der Islam als Bestandteileuropäischer Kultur. Nehmen wir das Beispiel Medizin: Im Jahre 1038 fand in Basra ein Kongress muslimischer Ärzte und Philosophen statt zudemThema: "Ist die Medizin eine hinlängliche Kunst und worin besteht die vortreffliche Eigenschaft des Arztes?" Der Beitrag des Arztes Ibn Bachtishu ist überliefert: Nach ihm ist der ganze Mensch in der vollen Harmonie von Leib und Seele Gegenstand der Heilkunde. Der Mensch ist als Ganzes nicht zu trennen. Jede Therapie hat den Körper und das Seelische zu berücksichtigen,aber auch die Luft,die uns umgibt, was man isst und trinkt, Schlafen und Wachen, Bewegung und Ruhe, Stauung und Entleerung sowie die Vorgänge unseres Gemütslebens.

Hundert Jahre später schreibt die berühmte Ärztin und Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 - 1179) in ihrem Kosmos-Text: "Homo corpus ubique est". ..."Unde anima et caro in duabus naturis unum opus existunt"... (Der Mensch ist ganz Körper... Leib und Seele existieren in ihren zwei Naturen als ein Werk) usw. Der spanische Arzt Petrus Hispanus schrieb in seinem Hauptwerk "Opera Medica" (Nationalbibliothek Madrid) über den "sensus communis" der Menschen. Diesen "Gemeinschaftssinn hätten alle Lebewesen aufgrund ihres "lumen corporis",also ihrer "Lichtgestalt". In dieser Licht-Metaphysik bei Petrus Hispanus, der als Papst Johannes XXI in die Kirchengeschichte einging, aber auch in der Position der Hildegard ist die arabische Aristoteles-Interpretation zum Greifen nahe. Ebenso bei Albertus Magnus (1193 - 1280), der vom Menschen als dem "animal perfectissimum, dem "perfekten Lebewesen" spricht.Mit dem christlichen Nominalismus (Claus Urban, Nominalismus im Naturrecht 1979) entstand dann der Wahn von der Freiheit durch Naturbeherrschung und Technik. Die Einheit von Mensch und Natur erleben wir heute als politisches Programm der "Grünen". Die eigentlichen Erfinder einer ökologischen Weltsicht, die islamischen Ärzte und Philosophen des 11. Jahrhunderts, kennen wir nur noch durch ihre christlichen Kopisten.

02.04.2011 Dr. Rainer Koch

Natürlich gehört der Islam zu den kulturellen Wurzeln Deutschlands und Europas. Es waren islamische Gelehrte, die die Philosophie der Antike in Europa wiederbelebten, z.B. in Paris und Toledo. Hauptvertreter war der Berber Averroes. Er hatte die spanische Nationalität und hatte Philosophie, Theologie, Jura und Medizin studiert. Er lehrte an der Fakültät der Freien Künste in Paris. Averroes war der größte Aristoteles-Kenner des Mittelalters. Durch ihn erst erfuhr Thomas von Aquin von der griechischen Philosophie. Ohne Averroes wäre das "christliche Abendland" im Wunderglauben und in einem Chaos voller Halluzinationen steckengeblieben. Thomas von Aquin erkannte,dass christlicher Glaube und diese "Vernunft", die arabische Gelehrte verkündeten, vereinbar sind. Das war um1200 mutig, denn Aristoteles war verboten. Über fünzig Jahre dauerte die "Integration" der Aristoteles-Texte. Auf halber Strecke-ich glaube 1227 - wurden Averroes und seine christlichen Schüler (Sigi von Brabant) verurteilt und verboten. Ihre akademische Karriere war zu Ende. In seiner weltberühmten "Göttlichen Komödie" setzt Dante dann den Siger von Brabant neben Thomas von Aquin ins Paradies. Den Schüler, nicht den Lehrmeister Averroes, lässt er am Paradies teilhaben.

Immerhin: Die Diskussion über "Integration" und/oder "Partizipation" der Muslime und ihrer Kultur findet seit fast tausend Jahren im Herzen Europas statt. Was hat man nicht alles "integriert": die Baukunst und die Medizin, die Technik, die Dampfbäder, den Kaffeegenuss und die Croissants. Nur Partizipation,die gab es nie. Partizipation, was ist das?

