Aufgaben und Ziele
Muslime in Deutschland - deutsche Muslime
Dr. Thomas de Maizière
Im Koalitionsvertrag für die 17. Legislaturperiode ist die Fortsetzung der Deutschen Islam Konferenz (DIK) vereinbart: Sie sei das wichtigste Forum zwischen dem deutschen Staat und den in Deutschland lebenden Muslimen. Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière kündigte an, die DIK fortzusetzen und zu vertiefen, da sie die Annäherung zwischen dem deutschen Staat und den Muslimen fördere.
Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten vor allem durch Zuwanderer aus muslimisch geprägten Herkunftsstaaten religiös und kulturell vielfältiger geworden. Mittlerweile leben in Deutschland ca. vier Millionen Muslime. Knapp die Hälfte von ihnen hat bereits die deutsche Staatsangehörigkeit.
Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken
Gemeinsamkeiten stärken, Unterschiede bewältigen, Teilhabe fördern – und zwar auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen Grundordnung – das scheinen die Antworten auf die Frage zu sein, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt in einem religiös und kulturell vielfältigeren Land wie dem heutigen Deutschland gewahrt werden kann.
Die Deutsche Islam Konferenz sollte hierzu einen Beitrag leisten. Die 2006 ins Leben gerufene Konferenz war die erste gesamtstaatliche Reaktion, also Bund, Länder und Kommunen umfassend, auf die historisch relativ junge Präsenz von Muslimen als relevante Bevölkerungsgruppe in Deutschland.
"Muslime in Deutschland - deutsche Muslime" - dieses Motto bringt das zentrale Ziel der Deutsche Islam Konferenz auf den Punkt: Muslime in Deutschland sollen sich als Teil der deutschen Gesellschaft verstehen und von dieser auch so verstanden werden.
Integration der Muslime verbessern
Konkretes Ziel der DIK in ihrer ersten Phase war, den Dialog zwischen Staat und Muslimen zu verbessern und somit einen Beitrag für die gesellschaftliche und religionsrechtliche Integration der Muslime und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland zu leisten sowie gesellschaftlicher Polarisation und Segregation entgegenzuwirken. Die Deutsche Islam Konferenz war und ist keine Vertretung der Muslime im religionsgemeinschaftlichen Sinne. Sie wird federführend vom Bundesministerium des Innern betreut, weil dieses Ministerium traditionell für die Beziehung zu den religiösen Gemeinschaften in Deutschland auf der Ebene des Bundes verantwortlich ist.
Von Religionsverfassungsrecht über Wertekonsens bis zu Extremismusprävention
Die DIK tagte bisher auf zwei Ebenen. Das Plenum, das jährlich zusammentrat, verabschiedete Vorschläge und Empfehlungen aus den Arbeitsgruppen und gab dem Dialogprozess Impulse. Unterhalb der Ebene des Plenums tagten jeweils im Abstand von zwei Monaten drei Arbeitsgruppen und ein Gesprächskreis. An diesen wirkten über 100 Fachleute und zwar zu folgenden Themen:
- Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens: Arbeitsgruppe 1
- Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis: Arbeitsgruppe 2
- Wirtschaft und Medien als Brücke: Arbeitsgruppe 3
- Sicherheit und Islamismus: Gesprächskreis
Zahlreiche Handlungsempfehlungen
Bei der 3. und 4. Plenarsitzung 2008 und 2009 wurden Zwischenresümees mit den Ergebnissen aus den Arbeitsgruppen und dem Gesprächskreis zu folgenden Themen verabschiedet:
- gesellschaftlicher Zusammenhalt und Integration der in Deutschland lebenden Muslime
- Wertekonsens im Alltag
- Einführung islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache an öffentlichen Schulen
- Bau und Betrieb von Moscheen
- religiös begründete praktische Fragen im Schulalltag
- Ausbildung von Imamen
- Etablierung islamisch-theologischer Hochschuleinrichtungen in Deutschland
- Berichterstattung in Medien
- gemeinsames Vorgehen gegen islamistische Bestrebungen
DIK-Redaktion, 27.11.2009

