DIK - Deutsche Islam Konferenz - Religionsfreiheit

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Religionsfreiheit

Herzlich Willkommen im Diskussionsforum!

Im März beleuchten wir das Thema „Religionsfreiheit“ mit Artikeln und Interviews aus rechtlicher, integrationspolitischer und islamwissenschaftlicher Perspektive. Schreiben auch Sie Ihre Sicht der Dinge und diskutieren Sie mit!

  • Welche Rolle spielt das Recht auf Religionsfreiheit im alltäglichen Zusammenleben verschiedener Religionen und Weltanschauungen in Deutschland?
  • Wie wichtig ist für Sie das Recht auf Religionsfreiheit?
  • Wie würden Sie die deutsche Situation im internationalen Vergleich bewerten?

Bitte beachten Sie, dass nur Beiträge mit klarem Bezug zum Thema berücksichtigt werden können!

Sie können uns Ihre Beiträge rund um die Uhr schicken. Diese veröffentlichen wir Montag bis Freitag.

18.03.2009 Freund09

Welche Schlußfolgerungen ziehen wir aus dem oben genannten?

Die Beispiele zeigen, daß die muslimischen Verbänden in D erhobenen Forderungen im Widerspruch zur Lebenswirklichkeit in Malaysia stehen, einem Land, in dem nicht nur der Islam Staatsreligion ist, sondern auch die Zentralregierung und alle Landesregierungen von Koalitionen gebildet werden, in den malayisch-muslimische Parteien den größten Anteil haben.

Meine malayischen, muslimischen Freunde sind uns in der Analyse einig: Die muslimischen, zumeist türkischen oder türkisch-dominierten Organisationen in D mißbrauchen den Islam, indem sie angeblich auf den Vorschriften des Islam basierende Forderungen erheben, die in Wirklichkeit nichts mit Erfordernissen des Islam zu tun haben.

Vielmehr versuchen sie, der deutschen Seite ihren Willen aufzuzwingen, indem sie bei Nicht-Eingehen auf ihre -wie dargelegt unberechtigten- Forderungen den Vorwurf religiöser Diskriminierung erheben. Auch wenn die Forderungen dreist und der Vorwurf unverschämt sind - Unwissenheit, Dummheit und Duckmäusertum auf der deutschen Seite (vorwiegend in Politik, öffentlicher Verwaltung und Justiz) kommen ihnen hier in schier unglaublichem Maß entgegen.

Meine malaysischen Freunde fragen mich oft, wie man so wenig seine eigenen Traditionen, seine eigenen nationalen Interessen vertreten kann - gegen Gruppen, die in den Augen meiner und meiner malaysischen Freunde ihr Gastrecht durch aggressives Auftreten mißbrauchen.

18.03.2009 Freund09

Ich spreche oft mit Freunden aus Malaysia über das Thema Islam im Vgl. Deutschland-Malaysia. Malaysia's Bevölkerung setzt sich aus drei Rassen zusammen: Malayen, Chinesen, Inder. Der ISLAM ist STAATSRELIGION. Die Verfassung gewährt Religionsfreiheit, jeder Malaye qua Gesetz Muslim ist.

Meine Freunde sind sehr überrascht, über all die Forderungen, die von muslimischen Verbänden -zumeist türkischen- gestellt werden mit dem Argument, die Forderung würde aufgrund verbindlicher muslimischer Regelungen gestellt. Die Forderungen seien wegen der im GG verankerten Religionsfreiheit zu erfüllen.

In letzter Zeit stellen meine malaysischen, muslimischen Freunde vermehrt fest, daß die von den o.g. muslimischen Verbänden in D erhobenen Forderungen im Widerspruch zu dem stehen, was in Malaysia Praxis ist.