01.11.2010 Seniha Drekovic

Es besteht keinen Grund Angst vor Muslime bzw. vor dem Islam zu haben. Die Menschen, die ihre Frauen unterdrücken, ihre Töchter ermorden,nein, diese sind für mich keine richtigen Muslime,denn sie haben gewiss den wahren Sinn des Islams nicht verstanden. In Deutschland herrscht die Demokratie und wir Muslime haben viele Möglichkeiten unsere Religion frei auszuleben, solange wir uns, wie Frau Merkel sagte, an das Grundgesetz halten. Wo ist da das Problem? Der Islam ist hier willkommen und wird größtenteils tolleriert. Wieso nutzen wir das nicht, um mit der Gesellschaft gut auszukommen? Die meisten Muslime beschweren sich jedoch nur. Man muss sich vor allem bewusst sein, dass bei dem Entstehen dieser "Beschwerden" oder "Probleme" immer zwei Seiten beteiligt sind. Wenn man nunmal schon über 30Jahre in Deutschland lebt und nicht einmal in der Lage ist beim Bäcker Brot fehlerfrei auf deutsch zu bestellen, dann ist das verständlich, dass es heißt: "Ausländer wollen sich nicht integrieren." Die andere Seite ist das fehlerhafte und unfaire Verallgemeinern: "(Alle) AUSLÄNDER wollen/sind..." Ich bin auch eine Ausländerin,Moslem,20Jahre alt, aber ich kann von mir behaupten, dass ich fehlerfrei deutsch sprechen kann, integriert bin, Abitur habe und jetzt an der Uni Heidelberg studiere. Ich bin nur ein Beispiel von vielen,um zu beweisen, dass diese Verallgemeinerung nicht zutrifft. Ich ging hier in die Schule und habe dieses Jahr mein Abitur bestanden. Mein Wissen, mein Interesse und meine Kraft möchte ich die nächsten Jahre dafür nutzen, den Islam für die Gesellschaft in Deutschland zu erklären und seine Strukturen und Formen klar zu definieren. Beweise und Belege findet man im Kur'an und vielen anderen islamischen Quellen. Darüber hinaus helfen mir meine Studiengänge (Islam-und Bildungswissenschaften) dabei den Islam und dessen Enstehung/Geschichte von Grund aus zu verstehen und dies dann an die Gesellschaft zu vermitteln. Ich kann es mir einfach nicht länger ansehen, wie die Medien durch ihre Berichte nur schlechtes Licht auf den Islam werfen und ich kann es mir nicht länger ansehen, wie die Vorurteile gegenüber dem Islam von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das muss nicht sein! Wir junge, gebildete Muslime Bürger müssen uns dazu berufen fühlen an dieser Situation etwas zu ändern, um Klarheit zu schaffen.Hört auf euch zu beschweren, steht auf und versucht ,gemeinsam mit mir, den Vorurteile vorzubeugen und allen die Angst vor dem Islam zu nehmen, denn diese ist nicht berechtigt!

14.03.2010 Djibrila

Die täglichen Nachrichten in Deutschland präsentieren ein absolut unausgewogenes Bild der Muslime und die Medien schüren Vorurteile bezüglich des Islams.

Wenn ein 16-jähriger Schüler im Ramadan vor einer Klassenarbeit betet wird darüber berichtet als ob er den Umsturz der Republik geplant hätte.

Auch bei politischen Themen werden allzu oft Adjektive verwendet die voreingenommen machen.

Auch Formulierungen wie "das Kopftuch ist ein Zeichen der Unterdrückung" sind Behauptungen die jede kopftuchtragende Frau leicht wiederlegen kann. Nur, die fragt ja niemande....

Islamische Themen wie Treue, familiärer Zusammenhalt, die Verpflichtung für Bedürftige zu spenden usw. kommen in der öffentlichen Diskussion viel zu kurz.

