DIK - Deutsche Islam Konferenz - Religionsfreiheit

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Religionsfreiheit

Herzlich Willkommen im Diskussionsforum!

Im März beleuchten wir das Thema „Religionsfreiheit“ mit Artikeln und Interviews aus rechtlicher, integrationspolitischer und islamwissenschaftlicher Perspektive. Schreiben auch Sie Ihre Sicht der Dinge und diskutieren Sie mit!

  • Welche Rolle spielt das Recht auf Religionsfreiheit im alltäglichen Zusammenleben verschiedener Religionen und Weltanschauungen in Deutschland?
  • Wie wichtig ist für Sie das Recht auf Religionsfreiheit?
  • Wie würden Sie die deutsche Situation im internationalen Vergleich bewerten?

Bitte beachten Sie, dass nur Beiträge mit klarem Bezug zum Thema berücksichtigt werden können!

Sie können uns Ihre Beiträge rund um die Uhr schicken. Diese veröffentlichen wir Montag bis Freitag.

11.07.2009 Gerhard Niemeyer

Artikel 4 Grundgesetz
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
Eine Moschee ist, genau wie eine Kirche oder eine Synagoge, kein exterritoriales Gebiet. Der deutsche Staat wird sich aber nie in die Sitten und Gebräuche eines sakralen Hauses einmischen, wenn keine Menschenrechte verletzt werden. Im gesellschaftlichen Leben unterliegen aber alle Menschen, den deutschen Gesetzen, und nur den deutschen Gesetzen.
Ich bin Christ. Und ich lebe meinen christlichen Glauben mit der gleichen Intensität und mit der gleichen Selbstverständlichkeit (nicht zu verwechseln mit Selbstgerechtigkeit) wie die Gläubigen des Islam.
Ich habe keine Angst vor der oder dem muslimischen Normalverbraucher/in. In den letzten 20 Jahren habe ich ehrenamtlich viele muslimische Asylbewerber, (wir befinden uns auf der Internetseite des BAMF) oft erfolgreich, betreut. Ich betrachte aber mit Argwohn die sog. Musl. Verbände, allen voran Herrn Dr. Ayyub Köhler, die in Wahrheit nur einen geringen Teil der hier in Deutschland lebenden Muslime erfassen, sich aber erdreisten, für alle Muslime zu sprechen. Die in der Islamkonferenz sich untereinander nicht einig waren, jetzt aber plötzlich in trauter Einigkeit den abscheulichen Mord an einer ägyptischen Muslima instrumentalisieren und auf die deutsche Justiz und die gesamte Gesellschaft eindreschen. Es war die unabhängige deutsche Justiz, die die Beleidigung einer muslimischen Frau strafrechtlich aufgearbeitet hat.Und es wird die unabhängige deutsche Justiz sein, die den Mörder strafrechtlich zur Rechenschaft zieht.

02.07.2009 Agnostiker

@Ila

Viele Menschen übersehen, dass im Westen religiöses, und demnach auch islamisches Recht, sich dem weltlichen Recht unterzuordnen hat.

Im Übrigen lässt das islamische Recht aber eine solche Unteordnung überhaupt nicht -oder allenfalls temporär- zu.

Infolgedessen ist ein unlösbarer Konflikt zwischen islamischem und nicht-islamischm Recht gegeben.

Die Berechtigung des Schlagens des islamischen Ehemanns seiner Ehefrauen ergibt sich aus Vers 4:34 des Koran (Quelle http://www.islam.de/1411.php):

"... Und jene, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet: ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie! ..."

02.07.2009 maria magdalena

Christ

Wollen Sie Islamkritiker mit Nazis gleichsetzen?

Wissen Sie, wie in vielen (konservativen?) muslimischen Familien mit den Frauen und Mädchen umgegangen wird? Ich rede gar nicht von den "Ehrenmorden", die ja nur die sichtbare verbrecherische Spitze sind und die man als "Einzelfälle" bezeichnet und auch bezeichnen kann. Die auch hierzulande verbreitete "normale" Unterdrückung dieser Frauen und Mädchen wird gar nicht wahrgenommen, solange es keine Eskalation von Gewalt gibt.

Lesen Sie den Beitrag von Huemeyra vom 18.3.09 und denken Sie daran, dass das oberste Menschenrecht die Unantastbarkeit der Würde jedes einzelnen Menschen ist. Und verwechseln Sie nicht Toleranz mit Ignoranz!

Im übrigen öden mich Hinweise auf hiesige Verhältnisse vor 100 oder 70 Jahren an. Wir leben heute, und ich möchte nicht, dass zahlreiche gesellschaftliche Errungenschaften (zu denen für mich insbesondere die Gleichberechtigung gehört) für eine Minderheit nicht gelten sollen, nur weil es für uns bequemer ist, sich hinter angeblicher "Religionsfreiheit" zu verstecken.

02.07.2009 Agnostiker

@Christ

Ihr Vergleich der Moslems mit den Juden ist vollständig unrichtig.

