DIK - Deutsche Islam Konferenz - Religionsunterricht und Bildung

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Religionsunterricht und Bildung

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Ihre Meinung zählt, diskutieren Sie mit und schreiben Sie uns Ihre Meinung zum Thema "Islamischer Religionsunterricht und Bildung in Deutschland", zum Beispiel zu folgenden Fragestellungen:

  • Sollte es Ihrer Meinung nach islamischen Religionsunterricht an deutschen öffentlichen Schulen geben?
  • Haben Sie vielleicht schon Erfahrungen mit einem Schulversuch zum islamischen Religionsunterricht gemacht? Wie wirkt sich der Unterricht auf den Schulalltag aus? Gerne würden wir über Ihre Eindrücke lesen.
  • Welche Inhalte sollten im islamischen Religionsunterricht behandelt werden? Könnte man sich an den Lehrplänen für den christlichen Religionsunterricht orientieren?

Bitte beachten Sie, dass nur Beiträge mit klarem Bezug zum Thema berücksichtigt werden können!

Sie können uns Ihre Beiträge rund um die Uhr schicken. Diese veröffentlichen wir Montag bis Freitag.

17.06.2009 ArDe

Für den islamischen Religionsunterricht spricht meiner Meinung vieles zu. Ich selbst habe keinen Religionsunterricht in der Schule besucht. Und Ethik wurde auch nicht angeboten, so musste ich meine Religion in den so genannten “Koranschulen“ lernen. Wie gut diese Koranschulen sind, ist ein anderes Diskussionsthema. Ich habe Koranschulen von verschiedenen Gemeinden besucht, dadurch ist mir der Unterschied der Lehrmethoden dieser Gemeinden im Nachhinein stark aufgefallen. Die Gemeinden haben leider keine einheitlichen Lehrmethoden, deshalb bin ich der Meinung, dass durch den islamischen Religionsunterricht eine einheitliche Lehre für Schüler gegeben werden kann.
Ein wichtiges Problem hierbei ist, dass die Imame in den Moscheen keine pädagogischen Ausbildungen haben und es herrschen meist Sprachdefizite. Die Kinder können durch den islamischen Religionsunterricht ihre Religion auf Deutsch besser lernen, was meiner Ansicht nach die Bildung fördern kann. Ich denke um den Islam richtig den Kindern vermitteln zu können, sollte der Islamische Religionsunterricht eingeführt werden, allein schon für die Gerechtigkeit innerhalb der Schüler.

16.06.2009 ellami

Die Wichtigkeit eines Islam-Unterrichtes in Deutschland darf meiner Meinung nach nicht unterschätzt werden, da die heutigen Jugendlichen nur dadurch lernen, andere Religionen zu schätzen und zu tolerieren. In einem solchen Unterricht werden keine Hasspredigten oder sonstiges abgehalten, es wird auf einer neutralen Basis, auch von deutschen Lehrkräften abgehalten werden um somit die Ängste der deutschen Mitbürger, es können vielleicht aus Jugendliche Terroristen werden oder Ähnliches, zu nehmen. Genauso wie es christliche Eltern halten dass ihre Kinder über die Grundlagen ihrer Religion Bescheid wissen und informiert sind, genauso sehen es auch muslimische Eltern, und ich wüsste kein Grund warum dass nicht auf schulischer Ebene ablaufen sollte. Das Wissen ist einfach notwendig um nicht über andere Religionen du urteilen, denn es wird ja schließlich auch gelehrt, dass Beispielsweise andere Religionen denselben Gott haben und somit gleichwert sind. Vor allem Kinder befinden sich meistens in einem Konflikt wenn es darum geht andere Glaubensinhalte zu verstehen und zu akzeptieren, aber nur deshalb weil sie nichts darüber wissen. Es hat gar nichts damit zu tun, dass der islam sein radikales Gedankengut verbreiten will, vielmehr geht es darum Vorteile abzuschaffen, in dem man schon beim jüngsten Alter anfängt.

16.06.2009 Weiße Flocke

Das Kopftuch ist ein religiöses Symbol,
dass Minarett einer Moschee ist nicht hübsch genug,
der islamische Religionsunterricht hat in einer Schule nichts verloren....

WARUM?

Ist das Kreuz nicht das Symbol des Christentums?
Läutet die Glocke einer Kirche nicht?
Gibt es keinen evangelischen oder katholischen Religionsunterricht?


Ich habe mir mehr als 10 Kommentare durchgelesen und bin schockiert, wie wenig Toleranz aufgezeigt wird. Viele sind der Meinung, dass der islamische Religionsunterricht in die Moschee gehört! Warum denn? Warum gibt es neben dem Konfirmandenunterricht auch den christlichen Religionsunterricht? Wenn man islamischen Religionsunterricht wirklich nur in einer Moschee geben würde, dann hieße es wieder, die Muslime geben versteckten Unterricht und man wüsste eh nicht, was dort unterrichtet wird.
Man müsste doch froh sein, dass der islamische RU an einer öffentlichen Einrichtung stattfindet, wo man alles mitverfolgen kann.
Warum wird man nicht mit allem was man hat einfach akzeptiert? Wenn ich Muslim bin, hier in Deutschland lebe und meine Zukunft hier sehe, dann möchte ich auch meine Religion in vollen Zügen ausleben. Damit ist nicht gemeint, dass der Gebetsaufruf fünfmal am Tag ausgerufen werden soll, aber man müsste den muslimischen Kindern und Eltern die Möglichkeit geben, den Islam an einer Schule in Form eines Religionsunterrichts zu lernen.

