DIK - Deutsche Islam Konferenz - Begriffe

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Zentrale Begriffe

Begriffe des Islam

BegriffErklärung
FatwaEine Fatwa, arabisch für Rechtsgutachten, wird von einem religiösen Gelehrten, einem Mufti ausgestellt. In einer Fatwa werden unter Berücksichtung des islamischen Rechts verschiedene Fragen meist aus dem Bereich des religiösen Lebens beantwortet. Ein solches Rechtsgutachten ist nicht bindend und seine Bedeutung für einen Muslim hängt von der Autorität und Anerkennung des Ausstellers ab.
Fünf Säulen Die fünf "Säulen" des Islam bezeichnen die fünf Hauptpflichten eines jeden Muslims: Das Glaubensbekenntnis (Shahāda), das Gebet (Salāt), die Almosensteuer (Zakāt), das Fasten im Monat Ramadān (Saum) und die Pilgerfahrt nach Mekka (Hajj).
HadīthUnter Hadīth (arab. "Erzählung, Gespräch") versteht man Berichte von Taten und Aussprüchen des Propheten Muhammad. Diese wurden durch seine Gefährten überliefert, deren Leben und Handeln im weiteren Sinne auch zu den Hadīth-Schriften gehören. Die Hadīth-Überlieferungen entwickelten sich im Laufe der Zeit zur zweitwichtigsten Quelle für religiöse Normen und Rechte. Sammlung und Kodifizierung der Hadīth-Schriften begann etwa 50 bis 100 Jahre nach dem Tod des Propheten.
IjtihādUnter Ijtihād versteht man eine Methode zur Rechtsfindung, bei der Koran und Hadīth weitgehend selbstständig ausgelegt werden können, im Gegensatz zur Übernahme schon bestehender, früherer Auslegungen (taqlīd). Seit der Moderne existieren verstärkte Bemühungen, Ijtihād zur Anpassung des islamischen Rechts an die Anforderungen der Moderne anzuwenden.
ImāmDer Imām (arab. "Führer, Vorsteher") leitet als Vorbeter das Gemeinschaftsgebet. Diese Funktion kann im Grunde jeder Muslim ausüben, der die dafür notwendigen Koranverse und Gebete kennt. Daneben wird eine Person als Imām bezeichnet, in der sich religiöse und politische Autorität vereinigen. Die Sunniten verwenden den Begriff Imām neben dem Titel Kalif für das Oberhaupt der islamischen Gemeinschaft (umma). Bei den Schiiten werden die Nachfahren Alīs und seiner Frau Fātima als Imāme bezeichnet, aber auch besonders bedeutende Führungspersönlichkeiten, z.B. Imām Khomeini.
KoranMit dem Wort Koran (arab. Qur’ān; wörtlich: Lesung) wird die Offenbarungsschrift des Islam bezeichnet. Nach muslimischem Verständnis wurde der Koran dem Propheten Mohammed durch den Engel Gabriel über einen Zeitraum von 22 Jahren offenbart. Er gilt als das unverfälschte und ewig gültige Wort Gottes und ist die wichtigste Grundlage des muslimischen Glaubens.
MoscheeDer Begriff Moschee leitet sich vom arabischen Wort für Moschee (masjid) ab, der wörtlich "Ort, an dem man zum Gebet niederfällt" bedeutet. Traditionell gibt es in einer muslimisch geprägten Stadt eine Freitagsmoschee (jāmi‘), in der auch die Freitagspredigt gehalten wird, sowie mehrere einfache Gebetshäuser (masjid) und -räume (masalla) für das alltägliche Gebet. Charakteristisch für eine Moschee sind unter anderem die Gebetsnische (mihrāb), welche die Gebetsrichtung nach Mekka angibt, und Waschgelegenheiten für die rituelle Reinigung vor dem Gebet.
RamadânRamadān (arab. "große Hitze") ist der muslimische Fastenmonat und der neunte Monat im islamischen Mondjahr. Das Fasten im Ramadān ist eine der fünf Säulen des Islam und für jeden Muslim Pflicht, mit Ausnahme der Kinder, Alten, Kranken und Reisenden sowie stillender und schwangerer Frauen. Zwischen dem ersten Morgenlicht und Sonnenuntergang dürfen die Gläubigen weder Nahrung noch Genussmittel zu sich nehmen. Zum Ende des Monats findet das dreitägige Fest des Fastenbrechens (türk. şeker bayramı; arab. eid al-fitr) statt.
ScheichDer Begriff Scheich (arab. shaikh, "ehrwürdiger Mann") wird mit verschiedenen Bedeutungen gebraucht. Neben der allgemeinen Bezeichnung für einen Ältesten oder das Oberhaupt einer Familie, wird der Begriff für die Bezeichnung als Stammesführer oder als geistiger Führer einer sufischen Bruderschaft gebraucht. Die Rektoren der al-Azhar-Universität in Kairo und auch anderer islamischer Universitäten tragen ebenfalls diesen Titel.
SureEine Sure (arab. sūra) bezeichnet ein Kapitel des Korans. Die 114 Suren des Korans sind jeweils in sich abgeschlossen und werden in Verse (āya, arab. "Wunderzeichen") unterteilt. Die Namen der Suren lehnen sich an deren Inhalt an und sind meist dem Text entnommene Schlüsselwörter. Die Suren, deren Versanzahl variiert, werden, nach dem Zeitpunkt (und Ort) ihrer Offenbarung, in mekkanische und medinensische Suren unterteilt.

Zusatzinformationen

Frau und Mann im Gespräch

Ergebnisse des Vorbereitungsausschusses

Der Vorbereitungsausschuss der Deutschen Islam Konferenz war das zweithöchste Gremium. Mindestens zweimal jährlich trafen sich Arbeits- und Leitungsebene, um sich über den aktuellen Stand der verschiedenen Arbeits- und Projektgruppen zu informieren.

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Person blättert in Koran

Wer predigt den Islam in Deutschland?

Die etwa zweitausend Imame, die in Deutschland arbeiten, sind ganz verschieden ausgebildet und haben unterschiedliche Herkünfte. Prof. Dr. Ceylan hat zum Thema Imame geforscht und stellt hier einige wichtige Ergebnisse dieser sehr vielfältigen Gruppe vor.

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Betender vor Gebetsnische in Moschee

Seltenheit: Moscheekonflikte vor Gericht

Bei der Planung neuer Moscheen geht es um mehr als das Finden eines geeigneten Grundstückes. Vielmehr geht es um Anerkennung. Sollten muslimische Bauherren diese Anerkennung gerichtlich erstreiten oder besser vor Ort aushandeln?

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