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Deutsche Islam-Konferenz am 27. September 2006

Ausgabe 0001/2006
Datum 19.09.2006

Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat für den 27. September Vertreter der Muslime und des Staates zur ersten Deutschen Islam-Konferenz nach Berlin geladen. «Die Konferenz soll zu einer verbesserten religions- und gesellschaftspolitischen Integration der muslimischen Bevölkerung in Deutschland beitragen», heißt es in dem am Dienstag vom Innenministerium veröffentlichten Positionspapier.

Die Konferenz ist als langfristiger Dialog zwischen dem deutschen Staat und den in Deutschland lebenden Muslimen angelegt, der zwei bis drei Jahre dauern soll. Zwischen den halbjährlich geplanten Konferenzen sollen Arbeitsgruppen vorgegebene Themen abarbeiten. In Deutschland leben etwa 3,2 bis 3,5 Millionen Menschen muslimischer Prägung, von denen nur ein geringer Teil organisiert ist.

Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung steht das Verhältnis Staat und Religion sowie das damit verbundene Verhältnis Staat und Bürger. Bei der Konferenz gehe es nicht um den interreligiösen Dialog zwischen Islam und Christentum, sondern um Verhältnis eines weitgehend säkularen Staatswesen zu anderen Kulturen und Religionen.

Als Arbeitsbereiche für die Konferenz nennt das Innenministerium deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens, Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis, Wirtschaft und Medien als Brücke. Dabei geht es auch um immer wieder strittige Fragen wie die Teilnahme von Mädchen am Schwimmunterricht, Klassenfahrten und die Sexualerziehung. Auch die Ausbildung von Imamen in Deutschland soll ein Thema sein. Begleitend zur Konferenz sollen zusätzlich Fragen der inneren Sicherheit und islamistische Bestrebungen behandelt werden.

Die Konferenz soll aus 30 ständigen Teilnehmern bestehen, davon 15 Vertreter des deutschen Staates und 15 Vertreter der in Deutschland lebenden Muslime. Von muslimischer Seite sind alle wesentlichen Organisationen eingeladen. Da jedoch nur eine Minderheit der muslimischen Bevölkerung in Deutschland in religiösen Organisationen eingebunden ist, sollen auch Vertreter eines modernen, säkularen Islam aus Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur einbezogen werden. Als Vertreter der unorganisierten Muslime werden laut Ministerium unter anderen die Anwältin Seyran Ates, die Autorin Necla Kelek und der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Kenan Kolat, mitarbeiten.

Quelle: Bundesministerium des Innern