WAS SPRICHT DAGEGEN?

08.06.2009 Kurzer

Bevor ich mich mit Religionsunterricht beschäftigte, war auch ich eher Befürworter des Laizismus nach französichem Vorbild. Religiöse Unterweisung soll außerschulisch praktiziert werden.

Doch geben wir damit nicht auch radikal islamistischen Gruppen die Gelegenheit ihr Gedankengut zu verbreiten? Ich weiß natürlich selbst, dass nicht jeder Korankurs durch eben dieses Gedankengut geprägt ist. Was ich aber sagen möchte ist, dass bei außerschulischem Religionsunterricht keine staatliche Kontrolle der Unterrichtsthemen erfolgen kann und sich der Staat auch eine gute Möglichkeit der Integration von muslimischen Bürgern entgehen lässt, wenn er es nicht anstrebt den Islam als ordentliches Fach an deutschen Schulen zu etablieren. Denn meiner Meinung nach, sollte genau diese Integration Teil des Unterrichtes sein, indem man den muslimischen Kindern zeigt, wie sie ihre Religion im deutschen Lebensalltag praktizieren können um eben nicht mit unserer Verfassung in Konflikt zu geraten.


In vielen muslimischen Kreisen wird intensiv über eine "Modernisierung" des Islam diskutiert, um ein Leben in der Diaspora zu erleichtern, vorallem in westlich geprägten Ländern und warum sollen deutsche Muslime nicht Beispiel für einen modernen Islam sein.


Ich weiß, dass der Islam eine sehr vielfältige Religion ist, bei welcher auch der Dialog von verschiedenen Ausprägungen untereinander oftmals schwierig ist. Dennoch wünsche ich den Muslimen in Deutschland, dass es in Zukunft möglich sein wird, DEN Ansprechpartner in Sachen Islam für die Bundesregierung zu bestimmen, der es möglich macht, den Islam als ordentliches Fach an deutschen Schulen einzuführen.


MfG Kurzer

30.04.2009 Nunu

Nach der Abstimmung am vergangenen Sonntag in Berlin, ob Religionsunterricht oder Ethikunterricht zum Pflichtfach wird, sind die Befürworter Religion als Schulpflichtfach eindeutig unterlegen!
Ich denke, auch eine Volksabstimmung in ganz Deutschland darüber würde so ausfallen.
Ich hatte meinen Konfirmandenunterricht außerschulisch, und so sollte es überall sein!

17.04.2009 muhammed jakupi

Ich finde gut, dass es islamischen Unterricht gelehrt wird
und dadurch kommen die religionen sich näher.
Und dadurch lernt man vom anderen und es gibt keine ängste
zwischen der religion und den menschen es sollte mehr soetwas geben, finde ich !!!!"
ICH BEDANKE MICH SEHR UND ALLE MENSCHEN WERDEN ZUM ISLAM EINGELADEN DENN ISLAM BEDEUTET FRIEDEN.

30.03.2009 Ali Özgür Özdil

Die Islamkonferenz mag aus Dialoggesichtspunkten ein Scheindialog sein, da in ihr viele Kriterien eines echten Dialoges fehlen, sie hat dennoch einer seit langem geführten Diskussion um Islam und Grundgesetz, zum Islamischen Religionsunterricht und zu vielen anderen Themen mehr eine - so meine ich - seriösere Ebene verschafft. Natürlich sind zu vielen Themen auch Meinungen zu lesen, die nicht konstruktiv sind, weil einige LeserInnen meinen, sie müssten sich auch zu Themen äußern, wo ihnen jegliches Sach- und Fachwissen fehlt. Ich würde mir selbst als Islam- und Religionswissenschaftler nicht anmaßen, gewisse Verse aus der Tora aus dem Kontext zu reißen und sie - weil sie mir als negativ erscheinen - öffentlich zu präsentieren, wie das einige LeserInnen leider mit dem Koran tun. Eine solche Methode ist typisch "fundamentalistisch". Dadurch stellen sie den Fachkundigen nicht nur ihre Unkenntnis zur Schau, sondern offenbaren auch eine menschenfeindliche Haltung, die unsere Gesellschaft nicht dulden darf. Wer ein durch das Grundgesetz garantiertes Recht wie etwa nach Religionsfreiheit (Art. 4) und die Gleichheit vor dem Gesetz und die Gleichberechtigung (Art.3) akzeptiert, muss auch einen Religionsunterricht für Muslime (Art. 7) sowie den Bau von Moscheen akzeptieren. Es wundert mich, wie einige Menschen Muslimen gewisse Rechte aberkennen und im gleichen Atemzug sich als die Verteidiger des Grundgesetzes aufspielen. Das ist ein offenkundiger Widerspruch. Wir brauchen mehr Menschen, die die Gesellschaft zusammenführen und weniger, die versuchen sie zu spalten. Ein schulischer Unterricht kann doch nur positiv sein, weil er die Bildung und das Allgemeinwissen fördert. Wer meint, sein Kind nicht zu RU oder IRU anmelden zu müssen, muss auch die Konsequenzen dafür tragen, dass seine Kinder die Kulturen und Religionen ihrer Mitschüler nicht kennen lernen und verstehen können. Unsere Gesellschaft besteht eben nicht nur auch evangelischen, katholischen und orthodoxen Christen (bereist hier ist eine enorme Vielfalt zu erkennen), sie ist pluralistisch. Die Schule versucht dieser Realität gerecht zu werden. Daher ist dies im Sinne aller Menschen zu unterstützen.