Beispiele:
1.
Forderung: Muslimas sollen mit Kopftuch in der Schule unterrichten dürfen; das Tragen des Kopftuchs sei religiöse Pflicht für eine Muslima.
Realität: Tragen des Kopftuchs ist keine religiöse Pflicht für eine Muslima. Millionen Muslimas z.B. in Malaysia tragen kein Kopftuch. (Übrigens: 10000e von Muslimas aus der ganzen Welt suchen auf muslima.com männliche Partner mit Hilfe von Photos, 60% von ihnen ohne Kopftuch.)
2.
Forderung: Getrennter Schulunterricht für Jungen und Mädchen.
Realität: In Malaysia ist gemeinsamer Schulunterricht die Norm.
3.
Forderung: Keine gemeinsamen Klassenfahrten für Jungen und Mädchen.
Realität: In Malaysia gehen sie gemeinsam auf Klassenfahrt.
4.
Forderung: Trennung von Jungen und Mädchen im Sportunterricht.
Realität: In Malaysia ist gemeinsamer Sportunterricht üblich.
5.
Forderung: Kein gemeinsames Schwimmen für Jungen & Mädchen, für Männer & Frauen.
Realität: In Malaysia schwimmen sie gemeinsam.

Die Beispiele zeigen, daß die muslimischen Verbänden in D erhobenen Forderungen im Widerspruch zur Lebenswirklichkeit in Malaysia stehen, einem Land, in dem nicht nur der Islam Staatsreligion ist, sondern auch die Zentralregierung und alle Landesregierungen von Koalitionen gebildet werden, in den malayisch-muslimische Parteien den größten Anteil haben.

18.03.2009 Bürger

Religion bezieht sich in den meisten Religionen auf ein angenommenes höheres Wesen, das irgendwelche Vorschriften erlässt. Solange diese Vorschriften nicht mit anderen Personen oder dem Strafrecht kollidieren, gilt Religionsfreiheit sinnvollerweise.
Insgesamt sollte Religiionsfreiheit aber den anderen Freiheiten untergeordnet sein, da sich Religion auf nicht überprüfbare Annahmen bezieht und keinen allgemeinen Konsens kennt (sonst gäbe es ja nur eine Religion). Dass man ein Recht auf Eigentum und auf Unversehrtheit hat, dass man also nicht stehlen soll oder nicht töten u.ä. lässt sich hingegen rational und nicht konsensual begründen,

18.03.2009 Muslima

Wenn die im Grundgesetz verankerte "Religionsfreiheit" für Ausnahmeregelungen herangezogen wird, ist es notwendig, eine gültige Definition von "Religion" ebenfalls im Grundgesetz zu manifestieren.

Es ist unerträglich, dass z.B. eine "Interessengemeinschaft" das deutsche Grundgesetz für grundgesetzwidrige Ziele ausnutzen kann.

Ich finde unser Grundgesetz ist ideal. Es ist das Fundament unserer Demokratie und Freiheit. Die Väter unseres Grundgesetzes waren weitsichtige und kluge Männer, die jedoch manche Entwicklungen und Gefahren nicht voraussehen konnten. Deshalb ist u.a. die o.a. Ergänzung m. E. notwendig, um den Missbrauch des Grundgesetzes auszuschließen.

Abschließend noch einmal die Frage: Für wen gilt die "Religionsfreiheit"? Nicht überall wo "Religion" draufsteht, ist "Religion" drin!

17.03.2009 Atheist

Zur Frage 1: auffälligerweise treten nur Angehörige des Islam im alltäglichen Zusammenleben verschiedener Religionen und Weltanschauungen in Deutschland in Erscheinung.
Alle anderen Religionen und Weltanschauungen werden von deren "Anhängern" als reine Privatsache betrachtet, mit der sie den Rest der Bevölkerung nicht behelligen.

Zur Frage 2: das Recht auf Religionsfreiheit ist absolut wichtig (da es ja auch frei VON Religion bedeutet).
Allerdings muß der Gesetzgeber genau hinsehen, was Angehörige irgendwelcher Religionen als vom Grundgetz geschützt deklarieren.
So sehe ich keinen GG-Schutz für "Großmoscheen", die eigentlich Basare, bestehend aus Geschäften, Cafes, Sporteinrichtungen und Begegnungsstätten sind, in die eine Räumlichkeit für religiöse Handlungen integriert sind.
Man stelle sich vor, in Deutschland lebende Nachkommen der Inkas fordern das Recht auf Menschenopfer, da sie ja zu ihrer Religion gehören und demzufolge vom GG geschützt sind.
Oder die Hindus würden aus religiösen Gründen ein Schlachtverbot und Freilaufen für Kühe, die ihnen heilig sind, fordern.

Zur Frage 3: es ist zuwenig von anderen Ländern bekannt, allenfalls kommen innereuropäische Informationen nach Deutschland, die aber eine ähnliche Situation beschreiben.