29.03.2011 - Plenum 2011: u.a. IRU, Theologie und Imame

Das Plenum 2011 stand im Zeichen des Schwerpunkts: "Institutionalisierte Kooperation in religionsbezogenen Angelegenheiten". Es wurden insbesondere die Einführung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen, die Etablierung islamischer Theologie an Universitäten sowie die sprachliche und gesellschaftskundliche Fortbildung von Imamen und alevitischen Dedes sowie weiteren Multiplikatoren islamischer Gemeinden auf kommunaler Ebene erörtert.

Islamischer Religionsunterricht an öffentlichen Schulen in Deutschland war auch 2011 ein zentrales Thema der Deutschen Islam Konferenz. Bereits in ihrer ersten Phase (2006-2009) wurden die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen konkretisiert. Um den Prozess der Einführung islamischen Religionsunterrichts zu unterstützen und den Erfahrungsaustausch in diesem Bereich zu fördern, fand am 13. und 14. Februar 2011 in Nürnberg die Tagung "Islamischer Religionsunterricht in Deutschland – Perspektiven und Herausforderungen" statt. Zum Plenum 2011 wurde der Tagungsband publiziert, der die Vorträge der Konferenz enthält und Diskussionsbeiträge präsentiert, um diese auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Als Vermittler vor Ort – unter anderem zwischen islamischen Gemeinden und kommunalen Akteuren – ist das religiöse Personal ein wichtiger Multiplikator. Deshalb entwickelte die Deutsche Islam Konferenz den Leitfaden "Dialog – Öffnung – Vernetzung: Leitfaden für die gesellschaftskundliche und sprachliche Fortbildung von religiösem Personal und weiteren Multiplikatoren islamischer Gemeinden auf kommunaler Ebene". Dieser soll Kommunen, kommunale Akteure und islamische Gemeinden für Fortbildungsprojekte gewinnen sowie bei der Planung und Umsetzung dieser Projekte unterstützen. Die Deutsche Islam Konferenz trug somit dazu bei, den Dialog und die Zusammenarbeit mit Muslimen vor Ort, d.h. auf kommunaler Ebene, praktisch zu verbessern. Die Fortbildungsmaßnahmen sind zudem ein integrationspolitisch wichtiger Zwischenschritt, bis in Deutschland ausgebildete Imame ihre Arbeit in islamischen Gemeinden aufnehmen werden.

Auch die Etablierung theologisch orientierter "Islamischer Studien" an deutschen Hochschulen war weiterhin ein zentrales Thema der Deutschen Islam Konferenz. Sie hat sich, nachdem die Ergebnisse der Islamkonferenz des Jahres 2009 in Empfehlungen des Wissenschaftsrats eingeflossen sind, regelmäßig im DIK-Vorbereitungsausschuss und auf den Plenarsitzungen 2010 und 2011 über die Fortschritte informieren lassen. Den Prozess wird sie auch weiterhin begleiten und unterstützen.

Ein Video mit Bildern und Statements von Teilnehmern des Plenums finden Sie hier.