18.03.2009 Sabriya Palm

Der immergleiche Denkfehler: "deutsche" und "muslimische" Kinder, "deutsche" und "muslimische" Werte. Es darf sich nun langsam mal herumsprechen (bitte!!), dass es jüdische, christliche und muslimische Deutsche gibt. (und atheistische, buddhistische...). "Muslimisch" ist keine Nationalität und "deutsch" können auch Muslime sein (und es sind auch einige!, genauso wie es Gott sei Dank wieder mehr jüdische Menschen in Deutschland gibt. Die meisten davon sind jüdische Deutsche!)  
Daher sollten sich die meisten in Deutschland lebenden Menschen muslimischen Glaubens auch als muslimische Deutsche empfinden (dürfen). Wenn sie aber immer als "undeutsch" bezeichnet werden, fällt dies schwer.
Und wie sollen sich die gebürtigen "urdeutschen" Muslime dann verorten, bitte? Die eben nicht seit 3 oder 4, sondern seit 10 oder 15 Generationen Deutsche sind? Die ganze "Islamkonferenz" ist, so gesehen, gar keine Islamkonferenz, sondern eine Integrationskonferenz, die sich aber ausschließlich mit der Integration der muslimischen Einwanderer befasst. "Urdeutsche" Muslime müssen sich aber nicht integrieren. Und nichtmuslimische Einwanderer haben z.T. größeren Integrationsbedarf - je nach Milieu, Bildungsgrad etc. - also bitte diffenrenzieren!

18.03.2009 Günther Scharfenberg

Ein sehr interessanter und aussagekräftiger Artikel Steffi Redmanns!
Für mich ergeben sich folgende Fragen:
- Es scheint, daß der Alevitischen Gemeinde Deutschland nur
 oder vorwiegend türkische bzw. türkischstämmige Bürger/innen
 angehören.
- Gibt es aber auch Teilnehmer/innen marokkanischer und syri-
 scher Herkunft? Immerhin gibt es in Marokko seit 1666 eine
 alawitische Herrscherdynastie. In Syrien sind die Alaviten
 (auch: Alaouiten) zwar eine religiöse Minderheit, aber poli-
 tisch sehr einflussreich (Präsidenten el-Assad Vater und
 Sohn).
- Wie ist bei den Unterrichtsteilnehmern das prozentuale Ver-
 hältnis zwischen Jungen und Mädchen?
- In bayrischen Klassenräumen befindet sich das Kreuz als
 christliches Symbol. Müßte nicht auch der Rote Halbmond
 gezeigt werden? (s. Artikel 4 des Grundgesetzes).
Ich wünsche weiterhin viel Erfolg.
Günther Scharfenberg  

18.03.2009 Martin K.

Sehr geehrter Herr Prof. Graf,

gleich im ersten Satz Ihres 2. Punktes durchläuft Ihnen folgender nicht zu vereinbarender Widerspruch:

"'Islamischer Religionsunterricht' gemäß dem Grundgesetz".

Soll nun die islamische Lehre soweit verstümmelt werden, dass sie mit dem Grundgesetz vereinbar wird?
Sollen ganz offiziell große Teile des Korans in der Schule verboten werden?
Sollen große Teile der Lebensgeschichte Mohammeds zensiert werden?
Oder schreibt jemand das ganze komplett neu, sodass es wieder in unserer Gesetze passt?

Ich hätte gerne eine Erklärung von Ihnen, wie Sie den Islamunterricht grundgesetzkonform hinbekommen wollen, ohne von den Originalquellen abzuweichen und dennoch gegen keine anderen Religionen zu hetzen, zum Mord aufzurufen, gegen die Gleichbehandlung der Geschlechter zu predigen und ähnliche Delikte zu begehen (man kann hier endlos aufzählen).

Machen Sie bitte eine Quellenanalyse und dann würde ich gerne Ihre Meinung hören.
Das wird - um es vorwegzunehmen - verdammt schwierig.
Koran + Hadithe lesen, und dann diskutieren.

Grüße
Martin K.