DIK - Deutsche Islam Konferenz - Gegen Polarisierung: Maxime Wedding

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MAXIME Wedding

MAXIME Wedding – Interkulturelles Präventionsprojekt

Ansätze, die unmittelbar mit Jugendlichen arbeiten, die Gefahr laufen, sich extremistische religiöse Einstellungen zu Eigen zu machen und sich immer mehr einem gesellschaftlichen Diskurs verschließen, sind rar. Auf der anderen Seite kann in der Bevölkerung eine zunehmende Angst gegenüber dem Islam als Religion beobachtet werden, die eine notwendige Differenzierung zwischen dem Islam als Religion und dem Islamismus als Ideologie erschwert. Somit bedarf es präventiver Ansätze einerseits zur Deradikalisierung von gefährdeten Jugendlichen und andererseits zum Abbau von Muslimfeindlichkeit in der Mehrheitsgesellschaft.

Ziel und Zielgruppe des Projektes

Ziel des Projektes ist die Herstellung der Dialogfähigkeit zwischen Menschen unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergrundes, die Verhinderung von weiterer Desintegration und Radikalisierung bei gefährdeten jungen Menschen, der Abbau von Vorurteilen und Muslimfeindlichkeit in der Mehrheitsgesellschaft und die Kompetenzerweiterung und Aktivierung der Kommune zur Deradikalisierung. Zielgruppe des Projektes sind (extremistisch) gefährdete/vorurteilsorientierte Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte und deren Familien, MultiplikatorInnen sowie Fachpersonal (Polizei, Schule, Jugendarbeit, Verwaltung) im Bezirk Berlin-Wedding.

Projektdurchführende

Umgesetzt werden die Angebote durch ein fünfköpfiges interkulturelles und interreligiöses Team von Violence Prevention Network e. V., welches über langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit vorurteilsmotivierten Jugendlichen sowie in der Qualifizierung von MultiplikatorInnen verfügt.

Projektpartner

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist Hauptförderer im Rahmen des Bundesprogramms „Initiative Demokratie stärken“. Die Bundeszentrale für politische Bildung fungiert als Ko-Financier. Das Projekt verfügt aufgrund des quartiersbezogenen Ansatzes in Berlin-Wedding über ein dichtes und vielschichtiges Netzwerk von Kooperationspartnern aus verschiedensten für die Zielgruppen relevanten Institutionen (Schulen, Polizei, Gerichtshilfe, Jugendeinrichtungen, Gemeinden uvm.). Diese sichern und ermöglichen den Zugang zu den wichtigen Strukturen im Kiez und tragen zur fundierten Kenntnis des Quartiers, sowohl bezogen auf die Situation extremistisch gefährdeter Kinder und Jugendlicher als auch bezogen auf den Fortbildungsbedarf der MultiplikatorInnen, bei.

Projektdurchführung

Die Arbeitsschwerpunkte des Projektes liegen in den Bereichen interreligiöse/interkulturelle politische Bildung, Beratung, Vermittlung und Begleitung, z.B. mit MultiplikatorInnenenfortbildungen, Workshops zum Thema Interreligiösität und Werte, Deradikalisierungstrainings, Elternberatung, und stadtteilorientierten Strategien im Umgang mit interreligiösen Konflikten. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Teams ist das Angebot der sog. „Nahost-Workshops“. Hier wird der israelisch-palästinensische Konflikt von einem interreligiösen TrainerInnenteam gezielt in 9. und 10. Klassen an Weddinger Schulen thematisiert. Ausgehend von einer stadtteilbezogenen Problemdefinition (Akkumulation von Problemlagen in Berlin-Wedding) verfolgt

das Projekt eine zielgruppen- und themenbezogene Empowermentlogik. Das themenbezogene Empowerment beruht auf der Auseinandersetzung mit religiöser Intoleranz und Demokratiedistanz bei Jugendlichen aus dem Stadtteil. Die MultiplikatorInnen werden professionell unterstützt, zwischen kultureller Tradition, Islam und Islamismus zu differenzieren, (islam-)extremistische und muslimfeindliche Argumentationsweisen zu erkennen und ressourcenorientiert eigene Gestaltungsspielräume auszuweiten. Die Rückmeldungen von SchülerInnen und Lehrenden sind durchweg positiv. Die Workshops erfreuen sich größter Beliebtheit, die Nachfrage kann zum Teil nicht befriedigt werden. Lehrende schätzen an den Workshops vor allem, dass die SchülerInnen einen anderen Zugang zu den Themen Demokratie und Religion bekommen und oftmals sehr viel engagierter am Workshop teilnehmen als am regulären Unterricht. Viele SchülerInnen bekommen eine kritische Einstellung zu vorgefertigten Meinungen aus der Community und distanzieren sich von Vorurteilen und (verbaler) Gewalt.

Die Erreichung der Projektziele kann auf Grundlage der erfolgten Befragungen (externe und interne Evaluation) der zentralen Zielgruppen bestätigt werden. Mit einiger Sicherheit lässt sich sagen, dass die zentralen Wirkungen des Projekts zur Stärkung der demokratischen Kompetenzen und Orientierung bei Kindern, Jugendlichen und professionellen Beteiligten beitragen. Das Projekt befördert zudem auch die Fähigkeit der pädagogischen Akteure, extremistische Haltungen sicher zu identifizieren und in ihrem Arbeitsfeld angemessen zu adressieren.

Cornelia Lotthammer, 25. Juli 2013

Zusatzinformationen

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