13.01.2010 Gastarbeiter

früher hieß der Einwanderer "Gastarbeiter". Sie kamen aus der Türkei,Italien,Jugoslawien,Griechenland und Portugal. Mittlerweile hat sich das Bild der Einwanderer gewandelt. Sie kommen nicht mehr aus diesen Ländern. Warum auch, diese Länder bieten Ihren Mitmenschen bereits so viele und gute Perspektiven, daß ein Auswandern wegen Arbeitssuche nicht mehr Thema ist. Die Pioniere von damals haben ein Erbe hinterlassen. Dieses Erbe heißt 2., 3., 4. Generation usw. Je öfter es zu einem Generationswechsel kommt, destoweniger bleibt von den Werten und der Kultur der urspünglichen Generation übrig. Besonders schwierig erweist sich in diesem Blickpunkt die Situation der Türken. Die Konsequenz wäre, die Nachkommen der Türken wären zwar vom Namen her Muslime, wüßten aber nichts oder nur sehr wenig über Ihre Religion. Viele wissen heute schon mehr über die christliche Welt als über ihre eigene islamische Religion. Integration darf nicht Assimilierung zum Ziel haben. Die zu intergrierenden Menschen haben ein Recht auf eine eigene Identität und ein würdiges Erscheinungsbild in der Gesellschaft. Nur so gibt es eine Basis für gegenseitigen Respekt und Harmonie.

07.09.2009 MM

Was ist mit Gülsüm. Auch das ist muslimisches Leben in Deutschland, leider gibt es eben nicht nur friedliche Muslime. Aber meine Frage ist, warum regt sich darüber kein Politiker auf, bezieht klar gegen den Täter Stellung. Wenn aber (was ich genauso verurteile), eine Muslima im Gericht erstochen wird, fordert man von Angela Merkel etc. eine Entschuldigung. Das ist extrem ungerecht und unverhältnismäßig. Ich finde mit der Sonderstellung von Muslimen in Deutschland muss Schluss sein. Einfach gleiches Recht für ALLE und zwar wirklich alle: Muslime, Christen, Atheisten, Bhuddisten etc. Aber im Moment sehe ich wie gesagt eine Sonderbehandlung, die ich nicht verstehe.

25.07.2009 Marti

In Islanbul wurde ein Deutscher auf offener Straße von einem muslimischen Türken ermordet, der nach eigenen Angaben "einen Christen töten" wollte, und die meisten Medien berichten nichts.

Hier wird mit zweilerei Maß gemessen!

http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/panorama/2009/7/24/news-126882822/detail.html

06.07.2009 Darya

http://www.mdr.de/sachsen/6487168.html

So viel zur Islamophobie!
Ich bin mir sicher, wäre es genau umgekehrt gewesen, sprich ein (Russisch)-Deutscher wird auf diese Art und Weise, an diesem Ort von einem Moslem getötet....... Die Medien würden sich an diesem Fall zum Nachteil der Muslime regelrecht ergötzen!
Man wäre sicher wieder als Terrorist abgestempelt worden, Generalverdacht auf die Moslems, ja verschärfte Überwachung der Moscheen, Schulen, Bundeswehrsoldaten vor/ in allen Gerichtsgebäuden.... Gesetze verabschieden, die eine sofortige Abschiebung am besten aller in Deutschland lebenden Muslime vorschreiben....
Ich übertreibe keineswegs... Zu seltsam, dass die Medien nichts darüber berichten..........
So viel zur Gerechtigkeit und Gleichbehandlung.

26.06.2009 Kurdeki

In BRD leben genauso viele Kurden wie Türken. Islam bedeutet nicht nur Türken! Jedesmal wenn ein Islam Konferenz oder ein multikulti Fest gibt, geht es inhaltlich nur um die Türken. Auch werden Objekten von anderen Kulturen als türkische Kultur dargestellt. Das ist falsch! Es gibt viele Kulturen in Deutschland, was man nicht ignorieren darf. zB: kurdische, persische, arabische, afrikanische, balkan kulturen...

30.04.2009 Nunu

Es gibt in Deutschland einen "Gotteslästerungsparagraphen", nachdem man bestraft werden kann, wenn die Beschimpfung geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören. Nun , es ist für jeden Journalisten oder Karikaturisten nicht einfach, zu erkennen, ob der Leser den veröffentlichten Beitrag als Beschimpfung oder sogar als Blasphemie sieht. Also hält man sich zurück. Die Empfindlichkeiten sind auf beiden Seiten groß und Objektivität schwer erkennbar.