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Pressemitteilung zur Plenarsitzung der Deutschen Islam Konferenz (DIK) am 17. Mai 2010

Ausgabe 0002/2010
Datum 17.05.2010

DIK-Plenum verabschiedet ambitioniertes Arbeitsprogramm

Das Plenum der Deutschen Islam Konferenz hat sich heute in neuer Zusammensetzung zu seiner Auftaktsitzung eingefunden. In konstruktiven Gesprächen hat die Deutsche Islam Konferenz ein ambitioniertes Arbeitsprogramm für diese Legislaturperiode beschlossen, das im Vorfeld gemeinsam erarbeitet wurde. Es konnten Anregungen der muslimischen wie der staatlichen Seite in großem Umfang berücksichtigt werden (abzurufen unter www.deutsche-islam-konferenz.de).

Der Bundesminister des Innern beschrieb das Ziel der Deutschen Islam Konferenz: "Zugehörigkeit stärken – das ist unser Ziel. Stärkere Teilhabe von Muslimen als Bürger unseres Landes – das wollen wir gemeinsam erreichen. Teilhabe heißt auch, Verantwortung zu übernehmen. Gestalten wir die Gegenwart und die Zukunft also zusammen – in gemeinsamer Verantwortung für die Gesellschaft, in der wir leben und in der auch unsere Kinder gemeinsam leben werden."

Die Deutsche Islam Konferenz gibt hierzu dem Dialog zwischen Staat und Muslimen in Deutschland einen institutionalisierten, breit angelegten Rahmen. Sie trägt durch Erfahrungsaustausch, Begriffsklärungen und Empfehlungen zum Integrationsprozess bei. Die Ergebnisse der Islamkonferenz sollen Berücksichtigung finden und Anstoß liefern für zahlreiche Projekte, Maßnahmen und Initiativen.

Ein Themenschwerpunkt des Dialogs ist die institutionelle bzw. strukturelle Integration des Islams in Deutschland, also die Teilhabe der Muslime und ihrer Organisationen an Formen der Kooperation mit dem Staat, die sich aus dem deutschen Religionsverfassungsrecht ergeben. Das betrifft Themen wie die Einführung islamischer Theologie an Universitäten oder die Ausbildung von religiösem Personal und Religionslehrerinnen und -lehrern. "Was den islamischen Religionsunterricht betrifft, messe ich dem Austausch zwischen den Ländern zu bestehenden Modellversuchen große Bedeutung bei. Möglicherweise kann sich hieraus ein bundesweites Modell entwickeln.", so der Bundesinnenminister hierzu. 

Darüber hinaus bedarf es aber auch weiterhin der Vertiefung des gemeinsamen – auf dem Grundgesetz basierenden – Wertekonsenses. Das gemeinsame Vorgehen gegen Extremismen, Radikalisierung und gesellschaftliche Polarisierung ist dabei von entscheidender Bedeutung. „Eine öffentlich sichtbare und engagierte Auseinandersetzung und klare Abgrenzung der Muslime und ihrer Organisationen selbst zum Islamismus ist aus meiner Sicht die notwendige Grundlage einer besseren Akzeptanz des Islam in der Mehrheitsgesellschaft. Verantwortung zu übernehmen für unser Gemeinwesen und seine Werteordnung ist der beste Integrationsbeitrag.“, erklärte der Bundesminister des Innern.

An die muslimische Seite gerichtet, betonte der Bundesminister des Innern zudem: "Den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland zu fördern, heißt jedoch keinesfalls, alles gleich zu machen, jeden Unterschied einzuebnen. Das Ziel der Deutschen Islam Konferenz ist nicht Assimilation. In der Islamkonferenz wird es auch darum gehen, Toleranz gegenüber Muslimen in unserer Gesellschaft zu fördern und Islamfeindlichkeit vorzubeugen."

Quelle: Bundesministerium des Innern