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"Teilhabe stärken" - Auftakt der Deutschen Islam Konferenz

Etwa 4 Millionen Muslime leben in Deutschland und sind ein Teil Deutschlands. Ihre Teilhabe an der Gesellschaft ist ein Kernthema der Deutschen Islam Konferenz (DIK), die am 17. Mai  zu ihrer ersten Plenarsitzung in dieser Legislaturperiode zusammentrat. Die DIK steht auf den Grundlagen der Beschlüsse und Erfahrungen aus ihrer ersten Phase der Jahre 2006 bis 2009 und wird die bisherige Arbeit praxisbezogen fortsetzen.

Im Berliner Palais am Festungsgraben konnte Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Fortsetzung des Dialogs begrüßen und verwies auf die Herausforderung der Integration: "Religiöse Vielfalt stellt aber auch eine Herausforderung für den Zusammenhalt einer Gesellschaft dar. Ab- und Ausgrenzungen nach außen können Konflikte auslösen. Den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland zu fördern, heißt jedoch keinesfalls, alles gleich zu machen, jeden Unterschied einzuebnen. Das Ziel der Deutschen Islam Konferenz ist nicht die Assimilation. Unser Ziel ist es, dass aus Andersartigkeit kein Problem entsteht."

Im Mittelpunkt der kommenden Arbeitsphase der DIK steht die Teilhabe und die dadurch entstehende Integration von Muslimen in Deutschland. "Die Deutsche Islam Konferenz gibt hierzu dem Dialog zwischen Staat und Muslimen in Deutschland einen institutionalisierten gesamtstaatlichen Rahmen", sagte de Maizière zum Auftakt der Plenarsitzung.

Das Plenum verabschiedete ein elfseitiges Arbeitsprogramm, das in den kommenden drei Jahren bis zum Ende der Legislatur umgesetzt werden soll. Das Arbeitsprogramm soll die strukturelle sowie gesellschaftliche Integration voranbringen und gliedert sich u. a. in folgende Schwerpunkte:

Themenschwerpunkt I: "Institutionalisierte Kooperation und integrationsbezogene Projektarbeit fördern"

Das beinhaltet die Entwicklung eines Modellkonzepts für landes- und gesellschaftskundliche Fortbildung von Imamen. In Bezug auf den islamischen Religionsunterricht kommt dem Austausch zu bestehenden Modellversuchen große Bedeutung zu. Interessant ist hier, ob sich möglicherweise ein bundesweites Modell entwickeln kann und ob die Islamkonferenz hierzu beitragen kann. Das gilt auch für die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Einrichtung islamisch-theologischer Angebote an Universitäten.

Themenschwerpunkt II: "Förderung von Geschlechtergerechtigkeit"

Ziel ist es, Musliminnen noch stärker zur gesellschaftlichen Teilhabe zu ermutigen und diese zu fördern. Hier soll eine Studie die jeweiligen Rechte und Handlungsfreiräume von Männern und Frauen unter Berücksichtigung der Rolle der Religion im Vergleich zu sonstigen milieuspezifischen Einflussfaktoren untersuchen. In diesem Rahmen sollen auch die Themen Zwangsverheiratung und Kopftuch beleuchtet werden.

Themenschwerpunkt III: "Prävention von Extremismus, Radikalisierung und gesellschaftlicher Polarisierung"

Wichtig ist die Grenzziehung zwischen 'Islam' und 'Islamismus' deutlich herauszuarbeiten. Die Begrifflichkeiten sollen untersucht und möglichst einvernehmlich geklärt werden. Diese Abgrenzung auch durch die Muslime selbst ist weiterhin wesentlich - insbesondere auch, um die Akzeptanz des Islams als Religion in der Mehrheitsgesellschaft zu stärken.

Zugleich möchte die DIK die Toleranz gegenüber Muslimen in der Gesellschaft fördern, indem sich die Islamkonferenz auch mit fremdenfeindlichen Verhaltensmustern gegenüber Muslimen beschäftigt.

Die von vielen Beteiligten gelobte faire und konstruktive Gesprächskultur sowohl während der vorbereitenden Ausschusssitzungen als auch bei der Plenarsitzung ist ein Zeichen dafür, dass die "Dialogplattform" Deutsche Islam Konferenz mit Leben gefüllt ist und die Integrationsdebatte ein gutes Stück voranbringen kann. 

Seinen Ausblick und seine Hoffnung in die DIK beschrieb Innenminister de Maizière wie folgt: "Mein Ziel ist, dass die Ergebnisse unserer Beratungen breite Berücksichtigung finden und dass sie Anstoß liefern für zahlreiche Projekte, Maßnahmen und Initiativen. Nur dann wird die Islamkonferenz eine wesentliche praktische Wirkung entfalten. Wir sind - jedenfalls nach dem Kalender - mitten im Frühling. Daher sehe ich die Islamkonferenz - etwas bildhaft gesprochen - als einen Baum, der sich in viele Äste aufteilt, an denen wiederum zahlreiche Knospen treiben."

Rede von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière

Teilnehmerliste

Vortrag von Jörg-Uwe Hahn, Hessischer Minister der Justiz, für Integration und Europa: Religionsunterricht in Hessen

Vortrag von Prof. Dr. Peter Strohschneider, Wissenschaftsrat: Islamische Studien an deutschen Universitäten

Statement der Staatsministerin und Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Professor Dr. Maria Böhmer

Die Pressemitteilung als download finden Sie hier: Pressemitteilung des BMI

Bundesministerium des Innern
Pressestelle
Alt-Moabit 101 D
D-10559 Berlin

Telefon: +49 30 18681-0
Telefax: +49 30 18681-1614
E-Mail: presse@bmi.bund.de

DIK-Redaktion, 18.05.2010

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