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Bundespräsident Gauck zum Fest des Fastenbrechens 2016

Wenn in diesen Tagen der Ramadan zu Ende geht, dann erinnern sich viele Muslime daran, wie beglückend es sein kann, sich durch Verzicht und innere Einkehr auf das Wesentliche zu besinnen und dann aus dieser Perspektive das Leben zu feiern. Der Zeit der Besinnung folgt das Fest der Freude – im Kreis der Familie und im Kreis von Freunden. Immer öfter auch im Kreis von Muslimen und Nichtmuslimen. 

In diesem Jahr muss ich daher auch an einen Satz denken, den Imam Abdallah Hajjir im Juni bei einem Iftar in Berlin-Moabit gesagt hat: „Was uns verbindet, das ist vielleicht nicht die Religion, aber es ist das Land, in dem wir gemeinsam leben, das wir lieben und für das wir gemeinsam Verantwortung tragen.“

Solche Worte hallen länger nach als einen Sommerabend. Ich wünsche mir, dass sie auch dann bedacht werden, wenn wir nach dem Fest des Fastenbrechens wieder hinaustreten in den Alltag. Und ich möchte uns alle, Muslime und Nichtmuslime, bestärken: Lassen wir uns von Sprachbarrieren, Berührungsängsten oder Vorurteilen nicht entmutigen. Annäherung braucht Zeit. Aber wir können sie beflügeln durch unsere Fantasie und unsere Beharrlichkeit, durch die stete Bekräftigung dessen, was eine pluralistische Gesellschaft ausmacht: Offenheit, gegenseitiger Respekt und zugleich die Bereitschaft, all das, was uns so kostbar ist, zu verteidigen.

Gerade in einer Zeit, in der das Fastenbrechen überschattet war von islamistischem Terror sowohl im Nahen Osten wie in den Staaten des Westens, müssen wir hochhalten, was beim gemeinsamen Fastenbrechen vielerorts auf so wunderbare Weise greifbar geworden ist: das friedliche Miteinander von Nachbarn und unsere Verbundenheit in der Verantwortungsgemeinschaft dieser Bundesrepublik Deutschland.

Grußbotschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck anlässlich des Fastenbrechens 2016

Datum 04.07.2016