DIK - Deutsche Islam Konferenz - DIK Initiative - Gemeinsam gegen Polarisierung

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Initiative gegen gesellschaftliche Polarisierung

Die Deutsche Islam Konferenz will gesellschaftlicher Polarisierung vorbeugen. Deshalb wurden verstärkt Projekte gefördert, die Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus und religiös begründetem Extremismus unter muslimischen Jugendlichen entgegentreten. Skizzen für derartige Projekte wurden von 8.05.2013 - 07.05.2014 entgegen genommen. Seit September 2014 finden sich die Schwerpunkte der Initiative im neuen Bundesprogramm des BMFSFJ "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit".

Grundlage der Förderung

Grundlage der Förderung ist das Eckpunkte-Papier "Gemeinsam gegen gesellschaftliche Polarisierung" (hier als PDF herunterzuladen - im Eckpunktepapier sind zentrale Anhaltspunkte für potenzielle Projektträger aufgeführt, daher empfehlen wir Interessierten diese Lektüre).

Begleitend veranstaltete die DIK im BAMF eine Fachgesprächsreihe, die dazu diente bereits vorhandene Konzepte in den Themenfeldern vorzustellen und Empfehlungen für zukünftige Projekte zu erarbeiten. 

Ziel der Förderung

Einerseits sollen durch die geförderten Projekte Jugendliche bei einer selbstreflektierenden Identitätsbildung unterstützt werden, wobei besonders ressourcenorientierte Ansätze, die die Kompetenzen der Jugendlichen berücksichtigen, geschätzt werden. Andererseits sollen Multiplikatoren in der Jugend- und Bildungsarbeit im Umgang mit den Themen Muslimfeindlichkeit / Antisemitismus / religiös begründetem Extremismus fortgebildet werden.

Wer ist angesprochen?

Die Förderung richtet sich insbesondere an:

  • Islamische Vereine und Institutionen
  • Migrantenorganisationen
  • Träger der Jugend- und Bildungsarbeit in Kommunen

Eine Kooperation zwischen den genannten möglichen Trägern mit Schulen und anderen Stätten der Ausbildung ist wünschenswert. Die Kooperation zwischen verschiedenen islamischen Trägern ist als Ausdruck der Vielfalt muslimischen Lebens in Deutschland erstrebenswert. Auch Tandempartnerschaften (zwei Träger beantragen gemeinsam ein Projekt) sind möglich.

Wie läuft das Auswahlverfahren ab?

  1. Der Träger reicht die Skizze bei der Koordinierungsstelle (s.u.) am BAMF ein.
  2. Die Koordinierungsstelle berät den Träger.
  3. Danach reicht die Koordinierungsstelle den Antrag weiter an den Förderausschuss.
  4. Im Förderausschuss wird entschieden, welche Institution welches Projekt fördern könnte.
  5. Diese Institution nimmt Kontakt mit dem Träger auf und begleitet ihn durch das Antragsverfahren. Die endgültige Förderentscheidung liegt bei der entsprechenden Institution.
  6. Der Förderausschuss besteht aus:
  • Bundesministerium des Innern
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Auswärtiges Amt
  • Robert Bosch Stiftung
  • Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  • Bundeszentrale für politische Bildung

Weitere Hinweise zur Förderung

Die folgende Auflistung zählt mögliche Maßnahmenbereiche auf, die insbesondere gefördert werden sollen. In diesen Bereichen gibt es entsprechend der Bestandsaufnahme der AG Präventionsarbeit mit Jugendlichen bisher nur wenige Modellprojekte.

Unabhängig von den verschiedenen Maßnahmenbereichen gilt, dass die Maßnahmen sich themenspezifisch oder phänomenübergreifend mit Muslimfeindlichkeit, Islamismus im Sinne eines religiös begründeten Extremismus und Antisemitismus auseinandersetzen sowie dialog- und kooperationsorientiert sein sollen.

Die folgende Aufzählung soll Anhaltspunkte liefern und ist nicht abschließend:

  • Maßnahmen der politischen Bildung für Jugendliche
  • Fortbildung von (insbesondere auch muslimischen) Jugendlichen zu Teamern der Jugendarbeit (z.B. peer-to-peer-Ansatz)
  • Schaffung von positiven Angeboten im Internet (YouTube, Blogs, Facebookgruppen etc.) durch Jugendliche als Gegenangebot zu extremistischen und polarisierenden Positionen im Netz einschließlich der kritischen Auseinandersetzung mit diesen Positionen
  • Maßnahmen (Fortbildungen, Workshops,Werkstätten, Coaching etc.) für relevante Multiplikatorengruppen der Arbeit mit Jugendlichen im schulischen und außerschulischen Bereich (Lehrer, Jugendsozialarbeiter, Leiter von Jugendgruppen etc.) insbesondere durch islamischeTräger, ggf. in Kooperation mit bestehenden Einrichtungen der Jugendarbeit und/oder politischen Bildung
  • Maßnahmen für ehrenamtliches und angestelltes Personal insbesondere islamischer Träger zur Durchführung der oben dargestellten Maßnahmen sowie zu Teamern der Jugendarbeit als Beitrag zur Förderung der Teilhabe im Bereich der Jugendarbeit
  • Interreligiöse Jugendbegegnungen

Zusätzliche Förderkriterien

  • Zur Gewährleistung der Nachhaltigkeit müssen elementare Strukturen (u.a. Personal) bei den Projektträgern vorhanden sein, damit Projektergebnisse und -erfahrungen auch nach Ende des Projektes weiter genutzt werden können.
  • Notwendige pädagogische Fähigkeiten (ggf. durch Kooperationspartner) müssen nachgewiesen werden. Wenn möglich, sollte auf schon bestehendem Material und/oder bestehenden Projekten aufgebaut und gegebenenfalls mit deren Trägern kooperiert werden.
  • Die Bildung neuer Netzwerke fließt positiv in die Bewertung ein.
  • Die Zielgruppe der Projekte sowie die Wege, wie die Zielgruppe erreicht wird, sollten vorab konkret beschrieben werden.
  • Die Projekte können sowohl phänomenübergreifend als auch phänomenspezifisch gestaltet werden. Sie sollten einen fördernden Charakter – was auch die Förderung der Teilhabe einschließt – aufweisen sowie die bestehenden Kompetenzen der Jugendlichen nutzen und fördern.

Ihre DIK-Redaktion

Datum 07.05.2013