1. Wo werden bei uns Moslems verfolgt nigends? Nirgends!
2. Der Judenhass der Nazis war begründet auf einer falsch verstandenen Evolutionstheorie mit implizierten Naturlistischem Fehlschluss.
3. Der Hass der Nazis auf die Juden war auch biologisch begründet
4. Der Hass der Christen und Muslime auf die Juden war religiös begründet.
5. Kritik am Islam wird von einer unkritischen sprachvergewaltigenden "Linken" als Rassismus missdeutet.
6. Kritik am Christentum gilt bei "Linken" als zeitgemäß,
7. Es lässt sich nicht nur ein christlicher und säkularer, sondern auch ein muslimischer Antisemitismus nachweisen.

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01.07.2009 MM

An Christ:
Ihr Beitrag ist, mit Verlaub, eine Frechheit. Es sind jawohl Muslime die weltweit Antisemitismus predigen. Wie kann eine oftmals so feindselige Religionsgemeinschaft ernsthaft auf Religionsfreiheit pochen. Es tut mir sehr leid, aber das ist einfach unangemessen.
Hier ein Beispiel zum Thema Freiheit: der Verlauf der Wahlen im Iran und die mittlerweile durchgeführten Hinrichtungen von Demonstranten. Meinen Sie das mit Freiheit? oder meinen sie vielleicht die Christenverfolgung im Sudan/Somalia/Ägypten mit Religionsfreiheit? Oder vielleicht die Tatsache, dass das Tragen eines Kreuzes in Saudi Arabien eine Straftat ist? Oder das Leugnen der Armenierverfolgung in der Türkei. Von welcher Freiheit in Bezug auf den Islam sprechen Sie? Deutschland ist eines der liberalsten Länder der Erde, genau deshalb wandern ja auch soviele Menschen hierher aus. Oder warum steht hier niemand vor der iranischen Botschaft und will dorthin auswandern???

01.07.2009 Agnostiker

@Klaus M.

Aus dem Islam kann man nicht austreten und der Begriff "Religionsfreiheit" ist dem klassischen Islam und Islamismus fremd. Der Islam als sog. "Haus des Friedens" ist in permanentem Konflikt mit dem "Haus des Krieges" (Nicht-Mosleme) und kann eigentlich nur temporären Waffenstillstand mit diesem akzeptieren. Letztlich gilt es aber den Islam durchzusetzen, weil aus islamischer Sicht Friede nur im Islam möglich ist.

Das Grundgesetz und alle anderen weltlichen Rechtssysteme werden nur so lange anerkannt, wie die Muslime nicht in der Mehrheit sind oder die Möglickeit des Herrschens nicht durchsetzen können.

26.06.2009 Christ

Wenn ich mir einige Beiträge hier so durchlese, fällt mir auf, wie schwer auch demokratischen Gesellschaften das echte Bekenntnis zur Freiheit fällt. Da in Deutschland Religion generell wenig gelebt wird, wird das Menschenrecht der Religionsfreiheit hier auch sehr wenig geschätzt.

Noch vor 100 Jahren wurden katholische Christen pauschal beschimpft, der Rückständigkeit, Unterdrückung von Frauen und Kindern sowie mangelnder Vaterlandsliebe bzw. "papistischer" Verschwörung verdächtigt (sog. "Ultramontanstreit").

Vor 70 Jahren eskalierte dann der gleiche Hass v.a. gegen die Juden, denen man über Jahrhunderte die gleichen Vorwürfe gemacht hatte: sie seien rückständig, würden ihre Frauen und Kinder knechten, seien keine anständigen Deutschen, sondern in allerhand Verschwörungen verstrickt.

Nun also die Muslime, und wieder die gleiche Leier.

Wann endlich werden wir, wie die USA, zu einem Land, in dem echte Religionsfreiheit und Gleichberechtigung der Religionen zu einem fairen und friedlichen Wettbewerb "im Guten" führen? Wann endlich hört die Kultur der Verdächtigungen und Verschwörungstheorien gegen Menschen auf, die - ob Katholiken, Juden oder Muslime - zum allergrößten Teil einfach ein Leben in Frieden und Freiheit zu leben versuchen? Die Islamkonferenz war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer vielfältigen und freiheitlichen Gesellschaft!

26.06.2009 Klaus M.

Guten Tag, liebe Forumsteilnehmer.

Ich möchte gerne in Erfahrung bringen, ob die in Deutschland ansässigen islamischen Religionsgemeinschaften das Deutsche Grundgesetz in Bezug auf Religionsfreiheit respektieren.

Kann man aus der islamischen Religion austreten und eine andere Religion annehmen - also z.B. einen Wechsel vom Islam zum Christentum oder in die Religionsfreiheit? Wie kann man als Betroffener dieses Grundrecht in Anspruch nehmen?

Ich habe im Internet viele Informationen zum Eintritt in den Islam gefunden - aber keine Informationen zum Procedere des Austritts!

05.06.2009 Agnostiker

Religionsfreiheit im Sinne der westlichen Zivilisation kennt das islamische Recht nicht. Nach islamischem Recht gibt es drei Existenzformen prinzipieller Natur:

1. Muslime (voller Rechtsstatus)
2. Dhimmis (eingeschränkter Rechtsstatus)
3. Alle andern (sehr einschränkter Rechtsstatus)

Von dem jeweiligen Rechtsstatus hängt u.a. die Möglichkeit der Religionsausübung ab.



28.05.2009 Christoph Mair

Immer dann, wenn einer dem anderen sagt, was im Sinne der Religion richtig und gerecht ist, lügt er.